ARC WORLD RALLY 2024 – Von Santa Marta/Kolumbien zu den San Blas Inseln/ Panama

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ARC WORLD RALLY 2024 – Von Santa Marta/Kolumbien zu den San Blas Inseln/ Panama

Unsere letzten 24 Stunden waren im wahrsten Sinne des Wortes „bewegend“
25-40 Knoten Wind mit 3-5 Meter hohen langen Wellen. Die Wellen schaukeln uns durch, der Wind schiebt uns voran. đŸ€ŁđŸŒŠđŸ’š 192 sm/ 24h

Wir legten gestern um 9:30 Uhr im Hafen ab und begannen ca. um 10:00 Uhr zu segeln. Im 2. Reff mit voller Genua. Bald sahen wir vor uns all die Boote aus unserer Flotte, die schon um ca. 8:00 Uhr gestartet waren. Schön, sie alle da draußen zu sehen. Was noch schöner war
.wir ĂŒberholten einen nach dem Anderen. đŸ˜ŽđŸ€ŁđŸ‘

Wir steuerten im stĂŒndlichen Wechsel von Hand um ein GefĂŒhl fĂŒr die Welle zu bekommen und natĂŒrlich auch, weil es Spaß gemacht hat. Die Boote, denen wir begegneten segelten in der Regel nur mit einem Segel. Groß oder Genua. Sie wurden ordentlich durchgeschaukelt und waren dadurch natĂŒrlich auch langsamer als wir.

Die Nacht hindurch steuerte unser Autopilot. Richtig gute Arbeit hat er gemacht. Wir haben ihn schon sehr gelobt. Ebenso unsere Pure Fun
.sie segelt souverĂ€n die Wellen hoch und runter und fuhr uns sicher an unser Ziel. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt unwohl gefĂŒhlt.

Diese Überfahrt ist warm und sehr feucht
.die optimale Kleidung ist entweder Badekleidung oder Ölzeug. Zu dieser Erkenntnis kam ich gestern, nachdem ich mich das dritte mal umgezogen habe. So sitze ich nun im 👙 Bikini hier und schreibe und in der Nacht trugen wir Ölzeug. Wenn eine Welle ĂŒbergeht, dann richtig

gestern ist tatsĂ€chlich das erstemal eine am Heck eingestiegen. Sie war nicht groß, die Wassermassen, die neben die Seiten kommen sind gewaltiger. Noch spannender sind die Wellen die querzukommen Hauptrichtung kommen. Die eine oder andere schaffte das komplette Deck zu spĂŒlen. Zwischendurch gab es auch eine die es bis unter die Sprayhood (Schutzhaube fĂŒr das Cockpit) schaffte. Seitdem wird der Niedergang geschlossen. Heißt ja auch „Wassersport“. 😋

Gerade eben hat uns eine Welle wieder mit all ihrer gewaltigen Kraft nach vorne geschoben
17 Knoten konnte ich auf der Logge ablesen
..waow. 👍

Insgesamt mussten wir glaube ich 4 mal Halsen bzw Wenden seit gestern. Unser Ziel, die BBQ-Island / San Blas liegt genau dort wo der Wind hinblĂ€st. FĂŒr uns heißt es bei ĂŒber 25 Kn Wind vor dem Wind kreuzen.

Wir haben uns fĂŒr Wende entschieden, da wir sie zu Zweit sicherer fahren können. Wir haben zusĂ€tzlich zum Groß und Genuaschoten noch die Bullenstander und die zusĂ€tzlichen Leinen an der Genua zu bedienen. Da sind wir gut beschĂ€ftigt. Gesteuert hat der Autopilot. Das klappte von mal zu mal besser. Ein gutes GefĂŒhl dies bei diesen Bedingungen zu Zweit zu meistern. Gutes Vorbereiten und Vorbesprechen sind das Wichtigste.

