WARC 2024 – La Playita – Panama

WARC 2024 – La Playita – Panama – 15.Februar 2024

Gestern wäre es mit dem ARC von Las Perlas aus Richtung Galapagos losgegangen. Wir sind jedoch mit weiteren 5 Booten weiterhin in La Playita im Hafen.

Hier liegen wir seit fast einer Woche. Wie die Zeit vergeht.

José und sein Kollege von Marina Solutions arbeiten immer wieder auf der Pure Fun. Sie waren bereits in Shelter Bay an Bord um haben die neuen Motor-Füße eingebaut. Nun geht es um unsere Batterien. inzwischen ist klar, dass wir Neue brauchen. Nur welche und woher ist noch nicht entschieden. Da es ein Garantiefall ist müssen wir auf Entscheidungen von X-Yacht warten. Sie sind wie immer bemüht uns schnellst möglich zu helfen, dennoch vergehen die Tage und es ist noch nicht entschieden. Nachdem seit heute die Karneval Feiertage vorbei sind, steht das Wochenende vor der Tür. Hoffentlich gibt es Morgen eine Entscheidung.

Da die Einreise auf die Galapagos nicht nur kostspielig sondern zusätzlich sehr viele Auflagen hat, wäre es schon schön, wenn wir dort auch etwas mehr als ein paar Tage Zeit verbringen könnten.

Müll muss speziell beschriftet und gesammelt werden. ( für uns eigentlich ganz normal…), auf dem Boot werden Medikamente angeschaut und überprüft, frisches Obst und Gemüse ist nicht erlaub t einzuführen, alle Kerne die dort keimen und wachsen können sind nicht erlaubt, sowie alle Arten von Bakterien in Milchprodukten. ( Käse, Joghurt, Milch) Fleisch und Fisch darf tiefgefroren ein geführt werden. Um dies alles zu überprüfen kommen Inspekteure an Bord. Auch mit Drogenspürhund.🤪

Wann es nun für uns weitergehen kann wissen wir noch nicht. Andere Boote aus der Flotte haben Generator, Charger, Autopilot oder Batterie Probleme wie wir. Am schlimmsten hat es unsere liebe NICA getroffen. Sie waren schon auf dem Weg nach Galapagos als sie einen Baumstamm rammten. Nun muss der groß0e Katamaran aus dem Wasser. Nur ist dazu ein großer Kran sowie genug Platz zum Auswassern nötig. Wir Drücken die Daumen ✊dass bald eine Lösung gefunden ist.

Seit gestern haben wir Lorena an Bord. eine junge Französin die Geld verdienen möchte um ihr Reise in Südamerika weiter fortsetzten zu können. Sie Poliert seit gestern alle Metallteile. Das muss sehr regelmäßig gemacht werden.

Gestern waren wir nach dem Skipper Briefing für Galapagos auf der Axonite eingeladen bei Carolyn und Marc. Wir erlebten einen wunderschönen Abend mit leckeren Cocktails von Carolyn, spicy Pizza ( ich habe noch nie im Leben schärfere Pizza gegessen 🥵🌶️)Es waren auch Panameras sowie Panameros eingeladen die wir noch nicht kannten. Unter anderem Michael aus Coburg mit seiner Partnerin die hier in Panama City lebt. So hat uns Carolyn alle zusammen gebracht. Vielen herzlichen Dank dafür 🥰. Menschen mit einem guten und offenen Herzen finden sich….das wurde gestern immer wieder angesprochen. Ja so hat es sich angefühlt. Herzlichen Dank für all die wunderbaren Gespräche. 🙏

So auch letzte Woche beim Panama Hut kaufen. Die Begegnung mit Eduardo in seinem Laden „El Guayacano“ war ebenso sehr besonders. Wir haben drei Stunden bei ihm verbracht, Hüte gekauft, etwas über das Handwerk und die Hutflechter erfahren, Rum gekostet und gute Gespräche über Gott und die Welt geführt. 🥰Auch er hat das Herz am rechten Fleck. 🥰😇🌈Auch hier danken wir für einen unvergeßlichen Nachmittag.

Heute Abend hat der Katamaran Less Travelet zu einer Party eingeladen. So freuen wir uns auf einen weiteren lauen Abend mit netten Begegnungen hier im Hafen.

