Ibiza – Formentera und Paula kommt – Mai 2023

Reisebericht von Mathias

Heute ist Pfingstmontag 29. Mai 2023. Seit zwölf Tagen ist die PURE FUN in den Gewässern von Ibiza. Das Wetter erleben wir nach den vielen sonnigen Monaten auf den Kanaren und Madeira hier auf den Balearen als kühl, unbeständig und immer wieder regnerisch.

Von uns beiden war es der Wunsch nochmals Zeit auf Formentera und Ibiza zu verbringen. Von anderen Ferien hatten wir schöne Erinnerungen an diese beiden Inseln. Ja wieder in Formentera vor Anker zu liegen das blaue Wasser zu genießen. Die Ruhe wie auch die chillige Atmosphäre in einer der Strandbars reizte uns. Wir fanden einen Weg durch den flachen Pass und einen schönen Platz in der geschützten Bucht von S’Espamaldor. Im Tiburón Beach Club gab es noch einen Sundowner so wie die Empfehlung eines Wiener Ehepaars im LAS DALIAS zu tanzen. 

In der Marina Botafoc bekamen wir einen Liegeplatz. Von dort ging es mal mit Taxi, zu Fuß oder der Bootsfähre nach Ibiza Stadt. Ich verbrachte 1997 meine ersten Ferien hier. In Erinnerung an damals gab es Frühstück mit Croissant bei der Markthalle. Beim flanieren durch die Gassen gab es so viel zu sehen, viel Kleidung, Restaurants und Bars. So richtig besonders ist für uns hier noch immer die Vielfalt der Menschen. Es liegt ein besonderer Flair in der Luft, noch immer. 

Zu Jochens Besuchs schrieb er selbst. Wir genossen die gemeinsame Zeit und freuen uns auf das nächste Mal. 

Selbst jetzt im Mai ist es schwierig für unser Boot einen Liegeplatz in einer Marina zu bekommen. Die freien Plätze sind knapp. So manchmal haben wir den Eindruck, dass sich nur wenig Mühe gegeben wird für durchreisende Yachten Platz zu finden. Nach etwas suchen bekamen wir einen in Santa Eulalia. Auch hier wurde der Preis nicht nach der Länge unseres Boote sondern nach der Größe des Liegeplatzes berechnet. So zahlten wir hier halt für 22 m. Das ist man von anderen Revieren anders gewohnt. Wir sagten zu und waren froh einen Platz zu haben. Die Liste der gewünschten Lebensmittel war lang. Ja es gibt noch die Obst und Gemüseangebote an den Landstraße. Jetzt halt etwas geschützter in einfachen Geschäften. Das Angebot ist meist regional und lecker. Nach all den Einkäufen verbrachten wir den Freitag Abend im LAS DALIAS. Bekannt ist der auch für seinen Hippie Markt. Das Publikum war sehr vielfältig. Von jung bis alt von Hippie, über etwas schräg bis hin zu eher konservativ wie wir. Zum leckeren Essen gingen wir bei der Musik schon immer wieder mit. Danach war selbst Mathias bis 1:00 mit auf der Tanzfläche. Es hat so viel Spaß gemacht. 

Tags drauf gings wieder auf Wasser. Ach ja wir werden immer mal wieder gefragt wie es mit dem Boot geht. Wir stehen im Austausch mit der Werft. X-Yachts versichert uns all die Probleme zu erledigen. Manchmal erfordert das Finden, das Lösen wie auch das Klären wer was zahlt oder liefert Geduld.

Den Hafentag verbrachte ich mit dem Versuch das Navigationsgerät von RAYMARINE upzudaten und eine Lösung für die eigenartige Kursanzeige zu finden. Am Tag zu vor wurde der Steuerkurs um 13 Grad versetzt zu Kompass und GPS angezeigt. Das Update wie auch die Neukalibierung brachte spürbare Verbesserung. Nun war das erledigt. Doch es gab auch an diesem Tag wieder eine neue Herausforderung zu lösen. 