Über die Nacht hatten wir jeweils drei Stunden Wache bzw. drei Stunden Schlaf.
Als ich gestern im Salon versuchte zu schlafen ĂŒberlegte ich mir, wie ich es fĂŒr den Blog in Worte fassen könnte, was ich da gerade erlebe. Es ist nicht nur die Bewegung im Schiff speziell, auch die GerĂ€usche sind vielfĂ€ltig und dominant. Es knarzt der Baum, was ĂŒber den Mast neben dem ich liege deutlich zu hören ist. Dann bewegt sich je nach Welle alles in den SchrĂ€nken erst nach vorn, dann nach hinten
.mit viel Geklapper und Gepolter. Die Wellen donnern gegen den Rumpf oder SpĂŒlen das Deck. Sehr vielfĂ€ltig und alles so laut, dass es auch mit Oropax zu hören ist. Zum GlĂŒck bin ich so mĂŒde, dass mich das alles nicht vom schlafen abhĂ€lt. In Bauchlage oder stabiler Seitenlage bekomme ich meinen Körper einigermaßen dazu ruhig liegen zu bleiben. Ab und zu nutze ich auch Kissen, als Lagerungshilfen, Keile. Damit kenne ich mich als Krankenschwester natĂŒrlich aus. đŸ€Ł

Zu Essen gab es gestern Abend Chicken Masala und Boeuf Stroganoff – bei roter Nachtbeleuchtung, wieder lecker und aus der TĂŒte. Heute morgen schaffte ich es eine reife Papaya mit Passionsfruchtbzum MĂŒsli zu servieren. Allerdings hintereinander zubereitet, da man Teller oder SchĂŒsseln keine Sekunde unbeaufsichtigt lassen kann. Auch eine Tasse Kaffee gab es zum Abschluss. ☕

Seit Tagesanbruch haben wir fast alle Boote hinter uns gelassen. Bis auf die NICA, FATJAX und Crasy Horse (Sundeer 60)Die ersten Beiden
.sind nicht zu bezwingen und wann die Crasy Horse gestartet ist wissen wir nicht. Alle Anderen liegen hinter uns. 😜

Nach der Q-Wende bei nur noch 28 kn Wind und 3 Meter Welle gerade können wir unser Ziel mit einem TWA von 150Grad und 140 Grad AWA gerade so ansteuern. Es rĂŒckt nĂ€her. Ankunftszeit wird im Moment heute Nacht 22:00 Uhr angezeigt. Da man tagsĂŒber ankommen sollte, wegen Flachwasser und Riffen ist das nicht optimal. Aber wir mussten auch eine FlussmĂŒndung bei Tag passieren um BaumstĂ€mme, Waschmaschinen und sonstigem Ausweichen zu können.

Da wir weit draußen gesegelt sind, haben wir kein Treibgut gesehen. Zum GlĂŒck. 🍀
FĂŒr die Inseln hat Mathias waypoints gesetzt, die wir dann abfahren und zur Sicherheit auf 10 m ankern. Morgen bei Tagesanbruch gehen wir dann erst ins Flachwassergebiet, also in den sogenannten Swimmingpool und zu BBQ Island. Versorgt werden wir von den indigenen Bewohnern per Boot. Wi

Wind und Welle lassen inzwischen nach, alle Segel sind ausgerefft. So segeln wir bei TWS 20 Kn, AWS 14 Kn, Speed: 7-8 Kn, AWA 150° dem paradiesischen Archipel entgegen.

ARC World Rally 2024 – Santa Marta – Kolumbien

ARC World Rally 2024 – Santa Marta – Kolumbien

Ankunft: 17.01.2024, 21:00 Uhr

Unsere Ankunft hier war etwas mĂŒhsam. Wind bis 40 KN. Zuerst noch mit 1. Reff, dann mit 2. Reff im Grosssegel. Mathias hatte bei zusĂ€tzlicher Welle bis 4 Meter und den intensiven Böen bei Nacht am Steuer gut zu tun. Unser X 56 war voll in ihrem Element. Wasser zischte tosend an uns vorbei. Auf den Instrumenten stand 17,2 Kn als Speed over Ground – und es ging so einfach, so mĂŒhelos, so stabil – einfach berauschend.

Johannes und Sybille versuchten ihn zu lotsen. Nachts in einer Stadt mit all den vielen Lichtern einen Leuchtturm und ein grĂŒnes Licht auszumachen ist eine Herausforderung. Der Leuchtturm hatte weißes Licht ohne zu blinken….zum GlĂŒck hatte Mathias einen Waypoint auf der Ziellinie gesetzt. So sagte ich ihm immer den Kurs an, den er steuern musste um sicher die LĂŒcke zwischen einer kleinen unbeleuchteten Insel und der anderen mit dem Leuchtturm darauf zu treffen. Zusammen haben wir es sicher hinbekommen. Damit hat es geklappt.

