Zurück in Australien, schlechte Stimmung mit X-Yachts und Crew is wanted

Sydney, 13. Juli 2025. Seit wenigen Tagen bin ich zurück in Australien. Beim Besuch bei Matt im Norden von Sydney sah ich neben dem Hunter Valley auch schon die ersten Wale aus der Ferne.

Dieses Wochenende verbringe ich in Sydney, alleine so wie es vor 37 Jahren bei meinem ersten Besuch auch war. Im Unterschied zu damals kann ich mir heute ein Hotel neben der Oper leisten. Damals als Student saß ich auf der anderen Seite der Harbour Bridge in einem Backpacker Hostel mit mehreren zusammen in einem Zimmer und träumte davon mal auf der Seite der Oper Urlaub machen zu können. Nun bin ich zurück und erkunde THE ROCK und Manly Beach.

Die Ferien in Deutschland wurden länger und länger. Es war herrlich zu Hause mal wieder Zeit mit Familie und lieben Freunden zu haben. Und Deutschland ist für mich in dieser Zeit des Jahres so wunderschön.

Hier in Australien wurde während den drei Monaten die Pure Fun für die nächsten Reisen fit gemacht. Morgen werden die letzten Arbeiten im Trockendock abgeschlossen. Dann geht es endlich wieder zurück ins Wasser.

Es war mehr zu tun als gedacht und es zögerte sich hin. Mit ein Grund, für den schleppenden Verlauf der Arbeiten liegt in Dänemark. Die X 5.6 ist ein herrliches Schiff.

ABER der Service von X-Yachts wird immer schlechter. Der aufmerksame Leser erlebte so manche technische Herausforderung an dem neuen Boot mit. Jetzt nach drei Jahren sind auch alle Punkte meiner Mangelliste abgearbeitet.

Zum Anfang war die Werft bemüht die unerwartet vielen Probleme bei der Qualität zu beheben. Derzeit werden meine Mails mal wieder nicht bearbeitet. Anfragen bleiben unbeantwortet und technische Probleme sind direkt mit den Lieferanten oder weil die Werft nicht weiterkommt mit Gutachtern zu klären.

Ich wurde schon oft gefragt, ob ich mir das Boot wieder kaufen würde. JA das Boot ist super! Würde ich mir wieder eine neue X-Yachts kaufen? Bei der derzeitigen Geschäftspolitik NEIN.

Wie und mit wem wird es nun weitergehen ist die große spannende Frage. Ich weiß es noch nicht. Klar ist in zwei Wochen heißt es „Leinen los“ und es geht nach Norden zu den Whitsundays.

In der Hamilton Island Marina ist der Liegeplatz bestätigt. Damals, Anfang April 1988, war ich als Kojenmieter für ein paar Stunden auf dieser herrlichen Ferieninsel. Es reichte für einen Drink im Pool. Jetzt habe ich mehr Zeit und möchte dieses Archipel genießen.

Wie es danach weitergehen wird ist noch sehr wage. Wahrscheinlich ist es, dass mich nach ein paar Wochen im Great Barrier Reef der Süden nochmals rufen wird. Ob es bis nach Sydney, Tasmanien oder gar Neuseeland gehen wird, wird sich zeigen. Neben meinen eigenen Ideen hängt es auch von den Personen ab die mitreisen werden.

Ja Mitreisende sind gesucht. Je nach dem wie sich die Crew zusammensetzen wird, werden die Reiseziele ausgewählt. Unter den Lesern sind auch viele Segler. Ihr seid herzlich eingeladen ein Stück des Weges mitzureisen. Da werden auch Abschnitte dabei sein für die weniger Segelerfahrung notwendig sein wird. Nur zu, meldet Euch. Kommt auf mich zu und dann sehen wir wo es passt.

Urlaubsfeeling auf der PURE FUN

Es geht uns echt gut hier in der Marina Rubicon. Warum sind wir eigentlich noch hier? Ach ja, Hafengebühren waren für 4 Wochen günstiger, Mathias ist ja Schwabe….es ist schön hier und wir warten noch auf Ersatzsegel. Normale Lieferungen sind hier sehr viel aufwendiger. Die Kanaren sind spanisch, aus steuerlicher Sicht jedoch auch etwas ganz besonderes. So geht hier jede Lieferung aus der EU durch den Zoll auf den Kanaren. Die Dauer ist schwer absehbar.

