Sybille:
Heute wird meine Mama 72 Jahre alt. Da ich diesen Blog vor allem wegen meinen Eltern und den Kindern begonnen habe und meine Mama unsere treueste Blogleserin ist, möchte ich sie heute zu ihrem Geburtstag mit einem neuen Blogbeitrag überraschen.
In meiner Fantasie stelle ich mir vor, wie sie diesen Beitrag, mit der ersten Tasse Kaffee in der Hand findet und sich freut.
Letzten Sonntag bin ich von einer Mutter-Kind Woche 🥰 mit Nico in Singapur zurück aufs Boot gekommen. Das waren schöne Tage. Meine Kinder so selten zu sehen ist sehr schwer für mich. 🥲Ich werde es überleben und es werden auch wieder andere Zeiten kommen.
Mathias hat solange unser Boot gehütet, Savusavu und die Marina Nawi erkundet und viele nette Bekanntschaften gemacht. Zusammen segelten wir anschließend die Südküste von der zweit größten Fiji Insel entlang. Ihr Name ist: Vanua Levu


Marina Nawi bei Savusavu















Wir ankerten 3 Nächte in einer geschützten Bucht beim Remote Resort. Da ich mir eine Erkältung eingefangen habe hütete ich das Bett, während Mathias das Resort erkundete. Das Wetter ist gerade sehr wechselhaft. Wie deutsches Aprilwetter, nur ohne Schnee und Graupelschauer und wärmer. Es ist meist bewölkt, windig, die Sonne zeigt sich selten und es regnet ständig. Wenn auch nur sehr kurz. Baden waren wir schon eine Weile nicht mehr.


Was dennoch sehr schön ist, ist die Zeit der Ruhe. Wir lesen Bücher, kochen, essen, schlafen und planen die weitere Reise. Endlich Urlaub auf der Pure Fun. Wir genießen das „faul“ sein in vollen Zügen. Darum gab es auch keine Blog Einträge.
Gestern sind wir nach Tavenui Island weitergezogen. Diese Insel liegt südöstlich von Vanua Levi. Zuerst steuerten wir Somosomo an, im Reiseführer war es sehr verlockend beschrieben. Uns hat es nicht gefallen. So fuhren wir weiter nach Matei am oberen Ende der Insel. Inzwischen regnete es heftig, der Wind kam nicht aus der vorhergesagten Richtung, dafür mit Böen bis 30Kn von vornre. Das war überhaupt nicht lustig. Wir hatten kaum Sicht und das ist in den Gebieten mit den vielen Riffen sehr unangenehm. Ich dazu noch nicht wieder richtig gesund. Half alles nichts. Wir mussten durch und einen geschützten Ankerplatz für die Nacht finden. Wir entschieden uns aufgrund der Bedingungen für die Insel Qamea. Dort ankerten wir auf 10 Meter Tiefe. Es lagen noch zwei weitere Boote in dieser Bucht. Das Wetter veränderte sich nicht. Regenschauer, wechselhafter, böiger Wind und zwischendurch kurze Sonnenphasen. Leider schrappte unsere Ankerkette in der Nacht immer wieder recht laut. Das ist nicht nur unangenehm laut in der Nacht, sondern auch unangenehm weil man Sorge hat, dass die Ankerkette etwas kaputt macht.
So machten wir uns am Morgen wieder auf den Weg nach einem neuen besseren Ankerplatz. Da sich am Morgen die Sonne etwas länger zeigte, sahen wir die wunderschöne Farbe des Wassers und die Korallenstöcke am Grund. Wie gerne wäre ich schnorcheln gegangen. Zum einen bin ich noch zu stark erkältet und zum Anderen wollten wir einen ruhiger Ankerplatz finden. Es drehte uns wild im Kreis und es stand ein unangenehmer Schwell in die Bucht.
Am Nachmittag kamen wir im Süden der Insel Qamea an. Das Wetter ist unverändert. Wir ankerten hier auf 20 Meter Tiefe. Der Anker hat direkt gut gehalten und wir blicken auf einen sehr schönen Strand mit Kokospalmen. Auch 2-3 größere Häuser können wir sehen. Könnte eine Schule oder Kirche sein. Hoffentlich ist das Wetter morgen so, dass wir an Land gehen können um die Gegend zu erkunden. Auch einen Funkmasten können wir sehen.So haben wir seit Tagen mal wieder ordentliches Internet. Das erleichtert Mathias Arbeit mit den Karten updates. Auch das Blogschreiben natürlich.