Wie wir im Ziel erfuhren war inzwischen der Hafen wegen dem vielen Wind gesperrt worden. Bei 40 kn / ca 75 km/h im Hafen ist einfach ziemlich viel. So kam per Funk von Rally Control, unserer Leitstelle, die Anweisung vor der Hafeneinfahrt zu ankern. Das ist ganz schön viel Wind. Also setzte ich eines unserer Headsets auf und krabbelte vor zum Ankerkasten um den Anker klar zu machen. Mir blies es beinahe die Brille von der Nase und Wasser flog mir entgegen.

Leider musste ich dort feststellen, dass die Ankerwinde keinen Strom hatte. Also prĂŒften wir alle Sicherungsschalter…..alle waren aktiviert. So suchte Mathias im Handbuch nach einem weiteren Sicherungsschalter….wĂ€hrend ich und Johannes abwechselnd am Steuer in der Bucht umhertrieben. Mir war es sehr unwohl dabei. Ich konnte kaum etwas sehen und das Boot fuhr ohne Motor mit 5 Kn Fahrt durch die Bucht. Mit Standgas im RĂŒckwĂ€rtsgang ging es dann besser. So vergingen 1,5 Std. Bei uns war es 23 Uhr jedoch in DĂ€nemark war es erst kurz vor 5 Uhr. Ab 06:30 Uhr könnten wir dort jemanden erreichen und weitere Tipps bekommen. Da war uns zu lang und funkten die Rally Control an, dass wir doch einen Hafenplatz ansteuern mĂŒssten. Sie organisierten, dass wir als Notfall ausnahmsweise doch an der Fuel Station festmachen durften. UngefĂ€hr 16 helfende HĂ€nde standen am Steg bereit. Sie sprachen vorwiegend spanisch und hatten ihre eigene Vorstellung wie die Festmacher zu handhaben sind. Das brachte zusĂ€tzliche Aufgaben mit sich. Mathias legte mit viel Speed gekonnt an. 👍 Wir machten fest, bekamen Beifall und waren in Sicherheit.

Impressionen Überfahrt

Am nĂ€chsten Tag, 18.1. , war das Boot um 7:00 Uhr umzulegen. Anschließend musste einklariert werden. Da neben dem Marina Office und dem ARC BĂŒro ein gutes nettes Cafe vorzufinden war, liesen wir uns dort bei all den anderen ARC Seglern:innen nieder und genossen den Austausch und das Wiedersehen bei einem leckeren FrĂŒhstĂŒck und einem Glas Mimose (Sekt-Orange). Anschließend war putzen und klar Schiff machen angesagt. Ich allerdings hatte mir vorgenommen, den 1. Tag nicht nur putzend zu verbringen, wie nach der AtlantikĂŒberquerung. So genoß ich mit Maren und Volker von der NICA einen ersten kleinen Rundgang durch die Altstadt. Das ist gut. đŸ„° Ich war doch ganz schön erschöpft von der Überfahrt…kurze Schlafphasen in der Nacht, aktives Segeln….das kostete Kraft.

Mit Johannes reparierten wir die Genua und auch oben im Mast gab es etwas zu prĂŒfen. Danke Johannes, dass du das gemacht hast. 🙏

Mein erster Eindruck von Kolumbien hat mir gefallen. Spanisch sprechende gut gelaunte Menschen, Strand, Meer und unglaublich schmackhafte Mango Schnitze in TĂŒtchen. đŸ˜‹đŸ„­Nach unserem Rundgang genossen wir noch eine leckere Pfefferminz Limonade im ersten Stock einer Bar, mit Sonnenuntergang. Die SonnenuntergĂ€nge hier sind magisch.