Tagsüber sind alle fleißig am Arbeiten oder Einkaufen und vor allem am schwitzen 😰. Seit gestern haben wir viel sandigen Wind. Jeden Morgen ist das Boot von einer braunen Staubschicht bestäubt. Auch kann man die Fenster nicht öffnen, da der Staub sonst auch im Boot ist. Es fühlt sich dann an als würde man am Strand entlang laufen, so sandig wird der Boden im Boot. 🤪

Alltag….man sieht sich, läd zum Feierabend Bierchen ein und keine 5 min später sind die Männer wieder am Schrauben…..😎🤷‍♀️(hier mit Till und Dierck von der NICA)

Melden uns sobald es Neues gibt.

Ankommen auf Gran Canaria

Am Samstag Abend um ca. 21:00 Uhr sind wir in der Marina von Las palmas auf Gran Canaria angekommen. Morgens ging es mit etwas Verzögerung in der Marina Rubicon los. Wir hatten nach anfänglicher Fahrt unter Motor dann doch noch viele Stunden schönes Parasailor segeln. Mit 13-19 Knoten Wind von 120-170° segelten wir mit 7-11 Knoten unserem Ziel entgegen. Im Durchschnitt waren es wahrscheinlich ca. 8 Kn. Uns kam es zu langsam vor. Eventuell war das unserem Unterwasserbewuchs geschuldet. Das muss vor dem Atlantik nochmal geputzt werden.

Das Segeln hat bei den warmen Temperaturen immer der untergehenden Sonne entgegen sehr viel Freude gemacht. Wir haben beide um ein besseres Gefühl für den Parasailor zu bekommen viel von Hand gesteuert. Mit dem Steuern kam ich ganz gut zurecht. Das mit dem Trimmen des Parasailor kann ich dann hoffentlich spätestens in der Karibik.

Vor dem Bergen des Segels bei Nacht und Welle zu zweit an Bord hatte ich sehr viel Respekt. Daher haben wir die Abläufe vorher sehr detailliert besprochen. Mathias hat zuerst den Bergeschlauch über das Segel gezogen. Dann öffnete ich das Fall und vorne an Deck wurde alles von Mathias direkt in der Segellast verstaut. Ich hatte darauf zu achten, dass alle vier Leinen gesichert und eingeholt sind um zu verhindern, dass eine Leine ins Wasser geht und sich in der Motorschraube verwickelt. Das will man bei Nacht an Bord nicht erleben. Alles hat prima geklappt.

Im Hafen wurden wir von den Marinieros mit blinkenden Motorboot empfangen und direkt zu unserem Liegeplatz gebracht. Wir liegen wie im Frühjahr an der Ostmole auf Platz 30. Ist ein nettes Plätzchen.

Das Foto hat Evelyn gemacht, als wir eingelaufen sind.

Eine besondere Freude war Evelyns Empfang. Sie stand winkend im Hafen und hat uns begrüßt. Evelyn wir mit uns in die Karibik segeln. Sie kam am späten Nachmittag aus München. Obwohl wir sehr müde und geschafft waren, saßen wir dann doch noch bis 1:00 Uhr in der Nacht im Cockpit. Spontan kamen vom Nebenboot, der Wappen von Bremen, ein Seglerpaar aus Bremer noch zu Besuch.

Am Sonntag Morgen mussten wir uns dann im Marina Office und beim ARC Büro anmelden. Es gab lange Wartezeiten. Da haben wir uns aufgeteilt. Sind doch ne Menge Segler hier. 200 Boote die alle registriert und angemeldet werden möchten.

Um 12:00 Uhr war dann am Sonntag. Flaggen Parade aller Nationalitäten die an der ARC teilnehmen. 30 Nationen sind vertreten. Das war ein sehr schönes Gruppenerlebnis. Selbst eine Delegation aus Sankt Lucia war anwesend und hat uns eine gute Überfahrt gewünscht.