Kulinarisch sind wir damit beschäftigt unsere Vorräte aufzuessen. Nach Australien darf man mit dem Boot nicht sehr viel einführen, keinen Reis zum Beispiel. 😩Davon haben wir noch einige Kilo. Aber gut ist es, es rechtzeitig zu wissen. So folgen den Bananen Zeiten nun eben Reis Zeiten. 🤣Milchreis zum Frühstück, Gemüse Curry mit Reis zum Mittagessen, Reissalat zum Abendessen. 😱Nein so schlimm wird es nicht werden. Denn ich habe da noch einen Plan B. An Dorfbewohner verschenken. Denn Reis und Hülsenfrüchte müssen sie zukaufen und da viele nicht so viel Geld haben freuen sie sich bestimmt. Ich freue mich im Tausch dafür über Koksnüsse oder Papaya. Da ich meine Weizenkörner auch noch verarbeiten muss, wird es wenigstens zum Frühstück leckeres Vollkornbrot geben. Mit dem letzten Glas Quittengelee aus der Heimat ein Genuss. Ja, kulinarisch vermissen wir inzwischen schon so manches aus der Heimat. Käse zum Beispiel. Maultaschen, Käsespätzle, Schwarzwälder Kirschtorte, deutsches Bier. In Singapur war ich jeden Abend mit Nico in einem Paulanerbräu 🍻. Ich sags euch, das war himmlisch. An einem Abend habe ich mich getraut den Obatzda mit Pretzel ( so stand es in der Karte) zu bestellen. Ein asiatisch aussehender Kellner in rot-weiß kariertem Hemd und Lederhose brachte ihn. Und zu meiner Überraschung war es wirklich gut. Die Bretzel 🥨war klar nicht ganz perfekt, aber nach so langer Zeit ohne war ich nachsichtig und dankbar für die, die ich bekam. Das Heimatgefühl, das ich durch das deutschen Gasthaus spürte, tat sehr gut. Noch dazu mit Sohn Nico. 🥰
Zurück zum Boot. Technisch sind wir seit einiger Zeit ohne Generator unterwegs. Unserer wurde ausgebaut, geprüft und getestet. Nun bekommen einen Neuen geschickt. Wer mehr über die technischen Hintergründer wissen möchte, darf sich an Mathias wenden. Er ist seit einiger Zeit damit beschäftigt den Transport und Zoll zu organisieren. Wir laden unsere Batterien momentan mit dem Motor. Der Wassermacher läuft prima und auch alles andere funktioniert gerade recht gut. Sehr angenehm.
So plätschern die Tage vor sich hin. Wann, mit wem und über welche Route wir Fiji verlassen wissen wir noch nicht. Wir sind am planen. Entschieden ist nun, dass es nach Brisbane geht. Nicht nach Neuseeland. Und wenn das Wetter hier so bleibt gehen wir sicher früher als später und segeln dann lieber in den White Sundays. Darauf freut sich Mathias seit Jahrzehnten und ich bin sehr neugierig wie es mir gefallen wird.
Wir wünschen meiner Mama heute einen wunderschönen Geburtstag mit Familie und Freunden und allen anderen lieben Lesern einen wunderschönen Sonntag.
Nachtrag zu unserem Besuch der wunderschönen Yasawa Inseln. Traumhaft schön war es dort, auch das Wetter. ( leider schwächelt die Internetverbindung. Die tollen Bilder muss ich bei besserem Internet hochladen)