Am nĂ€chsten Tag gab es einen Ausflug zu einem Museum außerhalb der Stadt zu einem der Kolumbianischen National Helden. Paso Bolivar. Ca. 1830. Er hat sich gegen die Spanier gewehrt und das Erfolgreich. Seine Idee war Kolumbien mit fĂŒnf weiteren LĂ€ndern zu vereinen. So wird er bis heute sehr verehrt. Mir hat bei dem Besuch der Finca, in der starb, das beobachten der Tiere sowie das bestaunen der alten großen BĂ€ume am besten gefallen. Ich hĂ€tte dem Leguan stundenlang beim Fressen zuschauen können. Auch der Adler in seinem Nest war sehr bewegend. Zu sehen wie er seine Jungen beschĂŒtze usw.

Zum hundertsten Todestag wurde ein Altar aus Carara Marmor gefertigt. Der KĂŒnstler hat Bolivars Kopf so gestaltet, dass man all seine Rollen widergespiegelt sieht. Als junger Frauenheld von rechts, als HeeresfĂŒhrer von der Mitte und als alten Mann von links. Unglaubliche Leistung des KĂŒnstlers. Jedes Detail des Altars hat eine tiefgrĂŒndige Bedeutung. Ohne den ReisefĂŒhrer hĂ€tten wir diese Vielfalt an Details nicht gesehen.

Zum Abschluss ging es zurĂŒck in die Altstadt von Santa Marta. Es stand der Besuch des Gold Museum an. Leider hatte das Museum am Freitag Nachmittag schon geschlossen….đŸ˜„und die Altstadt war schnell besichtigt. Diese sind auch nicht kolumbianisch, sondern von den Spanischen Kolonialherren erbaut worden. Die Indigenen StĂ€mme hier leben und lebten nicht in SteinhĂ€usern.

Die Tage vergingen schnell. Am Samstag Abend waren wir ĂŒber die WARC zu einem Welcome Cocktail von der IGY Marina eingeladen, im Anschluss gab es eine ABBA Party (Organisiert und eingeladen vom Boot Less Traveled). Neben GetrĂ€nken haben die auch einen eigenen DJ mit an Bord. Das hat sehr viel Laune gemacht. Hier haben wir wirklich eine tolle Truppe beieinander…feiern und tanzen geht immer….. Es sind rund 100 Mitreisende aus 28 Nationen auf 25 Booten lebend. Mit denen werden wir nun die kommenden Monate wie in einem reisenden Dorf zusammenleben und alle paar Tage wo anders sein, segeln, essen, trinken, klönen und feiern – einfach traumhaft. einfach herrlich schön.

Ihr seht…wir haben Spaß.😆Nina, Michael von der Serendipity und Ken von der LESS TRAVELED. Er hat die ABBA Party organisiert.

Am nĂ€chsten Tag hatten wir eine 9 std. Tour gebucht. Wir besuchten eine Dorfgemeinschaft der Arhuacos in der Katanzama Community, durften einen Baum pflanzen, erhielten fĂŒr unsere Reise vom Dorfoberhaupt einen Segen.

Die Frauen der Arhuacos strahlten etwas besonderes aus. Ich wĂŒrde es „WĂŒrde“ nennen. Auch die Kinder empfand ich ganz anders als bei uns. In sich ruhend, rund, scheu, wĂ€re vielleicht eine Beschreibung. Jungs und MĂ€dels sehen gleich aus. Alle haben lange schwarze Haare. Die Jungs erkennt man an ihrer UmhĂ€ngetasche. Diese wurde von den MĂ€dchen gestickt, oder Gewoben. So haben den weiblichen Aspekt auch bei sich, meditativ in die Tasche hineingearbeitet. So schön.

Nach dem Mittag ging es in LKW SchlĂ€uchen den Rio Don Diego 45 Minuten bis zum Meer hinunter. Das SĂŒĂŸwasser kommt aus dem schneebedeckten Gebirge und ist entsprechend temperiert. Der Gipfel des heiligen PICO CRISTOBAL COLON geht bis auf eine Höhe von 5.775 Meter . Links und rechts des Wasserlaufes ist lebendiger Urwald mit Affen, Leguanen und wunderschönen Vögeln sowie Pflanzen. Die Tour war sehr beeindruckend und hat uns sehr gut gefallen. So nach 35 Minuten lag ein kleines Boot am Strand und bot Cocktail an. Grund genug hier einen Stopp einzulegen und im Wasserstehend einen Gin Tonic oder Pinacolada zu trinken.