Die Tage sind nun voll mit all den Dingen die bis zum Start am Sonntag um 13 Uhr noch erledigt werden müssen. Heute hatten wir die Sicherheitsprüfung durch den ARC. Eine Lampe, die während dem Nutzen geladen werden kann oder ein Kabel hat, müssen wir noch kaufen. Denn wenn man eine Nacht lang jemanden im Wasser suchen muss, ist der Akku irgendwann leer…..die Vorstellung dann ohne Scheinwerfen da zu stehen ist gruselig. An was man alles denken muss! Mathias hat zum Glück einen zusätzlichen 12 Volt Stecker an Deck einbauen lassen. Für diesen gibt es eine Lampe mit langem Kabel, so dass man sicher auch eine ganze Nacht lang eine Lampe zum Suchen hat.

Die Notpinne bringt Bernd morgen aus Deutschland mit. Da wir zwei Ruderanlagen haben sieht die Werft keine Notpinne vor. Der ARC hat aber die Erfahrung gemacht, dass sie dennoch gebraucht wurde. Deshalb fordern sie sie.

Und einen Metall Radar Reflektor, den man dann hoch ziehen kann, wenn alle elektronischen Instrumente ausgefallen sind. Damit man auf diese Weise gesehen, bzw. gefunden werden kann.

Uns ist nicht langweilig….die Proviantierung muss auch nebenher noch erledigt bzw organisiert werden. 14-21 Tage Proviant für 5 Personen. Wir haben 10 kg Müsli an Bord. Wenn jeder jeden Tag 100g Müsli isst, dann braucht man diese Menge.

Die trockenen Vorräte sind unkompliziert, die frischen sind schon komplizierter. Vor allem wo lagert man das Alles? Lassen wir uns Obst und Gemüse liefern, oder kaufen wir es selbst? Wichtig ist, dass die Ware nicht kühl gelagert wurde, damit sie an Bord länger hält. Dann benötigt man reife, mittel reife und unreife Waren. 5 Bananen sind ca 600-800g schwer, je nach Größe. Da hat man schnell 10 kg auf dem Einkaufszettel. Da ist eine ganze Bananenkiste voll. Dann kommen Tomaten, Kohl, Zucchini, Paprika, Zwiebeln, Kartoffeln, Orangen, Zitronen usw. Ich kann mir im Moment noch nicht so richtig vorstellen, wo wir das alles lagern…..🥹🤣aber das wird schon werden…..2-3 Wochen Spaghetti mit Pesto und Bohnen aus der Dose wollen wir ja auch nicht essen.

Auch die Utensilien zum Angeln müssen wir noch kaufen gehen. Frischer Fisch🎣🐠 würde den Speiseplan natürlich enorm aufpeppen.

Es ist soweit – es kann weiter gehen

Autor: Mathias

Heute ist es so weit. Alle involvierten Techniker gaben ihr Okay. Unsere PURE FUN ist wieder bereit für die weitere Reise. 

Nun der Reihe nach. Was für eine Woche war das. Auf den vorhergehenden Blogeintrag wurden uns spürbar die Daumen gedrückt. Das hat geholfen. Am Montag verzögerte sich dennoch die Fertigstellung. Das drückte spürbar auf unsere Stimmung. Wir wollten einfach wieder aufs Boot. Dennoch mussten die Arbeiten erst fertiggestellt werden. In enger Abstimmung mit  X Yachts in Dänemark und deren Lieferanten wurde die Position des Motor in der Höhe, im Winkel zur Welle wie auch dessen Abstand zur Welle verändert. 

Am Dienstag kamen morgens noch die letzten Werte für die Endmontage aus Dänemark. Wir verabschiedeten uns im BO-Hotel, mal wieder. Dieses Mal waren wir entschlossen und zuversichtlich tatsächlich wieder in unser Boot einziehen zu können. Die Einwasserung am Mittag wurde vorbereitet. Es gab beim Kran einen Termin kurz vor Feierabend.

Noch im Lift hängend wurde bei der obligatorischen Prüfung, ob das Boot dicht ist, ein Wassereintritt festgestellt. Es wurde im Motorraum eifrig geschraubt. Die Spannung stieg. Die anderen wollten heim und drückten. Es kam noch Wasser, jedoch konnte die Stelle lokalisiert werden. Es ging dennoch los. Die kurze Fahrt zum Liegeplatz erfolgte mit minimaler Geschwindigkeit und voller Anspannung. Mit der Werft vor Ort wurde bereits ein Slot für die mögliche Rückkehr vereinbart. Es ging gut. Das Leck wurde schnell geschlossen und es war Zeit für den vorgezogenen Feierabend. So war für uns Platz zum putzen, innen und außen. Der Liegeplatz war für uns ein Traum. Links die Kathedrale und vor uns wirklich große und unglaubliche schöne Segelboote.