Raumschots segelten wir bei 20 kn Wind und einer etwas konfuser Welle gemütlich so mit 8 kn dahin. Zwischen Ibiza und Fromentera gibt es eine engere Durchfahrt mit viel Verkehr von Schnellfähren und Freizeitbooten. Es stand ein Kurswechsel mit einer Q-Wende an. Plötzlich wurde ich unruhig. Der Baum hatte auf einmal so viel Spielraum nach oben. Ein Pumpen am hydraulischen Kicker (Baumniederholer)brachte keinen Veränderung. Das Baumende wurde bei jeder Welle oder Böe um einen Meter angehoben. Sybille ging ans Steuer und ich an den Mast. Die Achse, den HARKEN Hydraulik Kicker mit dem JOHN Mast verbindet, war herausgefallen und lag am Boden. Die Q-Wende wurde verschoben, Raum zum Arbeiten gesucht. Eine kleine Insel bot genügend Schutz vor der Welle und es konnte repariert werden. Zusammen konnte der Baum so positioniert werden, dass die Achse wieder reingeschoben und mit PANZERTAPE gesichert werden konnte. Inzwischen haben wir Übung mit Überraschungen. Nach 10 Minuten konnte es wieder weiter gehen. Beim segeln auf dem anderen Bug fanden wir auch die Schraube. Die hatte sich aus der Achse gelöst. An der Stelle sind wir beim Sport machen (Yoga, Streching)sehr oft. Dass sich dort eine Schraube öffnet und so schnell rausfällt überrascht uns doch sehr. Nach unserem Geschmack ist diese Schraube viel zu kurz und Loctite war auch nicht zu sehen. Mal sehen wie sich das nach dem langen Wochenende in Dänemark noch entwickelt. Bei Mercedes gäbe es in so einen Fall einen Rückruf. 

Ein Gedanke der uns nach den neun Monaten auf einem neuen Boot beschäftigt ist, welchen Anspruch an den Grad der Fertigstellung, Funktionsfähigkeit, Haltbarkeit und Qualität man stellen darf. Wir hören zu vielen Neubooten Geschichten, die uns wundern. Da wissen wir auch, dass wir bei X-Yachts richtig gut aufgehoben sind. Dennoch war unser Maßstab an eine Premiumwerft so gesetzt wie wir ihn von den Premiumherstellern von Autos praktiziert erleben. Fehler und Probleme gibt es. Der Unterschied ist, wie man damit umgeht und welchen Einfluß diese auf die Produktion wie auch auf die anderen ausgelieferten Boot hat. 

Die beiden vorangegangenen Nächte verbrachten wir vor Anker in der Bucht vor dem BLUE MARLIN IBIZA. Diese Mal war es uns zu windig und es gab zu viele Schauer um auswärts im BMI zu essen. Die Bucht wurde voller. Neben sehr vielen Katamaran, einigen größeren Motorbooten lag auch weitere richtig schöne Segelboote hier. Eine große Southern Wind, die MRS Seven, eine moderne MYLIUS sowie die KEALOHA mit klassischen Linien. 

Nun heute am Pfingstmontag geht es zurück nach Ibiza. Der Morgen beginnt, wie vorausgesagt mit viel Schauer. So nutzen wir das Niederschlag freie Wetterfenster ab 11:00 Uhr um zu unserem Hafenplatz zu Motoren.

Der Service der Marina BOTAFOC hebt sich von dem, was wir sonst hier erleben wirklich positiv ab. Dort wurde mit Engagement ein Liegeplatz für uns organisiert. 😃👍🙏

Heute ist ein besonderer Tag. Meine Tochter Paula kommt auf Besuch. Die Bachelorarbeit ist abgegeben, alle Prüfungen bestanden 👍 und die Party mit den Mitkommilitonen in Kroatien gefeiert. Jetzt ist endlich Zeit und Ruhe die PURE FUN zu besuchen. 🍾🥂 Sie wird uns die kommenden Tage auf der Reise nach Palma begleiten. 

