Hamilton Island Marina, 13. August 2025. Erfüllt von großer Freude genieße ich es hier mit der SV Pure Fun in der Hamilton Island Marina zu liegen. Es ist ein sehr schöner Hafen in den Whitsundays.

In den vergangen drei Wochen ging es rund 600 nm von Brisbane entlang der Küste von Queensland nach Nordosten. Es hatte sich wieder prima gefügt. Eine internationale Crew hat sich gefunden. Die drei engagierten Segler lernte ich in Brisbane kennen und sie fanden Zeit mitzukommen.
Dario ist als Delivery Skipper und als Koch tätig. Schon im April wollten wir diese Strecke zusammen segeln. Uns zauberte er mit seinen italienischen Wurzel selbst bei sehr bewegten Bedingungen sehr leckere Gerichte.


Guilly ist E-Techniker, lebt in Rivergate auf seiner SV Summerwind, ehemals SIKA 3. Hat einen Kiwi Pass blieb jedoch mit Leib und Seele Brasilianer. Seine technische Kompetenz war unterwegs immer mal wieder gefordert.


Marco, in Füssen geboren, lebt mit seiner Familie in Bulimba. Einem sehr schönen Vorort von Brisbane. Dort wird er Mitte Oktober auch wieder ein Oktoberfest für Freunde organisieren. An Bord hat er sich dadurch eingebracht, dass er sehr oft die erste Schicht übernommen und das Boot auch durch anspruchsvolle Bedingungen gesteuert hat. Als ehemaliger Leiter einer Segelschule an der Ostsee brachte er reichlich Gelassenheit mit und entlastete mich sehr.
Guilly wie auch Marco nutzten eine berufliche Pause um mal wieder richtig zu segeln. Das war tagsüber. So bald der Anker fiel wurde es lustig. Es liefen italienische Schlager zum Sonnenuntergang und brasilianische Geschichten über südamerikanische Lebensfreude. Als Studenten haben sie viel Deutsche Welle gehört. Auch wenn wir reichlich vorgesorgt hatten, wurde in Rossley Bay vorsorglich Bier und Wein nachgekauft.
Marco und Dario übernahmen oft das Steuer zur ersten Wache. Sie lieben die Sonnenaufgänge. Es gab dazu auf dieser Strecke reichlich Gelegenheiten.


Die niedrigen Temperaturen liesen mich auch die Entscheidung treffen nicht aussen um Fraser Island herum sondern nochmals innen zwischen Fraser und Festland durchzufahren. Für die Strecke über die kritische Passage half uns der Track der letzten Passage wie auch die vielfältigen digitalen Karten an Bord. Dieses Mal starteten wir nachts um 22:00 Uhr um diese Schlüsselstelle mit dem höheren Hochwasser zu passieren. Jeder hatte sein persönliches Devices mit Chart in der Hand. Verfolgte die achtsame Schiffsbewegung und glich die verschiedenen Lichter mit den Charts ab. Alle waren bei der Sache. Adrenalin lag in der Luft. Um 01:10 Uhr fiel der Anker in einer ruhigen Bucht nach dem die flachen Stellen passiert waren. Dann war es Zeit für das erste Ankerbier an diesem Tag.
Das Wetter war während dieser Passage sehr launisch. Zwischen Sydney und Brisbane hatte sich ein sehr kräftiges Tiefdruckgebiet mit Wind bis 40 kn plus gebildet. Das wirkte sich bis hier in den Nordosten mit veränderter Windrichtung und höherem Schwell aus. Ich war froh, dass wir rechtzeitig Brisbane verlassen hatten. Es gab Abschnitte zum herrlichen segeln mit Code 0, Gennaker oder auch hoch am Wind. Dann gab es auch Tage an denen uns der Motor voran brachte.






Es ist die Jahreszeit in der die Buckelwale / Humpback whale auf dieser Strecke zum gebären ihres Nachwuchses kommen und diesen auf die weite Reise zurück in die Antarktis vorbereiten. Bei den ersten paar gab es aus dem Cockpit bei einer Sichtung noch laute aufgeregte Rufe. Mit der Zeit wurden auch wir wählerischer. Faszinierend blieb bis zum Schluss wenn sie paarweise mit den Flossen aufs Wasser schlugen oder zusammen in die Luft sprangen.
Alles hat sein Ende so auch diese Reise. Ich war nach 37 Jahren und rund 21.000 nm mit dem eigenen Boot zurück in den Whitsundays. Ein Lebenstraum wurde Wirklichkeit. Für den letzten Abend suchten wir uns eine einsame geschützte Bucht wenige Meilen vor Hamilton Island aus. Es gab reichlich Grund zu feiern. Einer der Höhepunkte war als Marco, unser Allgäuer und DJ dieser Nacht, Guilly Schuhplatteln beibrachte. Der Rhythmus ging schnell in das brasilianische Blut über. Wir hatten viel Spaß. Nachts um 02:30 ging das Licht nach 11 Stunden Party aus.






Inzwischen ist wieder Ruhe auf der PURE FUN eingekehrt. Die Todo Liste ist abgearbeitet. Alles ist vorbereitet. Der Urlaub in den Whitsundays kann nun beginnen. Ich freue mich auf die Zeit hier am Great Barrier Reef.