Ruhe dafür hatten wir nur wenig. Beim Säubern des Decks zeigten sich überall Spritzer. Die gingen nicht weg,. In der Werft hatten wir vor zwei Wochen den Rumpf aussen polieren lassen und jetzt fühlte sich der Sühlrand wie feines Schleifpapier an. Auf allen Fenstern waren feine blaue Tupfer. Ich ware den Tränen nah. 

Am Mittwoch stand die Fertigstellung der Arbeiten am Motor an. Die zogen sich. Nach einem Test am Liegeplatz zeigten sich noch Aufgaben. Während dessen bat  ich die Werft vor Ort um Hilfe beim Umgang mit den blauen Punkten. Die schickten jemand um sich die Situation anzuschauen. Kurz darauf kam ein “Putztrupp“ und fing an zu reinigen. Die erste Testfahrt für den Motor wurde auf Donnerstag verschoben. Am Nachmittag hieß es, Mathias schau mal wie heiß die Lichtmaschine für die Servicebatterien wird. Die muss raus und geprüft werden – auch das noch. Also wurde die ausgebaut und mit in die Werkstatt genommen. Die Testfahrt für den Folgetag stand fest, mit oder ohne Lichtmaschine. Es war für den Folgetag mit Jesper Bank, himself, hoher Besuch angesagt. Abends kam von David, der hier alles koordinierte, die Zeitschiene für den nächsten Tag. Sobald es etwas schattiger wurde, bereiteten wir beide bis zur Dunkelheit noch Segel vor. Zu müde um selbst zu kochen, ging es noch im Clubhaus des RCNP zum Essen, lecker. 

Für Donnerstag war das Programm besonders. Um 7 Uhr kam nochmals der Putztrupp für aussen. Um 8:15 Uhr kamen drei um das Großsegel neu anzuschlagen.

Um 8:45 Uhr kam Sascha und es ging am Motor weiter.

Sascha…unser Motor Ingenieur

Um 10 Uhr war Jesper Bank an Bord. Im Hafen wurde zusammen mit David Green das Setting überprüft. Dann kam um 10:30 Uhr noch der Toprigger Rodrigo Sanz dazu. Zwei Stunden waren auf dem Wasser angesetzt und wurden intensiv genutzt. Wir hatten viel Spaß, bekamen wertvollen Input und sahen auch, dass wir beide doch viel fürs Cruising richtig und gut machen. Wir hatten kaum Zeit für Bilder oder zum Steuern.

Zum Teil musste Sascha, der für den parallel stattfindenden Testlauf des Motors verantwortlich war, ans Steuer. Es war übrigens sein erster Segeltag und für uns beide ein besonderes Erlebnis in der Bucht von Palma. Kaum zurück im Hafen ging es gleich weiter. Irgendwann war ein kurzer Mittagsschlaf notwendig. Einkaufen, Mails und Anrufe waren noch zu erledigen und Abends kamen noch Freude aus Stuttgart zu Besuch.

Ein voller, intensiver, freudvoller Tag ging zu Ende. 

Freitag, also heute, war noch mehr putzen angesagt. Außen wurde nochmals das Deck von den verbliebenen Farbresten gereinigt. Für Innen hat X Yachts jemand organisiert um nach Abschluss der Arbeiten am Motor wieder alles in Ordnung zu bringen. Vielen Dank an Victoria. Deine Hilfe hat sehr gut getan.  Der Generator konnte wieder eingebaut werden und die Arbeiten waren somit abgeschlossen. Und wir putzten, organisierten und sortierten währenddessen um. 

Heute Nachmittag bekamen wir die Freigabe von X Yachts und so ist auch dieser Fall nach fünf Wochen erledigt. Die undichte Deep Sea Seal war das Teil, an dem das Problem offensichtlich wurde. Zusätzlich zu der Stopfdichtung hatte Welle und ein Bauteil von Aquadrive einen Schaden. Gelöst wurde es mit dem Austausch dieser Bauteile und der Motorfüssen sowie einer veränderten Position des Motor. 

