Moorea, Freitag 03.05.2024, 08:17 LT oder Freitag Abend 03.05.2024 ein neuer Tag beginnt. Wir liegen zwischen Riff und Moorea vor der Cooks Bay im Norden der Insel. Schon bei Sonnenaufgang hat es so zwischen 27 und 29 Grad Luft und Wassertemperatur. Eine leichte Brise kühlt während der Nacht angenehm ab. Ein erster Blick nach draussen, Frieden, Sicherheit und liebevolle Landschaft und ruhiges blaues Wasser zeigen sich. Die aufgehende Sonne lässt das üppige Grün der hoch hinausragenden Vulkanhänge noch leuchtender erscheinen. Die freilaufenden Hähne rufen ihre Hühner und antworten auf die vielfältigen Rufe ihrer Artgenossen. Das Blau des Wassers zeigt sich in einer ersten Vielfalt. Gerade vorhin kam eine Gruppe Delfine nah am Boot vorbei. Die waren am jagen dennoch ging Sybille direkt vom Bett zu ihnen um sie im Wasser möglichst nah zu erleben. Natur pur.
Seit dem letzten Eintrag sind 14 Tage vergangen. Eine war eine bereichernde Zeit voller schöner Begegnungen, bewegenden Erlebnissen, liebevoller Momente. Tahiti, der Stadthafen von Papeet war unser Zuhause auf Zeit. Städtisches Leben nach Wochen vor Anker eine willkommene Abwechslung mit geselligem Essen im Gorbi, Vini Vini oder doch zu Gast bei den Drei Brüdern in der Lokalbrauerei oder in der Baroof zum Essen und Feiern. Livemusik zum Bier oder DJ’s die uns während des Dinners schon eingroovten um dann bis 01:00 unter freiem Himmel auf dem Dach zu tanzen. Alles bei den drei Brüdern im Haus. Oben wie unten feierten alle zusammen. Alle heißt, jung und alt, Touristen, Expads wie auch Locals, Flipflop- Birkisträger wie auch gestylte, dicke und dünne, Mitsegler der WARC wie auch Crews von Kreuzfahrtschiffen sowie Männer, Frauen und Männer die als Frauen erzogen wurden. Ja das ist hier auf den Gesellschaftsinseln noch üblich. Das ist rein beschreibend gemeint. Es ist einfach faszinierend wenn stark übergewichtige Frauen aufstehen und zum Rhythmus der Liveband überaus flexibel und anmutig ihre Kilos und Hüften schwingen. Wir saßen und standen nur staunend daneben und klatschten Beifall. Manche von uns gingen noch weiter andere lieber ins Bett. Am Morgen danach gab es reichlich viel zu erzählen und so manchen Kater zu pflegen. Das war unser Tahiti.
Außerhalb der Stadt gab es reichlich viel auf der Ringstraße mit dem Mietwagen zu entdecken. Sybilles Apartment lag im Südwesten der Insel. Von dort erkundeten wir die Küsten bis ganz in den Süden wo die Straße in TAIARAPU endet. Der Ort wird noch fleißig für die Olympischen Spiele vorbereitet. Die Tribüne für die Schiedsrichter der Surfwettbewerbe steht schon sehr präsent mitten im Riff. Auf der Ringstraße stoppten wir im Jardin de eau und die Neugierde führte uns einen Weg hoch über die Küste durch einen bezaubernden lichten Mischwald mit Laub- und Nadelbäumen, Farnen und anderen vielfältigen Stauden. So ein zweistündiger Spaziergang mit ein paar hundert Höhenmetern ist eine willkommene Abwechslung zu dem vielen Wasser und intensiven Stadtleben.
Die Straße durch das Inselinnere ist den 4×4 ( Allrad Autos) und so den Guides und Einheimischen vorbehalten. An Stuarts vorletztem Tag unternahmen wir beide mit TE MANA TAHITI TOURS eine Exkursion durch die Insel. Morgens erfuhren wir, dass seit dem Vortag die Straße durch einen Erdrutsch blockiert war. So nahmen wir nur ein Stück des Weges und unser einheimischer Guide brachte uns Mana, der Energie der Insel bzw. dem einen oder anderen Kultplatz näher. Es war eine bereichernde wie auch empfehlenswerte „Reise“ in eine andere Welt.