Eine für uns neue Hilfe bei der Suche von Ankerbuchten und Liegeplätzen ist die APP NAVILY. Diese wurde uns empfohlen. Unsere Erfahrungen in den letzten vier Wochen überzeugten uns. Inzwischen haben wir den kostenpflichtigen Premiumdienst.

Bei der Ankerwache nutzen wir nicht den von RAYMARINE sondern die APP ANKERALARM. Die geht übers Handy. Funktioniert zuverlässig und kann auch auf ein zweites Gerät gespiegelt werden. Das ist bei Abwesenheit vom Boot wirklich sehr nützlich. 

Viele Grüße

Mathias Wolfgang Keim

Paula ist daaaaaaa…….

Gastbeitrag unserer jungen Crew zum Törn Lagos – Lanzarote

Pia Speckle, 19 Jahre, segelt im J70 Bundesligateam vom WYC und weiteren Bootsklassen. #pia.xps

Justin Venger, 21 Jahre alt, segelt J70 im Bundesligateam beim WYC. #justin2000v

Carlo Schnetz, 23 Jahre alt, segelt J70 im Bundesligateam beim WYC. #carloeon1503

Von Lagos nach Lanzarote – aus Sicht von Justin, Carlo und Pia

Als wir am Montag gegen Nachmittag in Faro landeten und Abends das erste Mal das Boot in Lagos sahen, wurde unsere Vorfreude noch größer als sie es bis dort hin schon war. Leider mussten wir uns noch etwas gedulden, da das Wetter nicht auf unserer Seite war. Das gab uns jedoch die Möglichkeit in den kommenden zwei Tagen sowohl das Boot, als auch seine Skipper, während ein paar noch zu verrichtenden Arbeiten besser kennenzulernen.

Am Donnerstagmorgen war es dann soweit, dass wir in See stechen konnten. Bei gutem Wind mit bis zu 30 Knoten von vorn segelten wir Richtung Lanzarote. Leider war unsere Freude nur von kurzer Dauer, da die drei Bodenseekinder allesamt mit Seekrankheit zu kämpfen hatten. Hinzu kam, dass nun noch einige Dinge am Boot anders verliefen als wir sie uns vorgestellt hatten. Nachdem zuerst die Latten der Genua beschlossen, ihr Leben am Grund des Atlantiks zu verbringen, machte nun auch noch der Furler Probleme. Mit zunehmendem Wind der in Spitzen nun deutlich über den 30 Knoten lag, entscheiden wir uns die Genua von Hand zu bergen und stattdessen mit der kleineren Fock weiter zu segeln. Nachdem alle Segel wieder am richtigen Platz waren freuten wir uns dass es nun wieder bergauf zu gehen schien. Am kommenden morgen, wurden wir leider enttäuscht. Das Kutterstag riss und die Fock landete  im Wasser. Nun waren wir gezwungen nur noch mit dem Großsegel weiter zu segeln. Langsam wird klar, dass wir unseren Kurs auf Lanzarote nicht halten können. Da sich das Boot aber auch nur unter Groß stabil anfühlt, entscheidet Mathias gemeinsam mit uns die Fahrt nicht abzubrechen sondern nur vorerst den Kurs auf Marokko zu ändern. Als wir spätabends kurz vor Casablanca waren, teilte uns der Hafenmeister mit, dass wir dort keinen Platz bekommen würden, empfiehlt uns aber einen Hafen weiter nördlich. Frage des Hafenmeisters nach unserer Ansteuerung auf Casablanca:“Pure Fun, what is your Intension?“ Er war sichtlich empört von unserer Idee in seinem Hafen anlegen zu wollen. Im empfohlenen Hafen weiter nördlich angekommen angekommen lies uns leider der dortige Hafenmeister wissen, das Boot sei zu groß. Allerdings meinte er, wir könnten vor dem Hafen hinter der Mole des Industriehafens mit LNG Terminal ankern. Glücklich endlich einen ruhigen, wenn auch etwas skurrilen Platz gefunden zu haben, freuten wir uns alle müde ins Bett fallen zu dürfen. Am nächsten Tag wurden wir von der marokkanischen Sonne begrüßt. Nachdem die Hafenarbeiter unsere Pässe kontrolliert und ein paar Zigaretten abgestaubt hatten, machten wir uns dran die Schäden der letzten Tage und Nächte zu begutachten. Schnell wurde klar, dass wir den gebrochenen Furler der Genua nicht reparieren konnten, ähnlich wie das Kutterstag. Nach dem wir auch die kleineren Dinge, wie ausgerauschte Schoten, wieder an ihren Platz gebracht hatten, berieten wir über den weiteren Verlauf unserer Reise. Wir entschlossen uns das Ziel vorerst offen zu lassen, ob wir nach Agadir oder wirklich nach Lanzarote segeln, wollten wir spontan aus der Situation entscheiden. Auf dem Weg an der marokkanischen Küste entlang, vorbei an Casablanca, segelten wir quasi direkt in einen wunderschönen Sonnenuntergang. Zum Einbruch der Dämmerung kamen uns noch einige Delfine besuchen, die uns tatsächlich fast eine Stunde auf unserem Weg begleiteten – was eine schöne Belohnung nach einem solchen Tag war. 