So sehr dieser Schaden unsere Pläne komplett durcheinander brachte, sind wir heute sehr froh dass dieser in der Hochsaison so zügig abgearbeitet wurde. Es wurde an verschiedenen Stellen sehr intensiv für dieses positive Ergebnis gearbeitet. Wir wissen inzwischen wie häufig es bei allen Werften Schäden in den ersten Monaten gibt. Sehr unterschiedlich ist, wie damit umgegangen wird. Wir wissen, dass wir in richtig guten Händen sind. Besonders bedanken wir uns hier bei Nils Jensen im XY Aftersale in Dänemark und bei David Green, der X-Yachts in Spanien vertritt. 

Für alle Nichtsegler, Jesper Bank ist mit zahlreichen WM-Titel mit unterschiedlichsten Booten wie auch zwei olympischen Goldmedaillen einer der erfolgreichsten dänischen Profi-Segler überhaupt. Er vertritt hier in Palma Elvstrom. Beim Auskranen in Palma sah er uns, unser Boot und die Elvstrom Segeln und stellte sich mir vor und fragte uns nach unserer Zufriedenheit. Alle Blogleser kennen dazu vielleicht schon das eine oder andere Erlebnis von uns mit den Segeln. Die Reklamationen, die es gab, hatten wir einvernehmlich mit Elvstrom im Februar geklärt. So war nichts mehr offen. Dennoch sprachen wir mit ihm über unsere Erlebnisse. 

Für uns ist mit der X 5.6 viel Neues in unser Leben gekommen. Da fehlten uns öfters Erfahrungen auf die wir zurückgreifen konnten. Unser beider Wunsch war schnell klar, wenn irgendwie möglich mit Jesper mal zu segeln und von ihm das Setting hier an Bord nochmals durch seinen kritischen Blick prüfen zu lassen. Dieser Wunsch wurde am Donnerstag Realität. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich bei Jesper wie auch Kraen, David und Rodrigo von X Yachts die sich dafür eingesetzt haben. Wir sehen diesen Segeltag als Geschenk und besonderen Service beider Dänischen Premiummarken an. 

Wir beide sind froh, dass es jetzt wieder weiter gehen kann. Endlich wieder segeln, baden, dösen und mal Urlaub haben.

Palma: unserer Pure Fun geht es wieder besser

Es geht uns und unserer PURE FUN wieder besser. Für die verschiedenen Nachfragen wie auch Anteilnahme danken wir. Sie steht noch auf dem Trockenen auf dem Werftgelände des Real Club Nautico in Palma und wir schlafen in wechselnden Hotels. Jetzt wird es wieder anders. Jetzt am Dienstag wird unser Zuhause vier Wochen an Land gewesen sein. In der Zeit waren wir, anstatt zwischen Mallorca, Sardinien und der Provence in ruhigen Buchten, oder ausgedehnt segeln, in Palma. Dort wohnten wir in Hotels…unser Boot war nicht bewohnbar. 🥲

Ein kurzer Blick zurück:

Am 6.6. kam unsere Lady mit einem dünnen Wasserstrahl am Deep Sea Seal / Stopfdichtung in Palma aus dem Wasser.

Ein sonniger Tag voller Überraschungen. Morgens flog Paula zurück nach Stuttgart. Mittags wurde gekrant. Es sollte ja nur die Welle mit dem Propeller etwas nach hinten geschoben werden und die Stopfdichtung ausgetauscht werden. Abends schliefen wir im Hotel. 

Alles war von X-Yachts in Dänemark und der Werftvertretung in Palma koordiniert und vorbereitet. Eine neue Keramikgummidichtung kam am Tag davor aus Dänemark. Die Werft AUDAX sagte trotz Hochsaison und Vollauslastung Kapazitäten zu. Die Lebensmittel blieben im Kühlschrank. Es wurde ein Hotel in Sichtweite des Hafens gebucht. Für die eine Nacht im Hotel wurde nur das Nötigste eingepackt. 