Wir verbringen unsere Zeit mit schlafen, lange frühstücken, etwas Yoga oder Streching und für ein paar Stunden segeln mit anschließendem Baden in der Papagayo Bucht, abends wieder rein in den Hafen mit essen an Bord oder in einer der umliegenden Hafenrestaurants. Richtig gechilltes Urlaubsfeeling.

Am Sonntag den 8.1.23 segelten wir zwischen Lanzarote und Fuerteventura hin und her um die Boote des RORC Transatlantik Race ganz nah erleben zu können.

Heute am 17.1.23 sind die ersten Monohulls schon angekommen, das deutsche Boot Black Pearl mit Stefan Jentzsch kurz vor dem Ankommen. Von außen betrachtet fühlt sich das sehr schnell an.

Natürlich hatten wir auch weiterhin fleißige Helfer an Bord. Manuel unser sympathischer und kompetenter Segelmacher von LANZAROTE SAILS, der eigentlich nie Zeit hat und uns dennoch immer wieder hilft. Auch am Anker benötigten wir nochmal einen Fachmann sowie einen Sensor, das uns von unserem Besuch aus Deutschland mitgebracht wurde. Da das mit dem Postweg hierher sehr langwierig ist, hatten unsere Freunde viele Kilo Gepäck für uns dabei, unsere neuen 230 cm langen Segellatten für die Genua, die anderen hängen noch bei der Abfertigung, wie auch neuen Hochland Kaffee.

Seit letzten Freitag sind Anna und Hanno aus Stuttgart an Bord. Sie wären jetzt, wäre alles nach Plan gelaufen mit uns und Evelyn auf dem Atlantik unterwegs. Die ARC ging letzten Sonntag los, ohne uns. Den Start so aus der Ferne zu erleben war schon nochmal sehr traurig….aber so ist es nunmal.

So genießen wir nun eine gemeinsame Woche hier auf Lanzarote. Gestern hatten wir die Idee 35 nm nach La Graciosa hoch zu segeln, dort über Nacht zu Ankern um am nächsten Tag zurück zu segeln. Da zuvor noch Segellatten gekürzt und in die bereits angeschlagene Genua eingebracht werden mussten, legten wir erst um 13:30 Uhr in der Marina ab. Das war natürlich reichlich spät für diesen Törn.

Auf dem Törn nach La Graciosa hatten wir einen schönen Upwind Kurs mit ca. 20 Kn Wind uns 1-3m Welle. Schönes aktives segeln.

Mir war, da nichts mehr gewöhnt, wie so oft etwas flau im Magen. Das kenne ich schon, dauert ein paar Stunden, dann ist es vorbei. Also beschloss ich mich unten etwas aufs Ohr zu legen. Während dessen dreht der Wind zu unseren Ungunsten und wurde schwächer. So wurde die errechnete Ankunftszeit immer später und am Nachmittag entschieden wir den herrlichen Wind zu nutzen um mit vollen Segeln zügig vor dem Wind in die Marina zurückzukommen. So segelten wir entspannt mit 9 kt Speed vor dem Wind. Es machte so viel Spaß in dem leichten Wind, bei angenehmen 25 Grad die Gischt am Bug fliegen zu sehen und mit den Wellen zu segeln. Abends am vertrauten Liegeplatz angekommen wurde mit Cerveza und Wermut mit Orange und Eis auf den schönen Segeltag angestoßen.

Happy New Year 2023 und Glücks Besuch

Wir wünschen Euch Allen ein gesundes und glückliches neues Jahr. Wir haben das neue Jahr heute damit begonnen, das erste Mal in einer schönen Bucht vor den Papagayo Stränden den Anker fallen zu lassen, die Badeplattform herab zu lassen und zu Baden. Bei herrlichem Sonnenschein, ca. 25 °C und angenehm erfrischender Wassertemperatur von 23,7 Grad. Herrlich! Gestern Abend gab es ein tolles Feuerwerk in der Marina Rubicon.

Am Nachmittag gab es Ofenschlupfer mit einem Glas Champagner. Ein Leben wie „Gott in Frankreich oder Gott im Schwobaländle“. Davor gab es der Gesundheit wegen gedünstetes Gemüse….war auch lecker.

Um 17:30 Uhr hieß es Anker auf und zurück in die Marina. Sehr angenehm, einen Platz zu haben zu dem man sicher zurück kann.

