Der neue Alltag oder das Leben im Sein

Es geht uns und der PURE FUN gut. Seit nun mehr sechs Wochen liegen wir in der Marina Rubicon, Playa Blanca auf Lanzarote. Inzwischen haben wir ziemlich viel angeschaut. Die Gastro vor Ort ist hinreichend erkundet. Die Küche von Sybille wird immer öfters gefeiert.

Es stellt sich ein neuer Alltag ein. Oder die Tage vergehen mit länger schlafen, essen, lesen, ein paar Mail oder Telefonate, Sport, Einkaufen, Physio, etwas plaudern im Hafen, einem Ausflug oder Wanderung der einen wie der anderen. Leben im Sein. Das als Sinn anzunehmen ist noch wenig gewohnt.

Unsere PURE FUN wird Schritt für Schritt perfekter. X-Yachts After Sale arbeitet zu unserer vollen Zufriedenheit die Aufgaben intern, wie auch mit den Lieferanten konsequent ab. Den Rest erledigt die Werft hier vor Ort oder man selbst. Die Liste mit den offenen Punkten ist so ziemlich abgehakt. Die Hürden der Logistik wurden über zusätzliches Reise(sperr-)gepäck von unseren Besuchen Anna, Hanno, Evelyn und heute soweit final mit Nico gelöst. Wir danken herzlich dafür.

Die PURE FUN liegt an einem Logenplatz am Ende des Marktes. Inzwischen haben wir uns an eine gewisse Aufmerksamkeit schon gewöhnt. Jedoch gibt es hier zwei Mal in der Woche direkt an unserem Steg einen Kunsthandwerkermarkt. Das sind für uns noch immer besondere 5 Stunden. Das Boot hat in der Zeit so viel Aufmerksamkeit. Jede Bewegung oder Handgriff wird von außen beobachtet und dokumentiert. Fragen zum Boot oder zu uns werden geduldig beantwortet. So ergeben sich nette Begegnungen.

Ja wir leben unseren Traum. Offen gesagt, ist es in Wirklichkeit in unterschiedlicher Hinsicht noch besser als zuvor geträumt, gekommen. Für uns ist es heute unser neuer Alltag. Irgendwie merken wir auch, dass viele Menschen mit so unterschiedlichem Hintergrund diesen Traum von der Freiheit, Selbstbestimmtheit, Blauwassersegeln und Reisen wohin man mag in sich tragen.

In dem Zusammenhang hat uns die Anfrage der PETER FRISCH GmbH für ein Interview im MUSTO Katalog 2023 überrascht und besonders gefreut. Dem ging ein zufälliges Treffen in Hample Point an unserer PURE FUN voraus. Wir fahren X-Yacht, wir tragen MUSTO, wir nutzen HARKEN, wir schätzen die Performance und Ästhetik dieser Produkte in unserem Alltag. Wir lassen bekannte Küsten hinter uns und starten in unser Leben als Blauwassersegler. So waren wir uns schnell einig. Nun füllt das Interview eine Doppelseite des neuen MUSTO Katalog 2023. Den gibt es seit letzter Woche auch online.

So wie auch bei dieser Begegnung mit Jürgen und Moritz in Hample Point fehlt uns so oft der Überblick für die Zusammenhänge. Wir spüren jedoch wie sehr sich die Wege / Dinge fügen. So wächst unser Vertrauen dass es jetzt ganz ausreichend ist bewusst im SEIN zu leben. Der Sinn dahinter wird sich ggf. später zeigen. So scheint der Sinn unserer Leben heute das Sein zu sein. Der Moment, der Austausch, die Begegnung von Mensch zu Mensch sind oft so inspirierend. So wird es auch seinen Sinn haben, dass wir übermorgen nicht in St. Lucia / Karibik ankommen werden sondern noch hier auf den Kanaren sein. Wir werden sehen.

Autor Mathias

Lieber Mann, das hast du sehr schön geschrieben….Macht Freude deine Worte zu lesen.

Urlaubsfeeling auf der PURE FUN

Es geht uns echt gut hier in der Marina Rubicon. Warum sind wir eigentlich noch hier? Ach ja, Hafengebühren waren für 4 Wochen günstiger, Mathias ist ja Schwabe….es ist schön hier und wir warten noch auf Ersatzsegel. Normale Lieferungen sind hier sehr viel aufwendiger. Die Kanaren sind spanisch, aus steuerlicher Sicht jedoch auch etwas ganz besonderes. So geht hier jede Lieferung aus der EU durch den Zoll auf den Kanaren. Die Dauer ist schwer absehbar.