Jedoch kam es anders. Die Welle lies sich nicht wie erwartet nach hinten schieben. Das brachte den Zeitplan ins rutschen. Die Kapazität der Werft für die Arbeit war nach einem Tag erschöpft. Plan B war, dass die Arbeiten von der Werftvertretung fortgesetzt werden. Gesagt getan. Auch die Kapazität und das Detailwissen waren schon bald ausgereizt. Nach einer Wochen wurde Plan C konkreter. Über Unterstützung aus Dänemark wurde gesprochen. Jedoch war der Fachmann für Motor und Antrieb, der auch unser Boot kennt noch im Urlaub, in Spanien jedoch nicht auf Mallorca. Plan D war, von einen ausgebuchten Yanmar Spezialisten vor Ort kurzfristig Kapazität zu bekommen. 

Wie ich schon sagte…es ist Hochsaison bei den Werften und allen Maritimen Dienstleistern. Das sieht so aus. Wenn wir mit einer deutschen Mobilnummer einen Service anrufen, dann nimmt keiner ab. Wenn jemand mit der spanischen Nummer anruft, wird vielleicht abgenommen und wieder aufgelegt. Ruft jemand mit einer bekannten spanischen Nummer als Kunde an, bekommt der eine Antwort und vielleicht in zwei oder drei Wochen einen Termin. Nur wir wünschten uns eine schnellere Hilfe. So manches Stoßgebet wurde gesprochen, um himmlische Hilfe und Wunder gebeten. 

Hier hat sich unsere Entscheidung, den Weg nach Palma zu wagen bewährt. X-Yacht hat hier vor Ort mit David von X-Yacht Spanien jemanden mit einem tollen leistungsfähigen Netzwerk. Für uns als gestrandete Boatspeople mit einem neuen Boot aus Dänemark wurden die Prioritäten soweit es möglich war verschoben. Das sahen wir. Das schätzten wir sehr. Das mildert unsere Stimmung spürbar ab. 

Am Ende des Plan B lag die Welle ausgebaut neben dem Boot und der Motorraum war von Salzresten oberflächlich gereinigt. Jedoch zeigten sich an der Welle Riefen, deren Ursache unklar waren und die Quelle der kleinen Teilchen die sich beim Auspumpen der Motorbilge zeigten waren unbekannt. David von X-Yachts Spanien konnte Udo von Marine Engineering Palma für unser Projekt gewinnen. So konnte Plan D schneller als Plan C realisiert werden und wurde somit um 5 Tage beschleunigt.

Die Werft entschied auf Nummer sicher zu gehen und uns möglichst bald wieder mit gutem Gefühl weiter segeln zu lassen. Es wurde sehr gründlich gearbeitet. Teile dokumentiert, ausgebaut, überprüft, gesäubert, lackiert oder getauscht. Alles erfolgte in enger Abstimmung mit den Fachleuten in Dänemark. 

Vor Sascha, der für Marine Engineering arbeitet, haben wir hohen Respekt. Tagelang hat er mit guter Laune, auf dem Motor liegend schweissgebadet bei über dreißig Grad Lufttemperatur selbst noch am Samstag für unser Weiterkommen gearbeitet. Es war körperlich so anstrengend. 

Uns bot es die Möglichkeit den Propeller, die Welle, die Komponenten des Aquadrive, das Schwungrad oder auch den Startermotor in den Händen zu halten. So lernten wir mit den technischen Herausforderungen mehr Details dieses komplexen Schiffes kennen und haben andererseits die Möglichkeit ausgiebig unterschiedliche Hotelbetten in und um Palma zu testen. 😂 Im BO-Hotel mit dem leckeren Restaurant RITZI in der Altstadt oder im Can CIRERA neben der Kathedrale werden wir als Teil der Familie bei unseren wiederholten Check-In‘s begrüßt und umsorgt. Hallo Sybille, Hallo Mathias….jeder vom Personal kennt uns inzwischen und spricht uns mit Namen an. So entstand auch durch diesen ungeplanten Aufenthalt wieder ein ganz besonderer Blick auf eine touristische Metropole am Wasser.