Vor zwei Tagen hatten wir Glücks`schen Besuch aus unserem heimatlichen Freundeskreis.

Juri mein Patenkind mit seinem Papa Marco

Marco ist der Mann meiner besten Freundin Petra aus meiner Heimat Schwäbisch Hall. Juri feierte kürzlich seinen 18 Geburtstag und genoss das Geschenk seiner Eltern. Surfen mit Papa auf Fuerteventura und das erste Mal segeln mit der Patentante. Mama Petra ist daheim geblieben um unseren neuen Erdenbürgern das Ankommen auf Planet Erde mit Unterstützung der Weltbesten Hebamme so angenehm wie möglich zu gestalten. Ich weiß wovon ich rede…bei meinen Geburten war sie schon super und heute hat sie 24 Jahre mehr Berufserfahrung und jede Menge wunderbare Methoden dazu gelernt.

Bei mäßigem Wind mit 9 Knoten und so gut wie keiner Welle, hatten wir eine sehr gemütliche Überfahrt von Fuerteventura nach Lanzarote mit Code Zero und Groß. Es reichte für 7 kt Fahrt. Endlich mal wieder segeln.

Am nächsten Morgen brachten wir die Beiden zum Fähranleger und sie fuhren zurück zum Surfen nach Fuerteventura. Auf dem Heimweg entdeckten wir im Fährhafen ein tolles Fischgeschäft. Dort kauften wir unser Silvester Menü.

Sehr netter Laden mit humorvollen kompetenten Mitarbeiter. An der Kasse stand ein großes Glas für Trinkgeld. Wenn etwas hinein geworfen wurde hat die Dame an der Kasse mit einer Glocke geläutet und alle Mitarbeiter haben sich lautstark singend bedankt. Das war so schön, dass jeder Trinkgeld einwarf. Spaßiger Einkauf.

Letzte Tage kam noch die erste Lieferung aus Dänemark an. Jetzt geht die Heizung und der Wassermacher wieder wunderbar. Um sicher und mit gutem Gefühl weiter zu kommen stehen noch die Lieferung der Sturmsegel, Segellatten und kleinerer Ersatzteile aus Dänemark aus. Dann kann es weitergehen. Klar ist, wir werden nun mit ganz viel Ruhe die Kanaren samt Nachbarinseln erkunden. Die Karibik steht erst für den nächsten Herbst an.

Für uns hat sich mit den zurückgelegten Strecken wie auch mit der größeren PURE FUN unser Umgang mit Entfernungen verändert. Mit der X 4.6 in Griechenland waren 100 nm viel. Heute sagen wir, ach nach La Palma sind es ja nur 220 nm oder nach Madeira auch nur 260 nm also 1,5 Tage segeln. Zu den Kap Verden wären es dann schon 3 bis 4 Tage je nach Wind. Also alles gut zu zweit oder auch mit Verstärkung zu machen. Mal sehen wohin hin uns die Neugierde und der Wind hinbringen wird.

2. Advent in Lagos

Am Donnerstag sind wir gegen 11:30 Uhr mit dem Ziel Sines in Cascais losgesegelt. Wir hatten 10-15 Kn Wind, 60-80° Windeinfallwinkel. So beschlossen wir den Code ZERO zu setzten. Wir segelten mit 9-10 Kn Geschwindigkeit unserem Ziel entgegen. Das hat Freude gemacht. Gegen 15:00 Uhr wären wir in Sines angekommen. Da das Segeln sehr viel Spaß gemacht und die Vorhersage gemeldet hatte, dass der Wind um ca. 18:30 Uhr einschlafen wird beschlossen wir die letzten Stunden Wind auszunutzen und direkt nach Lagos weiter zu segeln.

Der Wind schlief tatsächlich pünktlich nach Sonnenuntergang ein und wir mussten den Motor einschalten. Wir genossen auf dem Verdeck sitzend diesen wunderschönen Sonnenuntergang. Das sind unglaublich schöne Momente. Am 2. Dezember in Portugal zu Segeln und diese besondere Stimmung miterleben zu dürfen.

