So schnell verändert sich das Leben

Niue, Samstag, 25.05. um 12:40. Das Leben hat sich seit dem letzten Blogeintrag verändert. Nachts um halb zwei segelten wir entspannt und heiter durch die Nacht. So lautet es im letzten Eintrag. Der Wind und die Wellen wurden ruhiger. Die Prognosen für ruhigeres Wetter bestätigte sich während der Nacht. Wir wurden immer langsamer.

Mathias und Miguel
Am Tag davor

Keine acht Stunden später ereignete sich dennoch morgens gegen 08:45 bei ruhigeren Bedingungen ohne menschliches Einwirken ein tragischer Unfall. Miguel wurde nach dem Bruch des Preventers von der Großschot schwer verletzt. Er erlitt mehrere Brüche. Nach sehr langen 46 Stunden auf See konnte er in Niue in der Morgendämmerung geborgen und ins lokale Hospital gebracht werden. Gestern wurde er in einem stabilen Zustand nach Neuseeland ausgeflogen. Er ist auf einem guten Weg rasch vollkommen zu genesen.

Mein Dank als Skipper und Freund von Miguel gilt in erster Linie Lisa, die Miguel an Bord, im Hospital und nun auch in Neuseeland fürsorglichst begleitet hat und es weiter tut. Dann gilt mein Dank dem Orgateam der WORLD ARC vor Ort wie auch in Cowes. Die haben die Hilfsaktion in Niue vorbereitet. Ich danke dem NIUE YACHT CLUB, NYC, dem Niue Hospital sowie dem Chief of Police für eine perfekte Abbergung und Versorgung vor Ort. PANTAENIUS, die uns sehr engagiert in den vergangen Tagen bei der Verlegung nach Christchurch begleitet sowie der gesamten WARC Flotte für die Anteilnahme und den Support in den Tagen danach in vielfältiger Art und Weise unterstützt haben. Insbesondere möchte ich mich auch bei Sybille die mich aus der Ferne durch diese schweren Stunden begleitet hat bedanken.

Niue ist mit 1.700 ein kleines Land, eine besondere Insel und so großartig. Miguel und uns wurde auf der Insel so viel Anteilsnahme entgegen gebracht, so herzlich. So wurde Lisa und ich bei einer außerordentlichen Sitzung als Anerkennung unserer Rettungsaktion als Mitglieder des NYC aufgenommen.

Anapala Chash
Dinghi Kran mit Dock für die Zeit an Land

Das Learning ist. Wir können so umsichtig und vorsichtig sein wie wir mögen. Wenn etwas passieren soll dann passiert es. Nicht wir lenken sondern unser Leben ist in Gottes Hand. Demütig sehe ich, hier sollte es nochmals für alle gut ausgehen.

Aus der WARC Flotte habe ich die Unterstützung für die Weiterfahrt nach Tonga und Fiji. Nun ist die Zeit diese 10 Tage mit Abstand und Ruhe aufzuarbeiten. Dann wird sich zeigen wie es weiter geht.

So wird es nun auch mal eine Blogpause geben.