Auf dem Heimweg kauften wir gegrillte Chorizo am Strassenrand sowie Obst und GemĂŒse. Mangos, Ananas, Passionsfrucht, Yuca, Yams, Kokosnuss usw. Sams und Yuca werden wie Kartoffeln zubereitet und schmecken Ă€hnlich. Sind sehr eiweißhaltig und gesund. 😆

Am Abend gab es im Rahmen der WARC im Hafen Paella Essen. Nach dem Essen begann der Wind stark zuzunehmen. So gingen wir zurĂŒck zum Boot um unseren Sonnenschutz einzurollen. An diesem Abend hatte es Böen bis 48 Kn / ca. 90 km/h im Hafen. Gut, dass wir die Sprayhood und Biminis (Sonnenschutz) schon weggepackt hatten. Auch liegt unser Boot gut vertĂ€ut so am Steg, dass es weg und nicht hin gedrĂŒckt wird.

Gestern, Montag 22.01. waren wir dann des Windes wegen den ganzen Tag unter Deck. Draußen ist alles staubig und sandig. Auch im Boot ist es kaum möglich den Staub draußen zu lassen. Um 16:00 Uhr war dann Skipper Briefing fĂŒr die San Blas Inseln und die Anfahrt zum Panamakanal. Um 19:00 Uhr wurde dann zum Dinner und Prizegiving geladen.

Ach beinahe hĂ€tte ich etwas wichtiges vergessen……

Wir haben den 3. Platz đŸ„‰von Gruppe A1 geschafft. Vor uns war die Fatjax (Shipman 63) und die Skyelark 2 (Oyster 62). Das kann sich doch sehen lassen, oder? 🏆

Aufgrund der Wettervorhersage ĂŒberlegen alle Boote gerade, wann sie auslaufen sollen. Der starke Wind soll erst Freitag nachlassen. Es muss nach 40sm die FlussmĂŒndung des Rio Magdalena in Barranquilla passiert werden. Sie sollte bei Tag passiert werden um den mitgebrachten Treibgut (BĂ€ume, Waschmaschinen usw.) ausweichen zu können. Auch sollte man auf den San Blas Inseln wegen der Riffs tagsĂŒber ankommen. Da wir fĂŒr die 300nm mit 1,5 Tage rechnen ist das nicht so einfach unter einen Hut zu bekommen. Zumal wir morgen frĂŒhestens um 7.30 Uhr unsere PĂ€sse zurĂŒck bekommen um dann ab 8:00 Uhr ausreisen zu können bzw. dann auch mĂŒssen.

Wir haben uns entschieden morgen zu starten. Auch wenn Wind und Welle zuerst noch etwas mehr sein werden, als gewĂŒnscht. Die paradiesischen San Blas Inseln locken…..

Johannes ist seit Sonntag nicht mehr bei uns an Bord und segelt nun auf der ABIDE einer X-Yacht 4.9 weiter bis Panama. Dort sind zwei Jungs in seinem Alter mit an Bord, das ist fĂŒr ihn sicher netter als nur mit uns „Ollen“zu sein. Auch wollten wir diese Honeymoon-Islands gerne zu Zweit auf dem Boot genießen.

World ARC 2024- Kolumbien

World ARC 2024- Kolumbien

17:01.2024.  18:25 Uhr 750 sm auf der Logge

Nun haben wir es bald geschafft. Unser Wunsch bei Tageslicht anzukommen wird uns leider nicht erfĂŒllt, aber so ist das nun mal, mit WĂŒnschen
..😜mal werden sie erfĂŒllt, mal nicht. So ankern wir in der Bucht vor dem Hafen. Das hat zum Vorteil, dass wir morgen FrĂŒh baden können bevor wir in den Hafen segeln um uns einzuklarieren. 

Die Ziellinie befindet sich vor der Marina zwischen einem Leuchtturm und einer grĂŒnen Tonne. Von zwei Booten wissen wir dass sie schon angekommen sind. Die NICA und die Fatjax. Wir segeln schon den ganzen Tag begleitet von der FREYA, MADELEINE, KAJA uns gestern war auch noch eine Qyster um die Ecke. Sie könnte auch bereits im Ziel sein. 