Da wir uns im Orca Angriffgebiet befanden wollten wir dieses so zügig wie möglich passieren. Unsere Ankunftszeit in Lagos wird ca. 1:30 Uhr sein. Ich versuchte zwischen 19-21 Uhr und zwischen 0:30-2:30 Uhr zu Schlafen. Dazwischen übernahm ich die Wache. Ab 2:30 Uhr waren wir gemeinsam an Deck. Die Einfahrt in den engen Kanal, mit der stark beleuchteten Palmen Allee am linken Kanalrand bei Niedrigwasser, erforderte zu dieser Uhrzeit volle Konzentration. Nach dem Dunkel auf See blenden die hellen Lichter sehr. Ich stand am Bug und hielt Ausschau, Mathias orientierte sich zusätzlich mit Hilfe der Navionics Karte auf dem Plotter. So kamen wir gut am Anlegepier vor der Klappbrücke an. Nachts ist die Einfahrt in den Hafen nicht möglich, da die Brücke erst ab 9:00 Uhr geöffnet wird. Wir machten fest, tranken noch einen „Anleger“, in diesem Fall ein San Miguel und legten uns schlafen. Ich erwachte bei blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein um 10 Uhr. Da hatte Mathias schon wieder alles mögliche organisiert und in die Wege geleitet und schwatze mit Martin, dem Schweizer Katamaransegler unter Australischer Flagge. Wir brauchten einen Rigger, da uns am Vortag unsere Genuaschot oben am Mast riss und auf’s Deck fiel. Das passierte bei 15Kn TWS als wir das Code ZERO gegen die Genua auf der Selbstwendeanlage tauschen wollten. Schon mittags war ein Rigger an Bord und stieg in den Mast. Oben in 22 Metern Höhe lachte er. Denn er war total überrascht, dass in dem „Fallenkasten“ ein Rolle gebrochen war. Das hätte er bei unserem Boot nicht erwartet. Wir auch nicht.

Lagos Marina

In einem online Reiseführer über Lagos las ich, dass in der Stadt die Skulpturen der Entdecken von Früher zu sehen wären und im Hafen links am Pier, die Entdecker von heute. Da ist was dran. Ganz vorne seht ihr unsere Pure Fun und beinahe alle Boote dahinter haben das selbe Ziel wie wir. Zuerst die Kanaren und dann die Karibik.

Ich nutzte den Tag um Wäsche zu waschen, das Boot zu putzen und aus den Vorräten die verarbeitet werden mussten etwas leckeres zu Kochen. Das leckere Dinkel Vollkornmehl aus England sollte natürlich auch nicht verderben und so beschloss ich Rosinenbrötchen zu backen. Wieder verließen wir am Tag nach einer durchgesegelten Nacht das Boot nur um anfallende Arbeiten zu erledigen. Vielleicht liegt es daran, dass uns nach diesem Naturerlebnis eine Stadt, der Trubel und die vielen Menschen und Eindrücke zu viel sind. Langsames Ankommen….in der Zivilisation. Nach der Biskaya war es auch so. Da haben wir alle Fünf das Boot geputzt, aufgeräumt und an Bord gegessen.

Erst am Samstag Morgen gingen wir los um Lagos zu erkunden und auf dem Bauernmarkt frisches Obst und Gemüse einzukaufen. Hier verkaufen die Bauern ihre Erzeugnisse. Das lieben wir sehr, denn nirgends sonst bekommt man eine bessere Qualität. Jeder verkauft was er hat. Selbstgebackenen Kuchen, Marmelade, Honig, Kekse, Oliven, Obst, Gemüse. Ich habe einige deutsche Stimmen um mich herum gehört, die ebenfalls hier ihren wöchentlichen Einkauf erledigt haben.

Lagos, Bauernmarkt

Nachdem wir den Einkauf an Bord gebracht hatten schlenderten wir Richtung Zentrum. Unser erster Eindruck gefiel uns. Ich sah einen Bioladen, juhu, und kurze Zeit später eine Drogerie mit WELEDA Produkten. Da mussten wir natürlich unsere Vorräte aufstocken. Kurze Zeit später kamen wir an einem italienischen Restaurant vorbei, das so toll aussah, dass wir beschlossen die Stadterkundung nach einem Mittagessen fortzusetzen. Es begann sowieso gerade zu regnen. Ich weiß nicht, wann ich das letztem so leckere Pasta gegessen habe. Vom Ambiente ganz zu schweigen. Neben uns saßen zwei sehr sympathische Frauen und es entstand ein sehr interessantGespräch. Einen Amerikanerin die seit ein paar Monaten lieber in Lagos lebt, da ihr die Situation in den USA nicht mehr gefiel und eine in England geborene Frau mit portugiesischen Wurzeln die in England, Neuseeland und Afrika gelebt hat und nun mit ihren Eltern nach Portugal zurück gekehrt ist. Es war ein sehr bereicherndes Gespräch und es ist immer wieder schön zu sehen, dass man überall auf der Welt Gleichgesinnte finden kann. In Portugal lassen sich seit Corona Menschen aus aller Welt nieder um sich ein neues Leben in einer noch „heilen“ Welt aufzubauen. In Frieden leben umgeben von wunderbarer Natur. So wie es scheint kann man das hier finden.