Wir verbringen unsere Zeit mit schlafen, lange frühstücken, etwas Yoga oder Streching und für ein paar Stunden segeln mit anschließendem Baden in der Papagayo Bucht, abends wieder rein in den Hafen mit essen an Bord oder in einer der umliegenden Hafenrestaurants. Richtig gechilltes Urlaubsfeeling.

Am Sonntag den 8.1.23 segelten wir zwischen Lanzarote und Fuerteventura hin und her um die Boote des RORC Transatlantik Race ganz nah erleben zu können.

Heute am 17.1.23 sind die ersten Monohulls schon angekommen, das deutsche Boot Black Pearl mit Stefan Jentzsch kurz vor dem Ankommen. Von außen betrachtet fühlt sich das sehr schnell an.

Natürlich hatten wir auch weiterhin fleißige Helfer an Bord. Manuel unser sympathischer und kompetenter Segelmacher von LANZAROTE SAILS, der eigentlich nie Zeit hat und uns dennoch immer wieder hilft. Auch am Anker benötigten wir nochmal einen Fachmann sowie einen Sensor, das uns von unserem Besuch aus Deutschland mitgebracht wurde. Da das mit dem Postweg hierher sehr langwierig ist, hatten unsere Freunde viele Kilo Gepäck für uns dabei, unsere neuen 230 cm langen Segellatten für die Genua, die anderen hängen noch bei der Abfertigung, wie auch neuen Hochland Kaffee.

Seit letzten Freitag sind Anna und Hanno aus Stuttgart an Bord. Sie wären jetzt, wäre alles nach Plan gelaufen mit uns und Evelyn auf dem Atlantik unterwegs. Die ARC ging letzten Sonntag los, ohne uns. Den Start so aus der Ferne zu erleben war schon nochmal sehr traurig….aber so ist es nunmal.

So genießen wir nun eine gemeinsame Woche hier auf Lanzarote. Gestern hatten wir die Idee 35 nm nach La Graciosa hoch zu segeln, dort über Nacht zu Ankern um am nächsten Tag zurück zu segeln. Da zuvor noch Segellatten gekürzt und in die bereits angeschlagene Genua eingebracht werden mussten, legten wir erst um 13:30 Uhr in der Marina ab. Das war natürlich reichlich spät für diesen Törn.

Auf dem Törn nach La Graciosa hatten wir einen schönen Upwind Kurs mit ca. 20 Kn Wind uns 1-3m Welle. Schönes aktives segeln.

Mir war, da nichts mehr gewöhnt, wie so oft etwas flau im Magen. Das kenne ich schon, dauert ein paar Stunden, dann ist es vorbei. Also beschloss ich mich unten etwas aufs Ohr zu legen. Während dessen dreht der Wind zu unseren Ungunsten und wurde schwächer. So wurde die errechnete Ankunftszeit immer später und am Nachmittag entschieden wir den herrlichen Wind zu nutzen um mit vollen Segeln zügig vor dem Wind in die Marina zurückzukommen. So segelten wir entspannt mit 9 kt Speed vor dem Wind. Es machte so viel Spaß in dem leichten Wind, bei angenehmen 25 Grad die Gischt am Bug fliegen zu sehen und mit den Wellen zu segeln. Abends am vertrauten Liegeplatz angekommen wurde mit Cerveza und Wermut mit Orange und Eis auf den schönen Segeltag angestoßen.

„Another Day in Paradise“

Gedanken von Mathias:

Mit „Another Day in Paradise“ wurde ich vor ein paar Tagen von einem Nachbarboot aus gegrüßt. Dieser Gruß eines Engländers der seit 36 Jahren hier lebt, beschäftigt mich. 

Okay hier ist also für Scout das Paradies. Und wie sieht eigentlich für mich das Paradies auf Erden aus. Ich schaue seit dem den Ort, die Begegnungen und die Möglichkeiten hier mit anderen Augen an. 

Es kommt frisches gutes Wasser aus der Leitung, es gibt lokales Obst, Wein und Gemüse wird in guter Qualität angeboten. Es ist tagsüber warm und kühlt nachts ab. Das Meer ist nah, sauber und warm. Wellen schlagen an Felsen. Die Brandung ist zu hören und zu riechen. Zu Fuss sind schwarze Kiesstrände oder weicher heller Sandstrand bequem mit einer kurzen Wanderung und einfacher Kletterei zu erreichen.

Es ist sicher und sauber im öffentlichen Raum. Es gibt wenige Tiere und die sind schön anzuschauen.