Leider blieben wir auf dieser Tour vor nichts verschont. Nachts riss uns die Förlerleine des Großsegels. Dennoch beschlossen wir weiter zu segeln und entschieden uns auch dafür nach Lanzarote zu segeln. Der Wind sollte laut Vorhersage deutlich abnehmen, zum Glück bewahrheitet sich dies und der Wind sankt auf rund 5-6 Knoten. Gegen Sonntagnachmittag beschlossen wir die Genua, die wir zuvor von Hand hinaufgezogen hatten und ohne Förler gefahren waren zu bergen und nicht mehr weiter zu kreuzen, um Zeit einzusparen. Unter Motor ging es direkt gegen an Richtung Lanzarote. Den Montag vertrieben wir uns bei strahlendem Sonnenschein mit gutem Essen, Karten spielen und interessanten Gesprächen, während es wenn auch unter Motor, weiter in die richtige Richtung ging. 

Jetzt um kurz vor fünf am Dienstagmorgen sind wir 60 Meilen vor Lanzarote und haben es fast geschafft. 

Auch wenn der Wind es nicht gut mit uns meinte und die gesamten Tage von vorn kam, uns ein Schaden nach dem Anderen in die Quere kam und wir viel zu viel Zeit unter Motor verbrachten, werden wir die Tage sehr positiv in Erinnerung behalten. Wir durften sehr viel lernen und einige neue Dinge aufschnappen. Mathias und Sybille haben uns mit Ihrer Offenheit  und gutmütigen Freundlichkeit auf eine sehr schöne Weise an Ihrem Leben teilhaben lassen und wie Mathias sagen würde, Ihr Glück auf diesem sehr schönen Schiff mit uns geteilt. Wir haben uns sehr gefreut dass Ihr uns mitgenommen habt und sind sehr dankbar für die tolle Zeit hier. Für eure weiteren Abendteuer, wünschen wir euch ganz viel Spaß, schönen Wind und dass alles so kommt wie ihr es euch vorstellt. 

Autoren: Pia, Justin und Carlo
Anleger Bierchen in Arrecife

Streifzüge durch Cascais und Stand der Technik

Während Mitarbeiter der Yanmar Vertretung unserem Motor neue Füße verpassten, machten wir uns auf den Weg die große Welle zu betrachten, die es seit gestern Nacht ganz in der Nähe geben sollte. Im Hafen schwankte und schaukelte es auch beachtlich letzte Nacht. Da die neue Pumpe für unsere Heizung erst Montag ankommen wird muss dieses Wochenende mehr gekuschelt werden, damit es warm wird.

Ein Foto für die Technik Liebhaber……ansonsten ist der heutige Beitrag eher Kultur orientiert.