( Sybille: als ich nach 5 Tagen aus Stuttgart zurück ins Can Cirera kam stand im Salon vor unserem Zimmer mein Geburtstagsblumenstrauss 💐auf dem Tisch, obwohl Mathias zwischendurch wieder im BO Hotel übernachtet hatte….das hat mich sehr gerührt….auch wenn er schon sehr verblüht war. So viele herzliche Menschen kamen in unser Leben durch diesen ungeplanten Aufenthalt…wir werden sie nie vergessen. So hat alles immer zwei Seiten….und wir sind dankbar dafür, dass wir nicht nur das unangenehme, sondern stehts auch das angenehme wahrgenommen haben 🥰😇)

Nun drückt uns die Daumen, dass morgen alles passt und dann der Testlauf das gewünschte Ergebnis zeigt. Hiernach wird auch klarer sein welche Verkettung zu dem Schaden an der Stopfdichtung geführt hat.

Von Ibiza nach Mallorca – Freunde treffen in Palma – Pure Fun in der Werft – Ausflug nach Sóller 31.5.-13.6.23

Gefühlt habe ich vor 4 Wochen den letzten Beitrag geschrieben, dabei waren es nur 14 Tage. Wir hatten eine schöne Zeit mit Paula und Freunden aus Stuttgart und eine bewegende Zeit auf der technischen Seite mit unserer Pure Fun.

Abendessen im Strandclub El Tiburón auf Formentera

Da wir auf Ibiza Salzwasser im Motorraum entdeckten, als Mathias den Ölstand vor der Überfahrt nach Mallorca prüfen wollte, mussten wir uns diesem Thema wohl oder übel annehmen. Nach Rücksprache mit der Werft war klar, es ist ein Check vor Ort notwendig. Nach einigen Telefonaten war ein Techniker wie auch ein Liegeplatz für die Nacht in Santa Eulalia gefunden. Zar Rees von MarinePowerIbiza war ein Glücksfall für uns. Er kam am Abend, checkte die Lage und den Wasserstand. Am kommenden Tag kam er wie verabredet mit Verstärkung und Wassersauger. Nach zwei Stunden hatten wir mit seiner Hilfe und Unterstützung aus Dänemark eine notdürftige Lösung. Der nächste freie Kran Termin wäre auf Ibiza nach drei Wochen gewesen.

Da wir unbedingt nach Mallorca wollten um unsere Freunde aus Stuttgart wiederzusehen, beschlossen wir trotz des Wassereintrittes los zu gehen. 
Unter Motor kam mehr Wasser ins Boot als unter Segel…. Leider hatten wir auf den 63nm kaum Wind. So schöpften wir abwechselnd jede Stunde 20-30 l Wasser aus dem Motorraum. Dies war jeweils nach 15 Minuten erledigt.

Nach 9 Stunden legten wir in Andratx / Mallorca an. Der Empfang war herzlich. Dennoch schluckte Mathias als die Gebühr von 210€ für die Nacht genannt wurde. Der Marinero erklärte seit heute wäre Hauptsaison und die Preise doppelt so hoch wie am Tage zuvor. Das passte zu diesem Tag. Morgens in einer reizenden Bucht vor Formentera aufwachen und abends auf einer Insel mit Wasser im Boot in der Hochsaison mit erstaunlichen Preisen ins Bett gehen.

Auf dem Foto rechts sieht man den dünnen Wasserstrahl durch die undicht gewordene Gummimuffe spritzen. Nein das Wasser kam nicht zwischen den Dichtringen sondern aus der Dichtung selbst heraus.

Tags drauf ging es weiter nach Palma zum RCNP. Einem richtigen Segelhafen mit vielen aktiven Seglern und tollen Booten.

Im Hafen des Real Club Nautico haben wir uns gleich sehr wohl gefühlt. Ein toller Sporthafen.

Am Samstag trafen wir uns mit unseren Freunden in der Markthalle zum Tapas essen. Die Atmosphäre war toll, das Essen und der Wein sehr lecker.

Am Sonntag verbrachten wir einen herrlichen Segeltag mit unseren Freunden. Wir pumpten morgens den Motorraum leer und unter Segel lief in den paar Stunden nicht soviel nach. Inzwischen benutzen wir unsere Handpumpe, damit ging es schneller, für Mathias allerdings sehr anstrengend. Die Pumpe ist in der Gästekabine unter dem Bett eingebaut und Mathias musste sich ziemlich verrenken um pumpen zu können. Wie sooft merkt man erst beim nutzen ob etwas an einem sinnvollen Ort angebracht ist. 🤷‍♀️🤨

Da nun auch über Nacht im Hafen ca 20-30 l nachliefen hofften wir auf schnelle Hilfe in der Werft in Palma. Regulär wäre der Lift am 26.6 frei gewesen. Da wir nun „Emergency“ waren kam die Pure Fun schon am Dienstag den 6.6.23 aus dem Wasser. So konnte Paula ihre letzte Nacht bei uns auf dem Boot verbringen und wir brachten unser Boot am Nachmittag zum Kran.