Die Freya werden wir vermutlich nicht mehr einholen können. Die beider Anderen holen uns hoffentlich nicht mehr ein. Wobei der Abstand nicht viel ist. 2-3 sm ungefÀhr. 

Wir segeln immer noch mit Genua und Groß. Groß im 1. Reff. Genua mal gerefft, mal nicht. Seit ein paar Stunden haben wir 25-29 Kn Wind. Windeinfall zwischen 130-160°.
Da wir große Wellen haben ist es nicht möglich exakt 134° zu segeln. đŸ€Ł
Wir steuern schon den ganzen Tag von Hand
.die Boote so nah bei uns wecken mal wieder den Ehrgeiz
und
wir steuern einfach prĂ€ziser als unser Freund der Autopilot. 
So wechseln wir uns jede 30 min ab. Das ist gutes workout
.bei den momentanen Bedingungen. Nachdem es dunkel war, steuerten nur noch Mathias und Johannes…..mir fehlte komplett die Orientierung….

So wie es aussieht mĂŒssen wir nicht mehr Halsen vor der Ziellinie. 
Das ist bei Dunkelheit, 30 Kn Wind und 3-4 Meter Welle 🌊 auch besser so.
Inzwischen sind wir ein gut eingespieltes Team. Dennoch benötigt jeder auch in der Nacht die nötige Konzentration. Das Groß und die Bullenstander mĂŒssen bedient werden. Die Genua mit zusĂ€tzlicher blauer Leine auf die andere Seite genommen werden. Dann muss die blaue Leine auf dem Vordeck umgebaut werden. 

Da ist man in der Nacht froh, wenn alles gut durchgelaufen ist. Gut sind wir zu Dritt. Das macht es sehr viel leichter. Mathias steuert. Ich bediene die Backbord Winchen und Johannes die Steuerbord Winchen. Unsere letzte Nacht war sehr krĂ€ftezehrend
einige Manöver waren nötig, viel Wind und Welle bringen Bewegung ins Boot und laute GerĂ€usche. Letzte Nacht war ich ganz schön erledigt und zweifelte wieder etwas an unserem Vorhaben. Dann kam der Sonnenaufgang 🌅 um 6:00 Uhr. So unglaublich besonders und schön. Der Wind hatte nachgelassen, die Wellen waren nur noch 1-2m. Zeit zum durch Atmen und genießen. Mit einer dampfenden Tasse Kaffee in der Handâ€ŠđŸ„°đŸ˜‡. WĂ€hrenddessen waren Brötchen im Backofen
.die dufteten wundervoll
einfach nur schön. 

Ich hatte von 5-8 Uhr Wache. Eine prima Zeit um einen Teig herzustellen, gehen zu lassen und kurz vor Wachen Ende zu backen. Den Thermomix habe ich mich nicht getraut aus dem Schrank zu holen, da ich Sorge hatte, dass er mir auf den Boden donnert, wenn ich zwischen durch doch schnell nach oben muss, wegen einer Böe oder einem anderen Grund. So stand die TeigschĂŒssel in der SpĂŒle und ich knetete den Teig mit dem RĂŒhrlöffel. So waren meine HĂ€nde sauber und ich konnte jederzeit an Deck arbeiten, wenn nötig. Aber ich hatte GlĂŒck 🍀. Johannes hatte vor mir die wilde Phase
bei mir war es verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ruhig. 

Delfine 🐬 haben uns zwei oder dreimal eine Weile begleitet. Immer aufs Neue wunderschön. 

Gestern Abend gab es tatsĂ€chlich mal „TĂŒten“ essen. Diese Beutel mit gefriergetrocknetem Essen
.gestern hatten wir keine Kraft und keinen Nerv zu kochen. Wenn das Boot so schwankt und alles direkt durch die Gegend fliegt
.was man irgendwo abstellt, benötigt auch das wieder alle Aufmerksamkeit. Gestern waren wir zu mĂŒde und erschöpft. So gab es Chicken Tikka Masala von TREK ÂŽN EAT. 
Das flog nicht durch die Gegend und schmeckte uns sehr gut. 