Es ist sehr eng im Motorraum und nicht ganz einfach den schweren Motor punktuell anzuheben um ihm neue stabilere Füße zu montieren, damit er ruhiger wird und das „scheppern“ aufhört. ( mir fällt leider nur dieser schwäbische Ausdruck ein, er beschreibt es tatsächlich auch am Besten).

Ich freue mich, dass ich meinen Mann mal vom Boot bekomme um mit mir Sightseeing zu machen, denn für gewöhnlich beaufsichtigt er lieber die Arbeiten an Bord. Die Erfahrung zeigte, dass dies durchaus sinnvoll ist, daher will ich mich auch nicht beschweren, sondern mich freuen, dass es heute einmal anders ist. Auf dem Weg zum Tor am Ende unseres Steges ruft uns einer der Hafenmeister etwas zu….“Security, Security,….!“, wir sollten bleiben wo wir sind, ein Dinghy würde uns abholen, dies sei eine Übung, alle Personen im Hafen zu evakuieren. Aha….na, dann! Da kam das Dinghy schon angefahren, mit an Bord, Steen, der X-Yacht Mitarbeiter, ihn haben sie bereits „abgeborgen“. Wir waren froh, dass sie die 3 Yanmar Mitarbeiter unter Deck nicht gefunden haben, so dass diese wenigstens weiterarbeiten konnten. Wir wurden zum anderen Ende des Hafens gefahren. Dort durften wir an Land. In einer Stunde durften wir zurück an Bord. Steen blieb nichts anderes übrig als einen Cafe zu trinken, wir machten uns auf den Weg die „Wellen“ zu begutachten.

Bisher war hier ganz ruhiges Wasser zu sehen. Jetzt bricht sich hier diese Welle, obwohl wenig Wind ist. Die Auswirkungen spüren wir auch im Hafen. Ist wahrscheinlich die Auswirkung einer Wetterlage weiter draußen auf dem Atlantik.

Diesen Buddha entdeckten wir heute, er hat mir sehr gut gefallen. Ihn hatten wir bisher nicht entdeckt, da wir sonst einen anderen Ausgang benutzten.

Auf dem Weg zur „Welle“ kamen wir wieder an diesem wunderschönen Märchenschloss ähnlichen Haus vorbei.

Das „Museum Condes de Castro Guimarães“. Ein Kunstmuseum in einem historischen Bauwerk, steht im Internet. Dieses Foto habe ich vor Tagen am Abend aufgenommen. Heute hatten wir die Möglichkeit es zu besichtigen.

Die Besichtigung hat sich sehr gelohnt. Das Haus war in sehr gutem Zustand und bot einen wunderbaren Einblick in den Prunk der damaligen Zeit 1900-1920. Man hat gezeigt, was man sich leisten konnte. Alle Zimmer bis auf das Schlafzimmer wirkten sehr gemütlich und einladend. das Schlafzimmer, war nüchtern und wenig einladend…..diese Art der Vergnügung wurde wohl eher außer Haus gelebt. Eine Vermutung…..vielleicht habe ich schon zu viele Romane über diese Zeit gelesen.

Es war sehr angesagt teures Porzellan aufzutischen, die Möbel in China und Indien bauen zu lassen. Nicht zuletzt kamen durch den Hang zur Prunksucht auch Komfort in diese Häuser. Das Tafelservice auf dem Foto wurde Ende des 19 Jahrhunderts in Paris von der renommierten Firma Bointaburet hergestellt und war inspiriert von Modellen des 18. Jahrhunderts.

Nun noch ein paar Kunstwerke, die mir sehr gut gefallen haben.

Als wir zurück kamen wurde der Motor mit den härteren Füßen getestet. Beim Probestart zeigt sich schnell wie filigran die Technik auf so einem Boot abzustimmen ist. Ergebnis war leider wenig befriedigen. Es war schlimmer als zuvor…..Lösung: nochmal andere Füße bestellen, länger in Cascais bleiben und sie nächste Woche einbauen lassen und testen. In Abstimmung mit uns arbeitet die Werft an unserem Boot an der Optimierung des Antriebsstrangs, so die sachliche, technikaffine Sicht. Und so die emotionale Sicht, Ohm….wie gut, dass so ein großer Buddha im Hafen steht….