Immer wieder aufregend. Nun kam sie schon das 2. mal an Land. Wir organisierten uns ein Hotel für die Nacht. Das war am 6.6. Seitdem sind wir im Hotel. Da uns die erste Nacht im Hotel Cuba zu laut war wechselten wir in ein Hotel neben der Kathedrale. Das war eine gute Entscheidung. Das kleine Haus wurde sehr familiär und freundlich geführt und gefiel uns sehr gut.

Allerdings würde unser Boot erst Montag eingewassert werden, daher benötigten wir noch ein Zimmer von Freitag bis Montag. In Palma gab es für Freitag nur noch Zimmer ab 450€ aufwärts, so beschlossen wir nach Sóller zu gehen. Mathias buchte uns dort ein Zimmer im Meem Townhouse. Da hat es uns sehr gut gefallen. Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten wanderten wir nach Port Sóller und genossen ein leckeres Mittagessen an der Strandpromenade.

Am Samstag Morgen schlenderten wir noch über den Markt und fuhren dann mit dem Taxi zu unserem nächsten Hotel Ca‘s Xorc. Eine ehemalige Olivenmühle die 1999 zu einem Hotel umgebaut wurde. Mathias Bruder Chris hat hier 2002 geheiratet, daher kannte er das schöne Hotel.

Wir stellten wir unser Gepäck ab und wanderten ins Künstlerdorf Deià. Die Wanderung verlief auf einer Teilstrecke des GR221 ein bekannter Fernwanderweg von Port d‘Andratx nach Port de Pollenca. ( offiziell 13 Etappen in 8-9 Tagen machbar)


Da es sehr schwül und heiß war, waren die 14 km sehr anstrengend. Das kühle Bier und der leckere Salat in Deià gaben uns die nötige Kraft für den Heimweg. 
Später genossen wir den lauen Abend bei einem Dinner im Hotel Restaurant auf der Terrasse mit Blick in die Berge und auf das Meer. 

Zurück in Palma bekamen wir die Nachricht, dass unser Boot nicht zum Einwassern bereit ist. Am Freitag gelang es nicht die Welle zu demontieren. Am Montag wurde es erneut probiert. Nach mehreren Stunden gelang es dann doch. Fazit war….es muss jemand aus Dänemark kommen um die Reparatur fachgerecht durchzuführen. 🥲😭

Ich wusste nicht ob ich heulen oder mich ärgern soll….Mathias erging er ähnlich. Endlich ist schönes Wetter, es warten wunderschöne Buchten auf uns – segeln, ankern, baden…..

Statt dessen wieder auf Hotel suche gehen. Auf dem Boot kann man nicht sein…überall Werkzeug und Chaos…nur ein kleiner Kühlschrank, Wasser kann nicht benutzt werden, Fenster können wegen Staub und Schmutz nicht geöffnet werden. Überall wird geschliffen und gearbeitet in der Werft. Zudem ist es auch nicht sehr angenehm diese steile Leiter zum Boot hoch zu klettern.

Heute ist nun schon der 14. Juni….Hotel ist bis Freitag gebucht…

Am 22.6. ist mein Geburtstag, den ich gerne in Barcelona feiern möchte. Auch einen Hafenplatz hätten wir ab 20.6. und am Wochenende nach meinem Geburtstag würden die Jungs dazu kommen um mit mir nach zu feiern. Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, dass es doch noch klappt.

Trotz allem, versuchen wir nicht verärgert und frustriert zu sein. Denn das würde auch nichts ändern. Wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen und hoffen, dass dann endlich mal Ruhe ist und wir die nächsten Wochen freudig das Mittelmeer genießen können. Nils bei X-Yachts ist bemüht unser Boot schnellst möglich fit zu bekommen und auch David der X-Yacht Vertreter hier in Palma hilft wo er kann.