So, nun haben wir noch 2 Std. Vor uns
zweimal habe ich Johannes sagen hören
“ich war gerade 12 Kn schnell und gerade bin ich mit 15 Kn die Welle gesurft.“
Ja, das macht Spaß đŸ€©. 

Das anspruchvollste StĂŒck des Weges liegt nun noch vor uns. Hohe Berge 🏔 sorgen fĂŒr Fallböen bis 35 Kn bei der Anfahrt der Stadt Santa Marta. Schauen wir mal, wie es uns ergehen wird. Wenn man sich darauf einstellen kann und darum weiß hilft das schon sehr. So kann man die Segel gegebenenfalls reduzieren und die Crew muss im Endspurt nochmal voll konzentriert sein. 

Unbekannte Ankerbucht bei viel Wind und Dunkelheit ansteuern mĂŒssen ist nicht unbedingt das was wir Segler lieben
..

Ich höre Mathias sagen
.“Jetzt kommt gleich Regen 🌧 und Wind 💹
.“
Dann ziehe ich wohl mal eine Schwimmweste an und gehe nach oben an Deck. 

Bis zum nÀchsten Mal
..

Liebe GrĂŒĂŸe 

Mathias Sybille Johannes

Sy-purefun.Blog

Noch 24 Stunden bis zum Start der 1. World ARC Etappe nach Kolumbien

Gestern Abend hatten wir die erste Party mit allen Crews der Boote die nun mit uns 14 Monate um die Welt segeln. Wir hatten viel Spaß, gute GesprĂ€che, haben getanzt
 und das ein oder andere Glas đŸ·đŸčgetrunken. đŸ˜ŽđŸ˜«

Gerade sitzen wir nach dem Skipper Briefing im Cafe und essen lunch mit BjĂžrn. Er wird in einer Stunde zum Flughafen fahren.

Am Nachmittag werden wir das Großsegel im Hafen hissen und wieder ein furlen.

Ausklarieren im Customer Office und im Marina Office stehen auch noch an.

Boot aufrĂ€umen und Seesicher machen fĂŒr Morgen. Nach all den handwerklichen Arbeiten schadet putzen auch nicht. đŸ§čđŸ§œđŸ˜‚

Race Tracker

Über die selbe App wie bei der Atlantik Überquerung kann man uns auch offshore verfolgen. Sie ist bereits aktiv.

Wetter Briefing

Wir werden zuerst ca. 15-20 Kn Wind bekommen und den letzten Tag 25-35 Kn.

Wir haben in Griechenland geĂŒbt und kennen diese WindstĂ€rke vom Meltemi. So werden wir rechtzeitig reffen und die passenden Segel hissen.

Wir freuen uns, dass es wieder los geht.

Segeln, essen, schlafen, Wache machen, kochen
genießen 😀

Sind ja “nur” 830 sm 😉

Wir durften heute unsere vermutete Ankunftszeit abgeben. 😃😎

Wer Lust hat kann das ja auch tun. 😆

Schaun wir mal er am nÀchsten ran kommt.

Offshore survival Box 😂

Liebe GrĂŒĂŸe und schön zu wissen, dass ihr in Gedanken bei uns seit.

Sybille&Mathias und Johannes

WorldARC 2024 – Zwei Tage vor dem Start nach Kolumbien

Um 7:00 Uhr beginnt auf der PureFun der Arbeitstag. Gestern endete er um 20:30 Uhr. Die Tage zuvor war es nicht viel anders.

Es geht voran
gestern konnte das KĂŒhlschrank Problem gelöst werden.

Die Bordelektronik ist getestet und geprĂŒft.

Das Großsegel liegt an Deck damit die Furlerboom Ersatzteile eingebaut werden können. Die Begann Mathias gestern am SpĂ€tnachmittag gemeinsam mit Johannes unserem neuen Crew Mitglied. Johannes ist Mathias eine große Hilfe. Gemeinsam saßen sie mit Stirnlampen bis 20:30 Uhr gestern Abend im Baum und haben gewerkelt. Wir konnten wegen zu viel Wind nicht eher beginnen.

Heute mussten noch verschiedene Teile besorgt werden um die Furler Boom Reparatur zu vollenden. Anschließend mĂŒssen wir hier im Hafen das Großsegel wieder hissen und dann hoffentlich gut funktionierend ein furlen. Hoffen wir, dass der Wind es gut mit uns meint. Bei zuviel Wind ist es schwieriger.