Das Restaurant heißt La Pasta Bio Italiana und wird von einer Familie aus Apulien geführt. http://www.pomolagos.com, ihre Homepage ist auch sehenswert. Nach der reichhaltigen Pasta brauchten wir einen Mittagsschlaf. Anschließend brachen wir zu einem Strandspaziergang auf, da direkt hier am Hafen der lange Sandstrand beginnt. Das war wunderschön. Wir hatten den Strand ganz für uns.

Lagos, Strandspaziergang bei Dämmerung

Auf dem Heimweg entdeckten wir ein sehr hübsches Strandrestaurant. Da wir immer noch so satt von der reichhaltigen Pasta waren beschlossen wir das Essen dort auf Sonntag zu verschieben. Im Hafen blieben wir dann doch noch in einem englischen Pub hängen, tranken Guiness und schauten Das Fußballspiel Argentinien gegen Australien an. In dem Pup waren 8 Bildschirme. Wir waren anschließend so aufgedreht, dass wir noch bis 24 Uhr Rummycub spielen mussten um müde zu werden. Auf einem Bildschirm war die WM zu sehen, auf einem anderen Golf, auf dem nächsten Frauenfußball. Dazwischen Werbung. Gefühlt haben unsere Augen alle drei Bildschirme gleichzeitig wahrgenommen…..da muss man ja hyperaktiv werden. Aber schön war’s! Und….beim Rummycub ging es 3:2 für mich aus! Geht doch…..!

Haben wir schon erzählt, dass wir morgen Gäste aus Deutschland bekommen. Wir freuen uns sehr drei Bundesligasegler:innen vom WYC aus Friedrichshafen an Bord willkommen zu heißen. Auf der Reise zu den Kanaren werden wir unsere Erfahrungen austauschen und erweitern. Danke Evelyn, dass du da mitgeholfen hast. Auf diese gemeinsam Zeit freuen wir uns sehr. Jetzt brauchen wir nur noch das passende Wetterfenster….im Moment braut sich da draußen etwas zusammen was uns nicht gefällt. Wir hoffen, dass es sich auflöst und wir bald los können. Drückt uns die Daumen.

Streifzüge durch Cascais und Stand der Technik

Während Mitarbeiter der Yanmar Vertretung unserem Motor neue Füße verpassten, machten wir uns auf den Weg die große Welle zu betrachten, die es seit gestern Nacht ganz in der Nähe geben sollte. Im Hafen schwankte und schaukelte es auch beachtlich letzte Nacht. Da die neue Pumpe für unsere Heizung erst Montag ankommen wird muss dieses Wochenende mehr gekuschelt werden, damit es warm wird.

Ein Foto für die Technik Liebhaber……ansonsten ist der heutige Beitrag eher Kultur orientiert.

Es ist sehr eng im Motorraum und nicht ganz einfach den schweren Motor punktuell anzuheben um ihm neue stabilere Füße zu montieren, damit er ruhiger wird und das „scheppern“ aufhört. ( mir fällt leider nur dieser schwäbische Ausdruck ein, er beschreibt es tatsächlich auch am Besten).

