Zwischen Bora Bora und Nuie

Irgendwo im Nirgendwo zwischen Bora Bora und Nuie nachts um halb zwei rauschen wir gemütlich schweigend über den Pazifik. Alles schläft einsam wacht wer gerade Wache hat. Es geht uns gut. Wir drei Lisa, Miguel und ich (Mathias) verlassen uns aufeinander und kommen so gut in den wachfreien Zeiten zum schlafen. Alle vier Stunde wechseln wir uns ab.

Zwei windige, nasse und sehr böige Tage liegen hinter uns. So viel wie in diesen Tagen habe ich seit der Biskaya mein Ölzeug nicht mehr genutzt. Die Wellen schoben mit 3-5 Meter von hinten und der Seite. Der Wind blies mit 26 kn und in den Böen gab es auch mal 36kn. Die Schauer kamen eher waagrecht bei uns an. also hieß es MPX an und Schotten dicht. Lisa verwöhnt uns trotz erschwerten Bedingungen aus der Bordküche mit Leckerem und Miguel nimmt mir die eine oder andere weniger angenehme Aufgabe ab. Mir geht es gut. Und Sybille schreibt mir dann aus Singapur wie lecker die von Michelin genannte Streetkitchen schmeckt, wie modern die Stadt sei und wie toll es dort ist. An solchen Tagen komme selbst ich ins Nachdenken.

Dieser Abschnitt von Bora Bora nach Tonga mit Stopp in Nuie wird als Fun-Race gefahren. Unser Cruising Modus wird modifiziert. Wir alle drei schalten da gerne auch mal auf Race um. Verschiedene Wetterroutings werden studiert und dann unterwegs das wahre Wetter mit den Modellberechnungen verglichen und neu beurteilt. So sind wir nicht wie die anderen nördlich der direkten Linie sondern als einziges Boot mehr im Süden geblieben. Der Wind drehte sich hier auch zu unserem Vorteil. Bisher hat uns das recht weit nach vorne gebracht. Mal hat die Shipman 63 Fatjax oder mal wir den noch kürzesten Weg bis zur Ziellinie. Wir haben Spaß dabei. Mal sehen wie sich die beiden folgenden Tage weiter entwickeln werden. Es bleibt spannend.

Mathias