Johannes hat die Signalflaggen zusammen geknotet und mit Mathias gehisst

Die Trinkwasser VorrĂ€te sind aufgefĂŒllt und sobald sich ein Zeitfenster zeigt, werde ich mit Johannes und dem Dinghy zum Supermarkt fahren. es gibt hier an der RĂŒckseite des Supermarktes einen Dinghy Anlegesteg. Da an der Elektrik der Heckklappe gearbeitet wird, ist das Beiboot schon zu Wasser gelassen. So werde ich das erstemal ohne Mathias mit dem Dinghy losgehen. Ganz alleine bin ich ja nicht, da Johannes mitkommt.

Johannes ist fast 19 Jahre alt, aus Deutschland und auf Weltreise. Da er kein Flugzeug nutzen möchte reist er auch mit dem Boot. Er hat schon jede Menge Seemeilen gesegelt in den letzten Monaten. Gestartet ist er in Gibraltar. Von dort ĂŒber Marokko auf dei Kanaren und von dort ĂŒber die Kap Verden nach Grenada in der Karibik. Zuletzt von Grenada nach Saint Lucia.

Mathias und ich haben letzte Woche ĂŒberlegt, dass wir doch gerne weitere Crew an Bord hĂ€tten. Allerdings möchten wir deutsch als Bordsprache behalten. Wir haben uns etwas umgeschaut, kamen mit den Internet Foren nicht klar und haben die aktive Suche eingestellt.

So lief Johannes letzte Woche die Stege entlang und fragte ob jemand noch ein Crewmitglied suche. Auch bei der NICA fragte er an. Sie schickten ihn zu uns, in dem Wissen, dass wir ein deutsprachiges Crewmitglied suchten.

So kam es, dass Johannes bei uns am Boot stand. Wir konnten es kaum glauben. Ich sagte zu ihm: „dich schickt der Himmel“ 🌈😇 Ihm ging es Ă€hnlich
er ĂŒberlegte ob er weiter mit dem Boot, oder doch mit dem Flugzeug weiter solle
dann sah er, dass er auf einer GeldmĂŒnze stand. Er nahm die MĂŒnze hoch und sah ein Segelboot darauf abgebildet. Ds war fĂŒr ihn das Zeichen, dass es wohl doch mit dem Boot weitergehen soll.

So klÀrte Mathias die FormalitÀten beim ARC Office und Custom Office. Wir bekamen ein Go
und nach kurzer Bedenkzeit sagten wir Johannes zu. Allerdings konnte er erst einen Tag spÀter bei uns einziehen, da wir durch die Arbeiten an Bord kein Bett frei hatten.

Nun ist Johannes seit drei Tagen an Bord und wir sind sehr glĂŒcklich mit dieser Entscheidung. Er unterstĂŒtzt uns in allen anfallenden Arbeiten und ist vorallem Mathias mit den handwerklichen Arbeiten eine Hilfe.

Liebe Eltern von Johannes. Ihr habt einen tollen Sohn. Es ist schön dass wir unsere unterschiedlichen Weltreisen ein StĂŒck gemeinsam gehen können. Immer wieder werden wir gefragt, ob Johannes unser Sohn ist
.ich antworte dann: er ist unser Leihsohn. Da unsere Kinder wenig Freude am Segeln haben ist es fĂŒr uns schön immer wieder Söhne oder Töchter anderer Eltern an Bord zu haben. 😀

Dann drĂŒckt uns mal die Daumen, dass wir bis zum Start am Samstag alles gefixt bekommen
dass auf den letzten DrĂŒcker alles fertig wird kennen wir ja schon. Da sind wir gechillt. đŸ€Ł

Heute werden wir um 17:30 Uhr zu einer Abendveranstaltung mit dem ARC abgeholt. Auf das Programm und den Austausch mit all den anderen Seglern:innen freuen wir uns schon. Da einige junge Segler in der Gemeinschaft sind, hat Johannes nicht nur mit uns „Ollen“ zu tun.

Instagram: world_arc_rally

Gerade sind Mathias und Johannes dort zu sehen. đŸ„°