Ich freue mich, dass ich meinen Mann mal vom Boot bekomme um mit mir Sightseeing zu machen, denn für gewöhnlich beaufsichtigt er lieber die Arbeiten an Bord. Die Erfahrung zeigte, dass dies durchaus sinnvoll ist, daher will ich mich auch nicht beschweren, sondern mich freuen, dass es heute einmal anders ist. Auf dem Weg zum Tor am Ende unseres Steges ruft uns einer der Hafenmeister etwas zu….“Security, Security,….!“, wir sollten bleiben wo wir sind, ein Dinghy würde uns abholen, dies sei eine Übung, alle Personen im Hafen zu evakuieren. Aha….na, dann! Da kam das Dinghy schon angefahren, mit an Bord, Steen, der X-Yacht Mitarbeiter, ihn haben sie bereits „abgeborgen“. Wir waren froh, dass sie die 3 Yanmar Mitarbeiter unter Deck nicht gefunden haben, so dass diese wenigstens weiterarbeiten konnten. Wir wurden zum anderen Ende des Hafens gefahren. Dort durften wir an Land. In einer Stunde durften wir zurück an Bord. Steen blieb nichts anderes übrig als einen Cafe zu trinken, wir machten uns auf den Weg die „Wellen“ zu begutachten.

Bisher war hier ganz ruhiges Wasser zu sehen. Jetzt bricht sich hier diese Welle, obwohl wenig Wind ist. Die Auswirkungen spüren wir auch im Hafen. Ist wahrscheinlich die Auswirkung einer Wetterlage weiter draußen auf dem Atlantik.

Diesen Buddha entdeckten wir heute, er hat mir sehr gut gefallen. Ihn hatten wir bisher nicht entdeckt, da wir sonst einen anderen Ausgang benutzten.

Auf dem Weg zur „Welle“ kamen wir wieder an diesem wunderschönen Märchenschloss ähnlichen Haus vorbei.

Das „Museum Condes de Castro Guimarães“. Ein Kunstmuseum in einem historischen Bauwerk, steht im Internet. Dieses Foto habe ich vor Tagen am Abend aufgenommen. Heute hatten wir die Möglichkeit es zu besichtigen.

Die Besichtigung hat sich sehr gelohnt. Das Haus war in sehr gutem Zustand und bot einen wunderbaren Einblick in den Prunk der damaligen Zeit 1900-1920. Man hat gezeigt, was man sich leisten konnte. Alle Zimmer bis auf das Schlafzimmer wirkten sehr gemütlich und einladend. das Schlafzimmer, war nüchtern und wenig einladend…..diese Art der Vergnügung wurde wohl eher außer Haus gelebt. Eine Vermutung…..vielleicht habe ich schon zu viele Romane über diese Zeit gelesen.

Es war sehr angesagt teures Porzellan aufzutischen, die Möbel in China und Indien bauen zu lassen. Nicht zuletzt kamen durch den Hang zur Prunksucht auch Komfort in diese Häuser. Das Tafelservice auf dem Foto wurde Ende des 19 Jahrhunderts in Paris von der renommierten Firma Bointaburet hergestellt und war inspiriert von Modellen des 18. Jahrhunderts.

Nun noch ein paar Kunstwerke, die mir sehr gut gefallen haben.

Als wir zurück kamen wurde der Motor mit den härteren Füßen getestet. Beim Probestart zeigt sich schnell wie filigran die Technik auf so einem Boot abzustimmen ist. Ergebnis war leider wenig befriedigen. Es war schlimmer als zuvor…..Lösung: nochmal andere Füße bestellen, länger in Cascais bleiben und sie nächste Woche einbauen lassen und testen. In Abstimmung mit uns arbeitet die Werft an unserem Boot an der Optimierung des Antriebsstrangs, so die sachliche, technikaffine Sicht. Und so die emotionale Sicht, Ohm….wie gut, dass so ein großer Buddha im Hafen steht….

Steen der großartige Mitarbeiter aus Dänemark musste heute zurückfliegen. Deshalb waren wir gestern Abend mit ihm lecker portugiesisch Essen zum Abschied. Und da für die nächsten beiden Tage Sonnenschein vorhergesagt wurde nutzen wir die freie Zeit um endlich nach Lissabon zu fahren. Von hier mit dem Zug alle 15 Minuten in nur 20 Minuten erreichbar. Darauf freuen wir uns sehr. Handwerker kommen erst am Montag wieder. Wir haben ein freies Wochenende vor uns. Ich bin so auf den Weihnachtsmarkt gespannt der hier gerade aufgebaut wird. Irgendwie surreal für mich. 18C°, Sonnenschein, Strand…und dazu Lichterketten, Weihnachtsbäume aus Plastik……mal sehn ob es auch Glühwein geben wird, oder vielleicht doch Sangria?

Euch zu Hause wünschen wir auch ein schönes Wochenende, einen schönen 1. Advent und endlich mal wieder Weihnachtsmarkt.