Steen der großartige Mitarbeiter aus Dänemark musste heute zurückfliegen. Deshalb waren wir gestern Abend mit ihm lecker portugiesisch Essen zum Abschied. Und da für die nächsten beiden Tage Sonnenschein vorhergesagt wurde nutzen wir die freie Zeit um endlich nach Lissabon zu fahren. Von hier mit dem Zug alle 15 Minuten in nur 20 Minuten erreichbar. Darauf freuen wir uns sehr. Handwerker kommen erst am Montag wieder. Wir haben ein freies Wochenende vor uns. Ich bin so auf den Weihnachtsmarkt gespannt der hier gerade aufgebaut wird. Irgendwie surreal für mich. 18C°, Sonnenschein, Strand…und dazu Lichterketten, Weihnachtsbäume aus Plastik……mal sehn ob es auch Glühwein geben wird, oder vielleicht doch Sangria?

Euch zu Hause wünschen wir auch ein schönes Wochenende, einen schönen 1. Advent und endlich mal wieder Weihnachtsmarkt.

PURE FUN, technische Aspekte unseres Aufenthalts in A Coruna

Uns erreichen Nachfragen wie auch Anteilnahme an unserem längeren Aufenthalt hier im Stadthafen des Real Club Nautico de A Coruna. Der Aufenthalt hat ganz unterschiedliche Aspekte. Sybille hat zum Touristischen schon so manches geschrieben. Motivation in A Coruna fest zu machen, war zunächst die ungünstige Wettersituation mit andauernden südlichen Winden wie auch Veränderungen am Antrieb.

Die Wetterlage der ersten Tage hier in Galizien mit 5 bis 8 Windstärken und vorhergesagten Wellen bis zu 6 Meter gegen an muss man nicht unbedingt haben. Die Entscheidung zu bleiben war auch im Nachhinein seemännisch richtig.

Die technische Seite sieht weniger klar aus. Auf Grund der Nachfragen gehe ich heute hier mehr in die Details. Auf der X 5.6 besteht der Antrieb aus einem Yanmar Motor mit 110 PS samt Getriebe und Kupplungen, drei Bauteilen von Aquadrive zur Reduzierung der Schwingung und des Schalls, einer Welle sowie einem Gori Dreiblatt Faltpropeller. Das sind alles Topteile. All das ist auf engem Raum sehr solide verbaut.

Auf den letzten Meilen durch die Biskaya wurden die Geräusche des Antriebs lauter. So nahmen wir gleich nach unserer Ankunft in Abstimmung mit X-Yachts in Dänemark mit dem Yanmar Servicepartner Varadero Marina Coruna in A Coruna Kontakt auf.

Kurzfristig gab es erste Tests im Hafen. Vermutet wurden hiernach zu schwach dimensionierte Dämpfer / Füsse zwischen Yanmar Motor und Rumpf. Diese Vermutung wurde dann an X-Yachts übermittelt. In Dänemark wurden diese Einschätzung mit der Technik und den Lieferanten überprüft und bewertet. Ergebnis war, die Füsse sind korrekt gewählt. Kräfte werden vom Aquadrive absorbiert und so können die Füsse für eine bessere Dämpfung weicher dimensioniert werden.

Das gibt es sonst nur bei viel größeren Segelbooten. Die Dämpfung ist äusserst wirksam. In der vorderen Ownerkabine bekommt man vom Motor im Standgas oder auch bei Marschfahrt mit 2.300 U/min kaum etwas mit.

Auch wenn die X-Yachts unsere Anliegen im After sale sehr schnell abarbeitet, vergehen für die Klärung mit verschiedenen Spezialisten und Lieferanten schnell die Tage.