Stuart kehrte dann nach einer herrlichen gemeinsamen Zeit nach Cowes, England, zurück und Miguel, der dritte meiner Männercrew, sprang kurzfristig bei einer Überführung von dem Gambier Insel nach Tahiti ein. So segeln Sybille und ich unsere Pure Fun von Tahiti nach Bora Bora durch die Gesellschaftsinseln.
Mit einem weinenden wie auch einem lachenden Augen legten wir am letzten Montag in Papeete ab. Tahiti hat uns am Ende wirklich gut gefallen. Lust wie auch Zeitplan zogen uns weiter nach Moorea.
Hier verbrachte Sybille schon einige Zeit und kannte dadurch besonders schöne Plätze. Während ihrer Zeit hier auf Moorea erlebte sie bei einer Schnorcheltour ( Mermaid private Boat Tours) faszinierende Begegnungen mit Rochen. Die waren gestern unser Ziel. Als die Idee im Raum stand mit dem Dinghi 10 Meilen der Küste entlangzufahren um zu den beiden kleinen vorgelagerten Inseln im Nordwesten zu kommen wurden wir beide etwas unruhig. Noch nie waren wir mit dem Dinghi soweit von unserer Pure Fun weg. Wie weit kommen wir eigentlich mit unserem 12 Litertank? Wir uns und hatten keine Ahnung. Abenteuer.
Frei nach Pippi Langstrumpf. Wieso solle ich vor etwas Angst haben wenn ich noch nie gemacht habe.
Also entschieden wir uns dieses Abenteuer anzugehen. Tank voll. Trinken, Schnorchelsachen, Handtuch, Ersatzkleidung und Funkgerät eingepackt. Caps von Musto und der PERFECT DAY II auf dem Kopf. Herzlichen Dank an der Stelle für die schützenden Mitgaben an Ines und Heiko sowie Musto Deutschland. So reist Ihr mit. Kurzer Abschied bei der FATJAX damit sie informiert sind wo wir sind. So wussten wir im Notfall bekommen wir Hilfe. Unser kleines Beiboot mit seinen 2,8m und dem 9,9 PS Viertackter legte los. Im Sauseschritt ging es über die Wellen entlang der Küste. Die Cook Bay war schnell gequert. Die Beachvillas des Hilton umschifft und dann ging es durch ein Labyrinth von Korallenstöcken. Zum Glück wußte Sybille durch ihren Landurlaub schon Bescheid. Es ging immer der Wand / Stangen entlang. So waren nur noch die mit Stangen markierte Route durch die Korallen zu finden. Auf der Strecke sahen wir eine Gruppe von Delfinen. Schon so oft haben wir diese reizende Geschöpfe auf unserer Reise gesehen und jedes Mal sind wir berührt. Nach einer Pause bei ihnen ging es weiter. Der nächste Stopp war vor Matu Tioharu. Türkisfarbenes Wasser, 1,5 meter tief, weißer Sand als Hintergrund für die Rochen, Haie und weitere Fische. So faszinierend. Anker des Tender runter, Schnorchel und Flossen an und ab ins Wasser. Sybille hatte nicht zu viel versprochen, einfach nur schön. Danach wurden noch Fische im Korallengarten mit der mitgebrachten Papaya gefüttert. Es kamen viele bunte kleine Fische aus den Korallen und sie knabberten uns aus der Hand. Wir staunten und freuten uns.
Irgendwann ging es mit reichlich Speed gegen die vom Wind etwas lebendigere See nach Hause. Die Gischt flog uns oft entgegen. Bei 30 Grad ist das eine willkommene Abkühlung. Nach 45 Minuten waren wir bei unserer Pure Fun. Es war ein tolles Abenteuer. Erfüllt liesen wir mit der Crew der Fatjax den Tag bei einem Sundowner ausklingen. A perfect Day 😉 in paradisischer Umgebung.
Und heute genießen wir das Boot, die Vielfalt der Blautöne und bereiten uns auf die Weiterfahrt Richtung Bora Bora vor.
Zwei Brote sind im Ofen und der Papaya Crumble geht im Anschluss in den Ofen. Denn Axel ind Lisbeth von der Solaris wird zum Cafe an Bord kommen. 😋