Im Hafen kann zwischen selbst kochen oder spanischer, indischer, Texmex, italienischer oder moderner reduzierter Küche ausgewählt werden. Die Menschen sind freundlich, zufrieden, gesund und in Verbindung zueinander. Es wird gelacht, gesprochen und für sich gesorgt. 

Oft sitzen wir auf der Pure Fun im Cockpit oder auf dem Bänkchen am Heck und schauen uns das Treiben im Hafen, den Besuchern des Touristenmarktes und den Spitzensegler auf ihrem Weg zum Training zu. 

Es ist so schön. Eigentlich schon ziemlich paradiesisch hier in der Marina Rubicon zu dieser Zeit.

Und wenn das Meer lockt, sich die Lust zum Segeln zeigt…legen wir ab, hissen die Segel und kommen am Abend glücklich zurück.

Happy New Year 2023 und Glücks Besuch

Wir wünschen Euch Allen ein gesundes und glückliches neues Jahr. Wir haben das neue Jahr heute damit begonnen, das erste Mal in einer schönen Bucht vor den Papagayo Stränden den Anker fallen zu lassen, die Badeplattform herab zu lassen und zu Baden. Bei herrlichem Sonnenschein, ca. 25 °C und angenehm erfrischender Wassertemperatur von 23,7 Grad. Herrlich! Gestern Abend gab es ein tolles Feuerwerk in der Marina Rubicon.

Am Nachmittag gab es Ofenschlupfer mit einem Glas Champagner. Ein Leben wie „Gott in Frankreich oder Gott im Schwobaländle“. Davor gab es der Gesundheit wegen gedünstetes Gemüse….war auch lecker.

Um 17:30 Uhr hieß es Anker auf und zurück in die Marina. Sehr angenehm, einen Platz zu haben zu dem man sicher zurück kann.

Vor zwei Tagen hatten wir Glücks`schen Besuch aus unserem heimatlichen Freundeskreis.

Juri mein Patenkind mit seinem Papa Marco

Marco ist der Mann meiner besten Freundin Petra aus meiner Heimat Schwäbisch Hall. Juri feierte kürzlich seinen 18 Geburtstag und genoss das Geschenk seiner Eltern. Surfen mit Papa auf Fuerteventura und das erste Mal segeln mit der Patentante. Mama Petra ist daheim geblieben um unseren neuen Erdenbürgern das Ankommen auf Planet Erde mit Unterstützung der Weltbesten Hebamme so angenehm wie möglich zu gestalten. Ich weiß wovon ich rede…bei meinen Geburten war sie schon super und heute hat sie 24 Jahre mehr Berufserfahrung und jede Menge wunderbare Methoden dazu gelernt.

Bei mäßigem Wind mit 9 Knoten und so gut wie keiner Welle, hatten wir eine sehr gemütliche Überfahrt von Fuerteventura nach Lanzarote mit Code Zero und Groß. Es reichte für 7 kt Fahrt. Endlich mal wieder segeln.

Am nächsten Morgen brachten wir die Beiden zum Fähranleger und sie fuhren zurück zum Surfen nach Fuerteventura. Auf dem Heimweg entdeckten wir im Fährhafen ein tolles Fischgeschäft. Dort kauften wir unser Silvester Menü.

Sehr netter Laden mit humorvollen kompetenten Mitarbeiter. An der Kasse stand ein großes Glas für Trinkgeld. Wenn etwas hinein geworfen wurde hat die Dame an der Kasse mit einer Glocke geläutet und alle Mitarbeiter haben sich lautstark singend bedankt. Das war so schön, dass jeder Trinkgeld einwarf. Spaßiger Einkauf.

Letzte Tage kam noch die erste Lieferung aus Dänemark an. Jetzt geht die Heizung und der Wassermacher wieder wunderbar. Um sicher und mit gutem Gefühl weiter zu kommen stehen noch die Lieferung der Sturmsegel, Segellatten und kleinerer Ersatzteile aus Dänemark aus. Dann kann es weitergehen. Klar ist, wir werden nun mit ganz viel Ruhe die Kanaren samt Nachbarinseln erkunden. Die Karibik steht erst für den nächsten Herbst an.

Für uns hat sich mit den zurückgelegten Strecken wie auch mit der größeren PURE FUN unser Umgang mit Entfernungen verändert. Mit der X 4.6 in Griechenland waren 100 nm viel. Heute sagen wir, ach nach La Palma sind es ja nur 220 nm oder nach Madeira auch nur 260 nm also 1,5 Tage segeln. Zu den Kap Verden wären es dann schon 3 bis 4 Tage je nach Wind. Also alles gut zu zweit oder auch mit Verstärkung zu machen. Mal sehen wohin hin uns die Neugierde und der Wind hinbringen wird.