Das erste Wochenende mit einem möglichen, jedoch engen Wetterfenster für die Weiterfahrt, stand vor der Türe. Verschiedene Wettermodell wurden über PredictWind analysiert und vor Ort Einschätzungen eingeholt. Chuny von der Werft Varadero Marina Coruna schrieb, so sehr er selbst auch versucht Hafentage zu reduzieren und lieber segelt, würde er an unserer Stelle bleiben. Damals wußte ich noch nicht wer hinter dem Namen Chuny steht. Hätte ich mal Google nach Chuny  und Sailing gefragt, wäre mir die Empfehlung noch klarer gewesen. Er gehört mit 7 Round the World Rennen zu den erfahrensten Off Shore Seglern.

Ohne zu wissen, woher die Veränderung an Antrieb kommt und im Vertrauen in den Yanmar Partner ließen wir das Wetterfenster am ersten Wochenende vergehen und blieben schweren Herzens im Hafen.

Mit dem Ergebnis, dass die Füsse korrekt sind, wurde für die zweite Woche weitere Tests auf dem Wasser angesetzt. Nur leider war an den ersten Tagen zu viel Wind in der Bucht. So wurde es Donnerstag, dem 8. Tag in A Coruna. Der Motor brachte das Boot rückwärts gut und gewohnt auf Geschwindigkeit nur vorwärts ging es (viel zu) langsam voran. Das war insbesondere beim Anlegen mit 25 kt von der Seite sehr unangenehm 😏. Ergebnis war, es muss weiter überprüft werden, woher das Klacken und die Veränderung der Leistung kommt. Von Dänemark gab es Anweisungen was wir an Bord noch am Getriebe testen sollten. Auch das verlief ohne negativen Befund und die Woche ging zu Ende.

In kurzfristiger Abstimmung mit Dänemark wurde dann am Freitag Nachmittag die Verlegung unserer PURE FUN in die Werft von MarinaCoruna für Montag vereinbart.

Am Montag kam dann das Getriebe samt Kupplung und dem vorderen Verbindungsstück des Aquadrives zwischen Getriebe und Welle raus. Das dauert bei den engen Platzverhältnissen fünf Stunden und ist wirklich anstrengend.

Dienstag war Feiertag. Mittwoch früh war das Getriebe auf einem speziellen Prüfstand. Ergebnis war, das Getriebe ist perfekt. Parallel wurde die Welle samt Propeller abgetaucht. Es war etwas viel Toleranz im Einbau jedoch kein mechanischer Befund. Es gab erneute Abstimmung mit Dänemark. Für den Ausbau des hinteren Bauteils von Aquadrive und der Welle muss das Boot aus dem Wasser. Auch das war am Mittwoch Abend erledigt. PURE FUN stand auf dem Trockenen und die ausgebauten Bauteile, d.h. Getriebe, Kupplung, Aquadrive, Welle und Propeller lagen einzeln in der äußerst ordentlichen Werkstatt von  Varadero MarinaCoruna auf der Werkbank.

Donnerstag wurde die Welle durchgemessen. Es gab kleine Abweichungen jedoch keine besonderen Veränderungen. Stück für Stück wurde der Antriebsstrang in der Werkstatt wieder zusammen gebaut und manuell getestet. Es klackt im Kugellager und es zeigt sich erste Abnutzungen und Verbrauchsspuren. Jedoch ist unsere X 5.6 nun auch schon vier Monate im Wasser, 1.600 nm gefahren und der Motor 120 Stunden gelaufen.
Ergebnis ist, möglicherweise muss an der einen oder anderen Stelle mit weniger Toleranz eingebaut werden. Zusätzlich werden vorsorglich wenige Teile ausgetauscht.

Parallel wurde das Unterwasserschiff gereinigt und Bedarf zum Nacharbeiten am Coppercoat zeigte sich. Alleine dafür hat sich der ganze Aufwand der Auswasserung gelohnt.

Seit Freitag wird wieder eingebaut und dabei noch mehr auf die optimale Positionierung aller Komponenten geachtet.

Wir sind guter Dinge, dass bis Montag am Unterwasserschiff wieder alles abgetrocknet ist und unser Boot wieder in sein Element zurück darf. Dann wird sich zeigen, wie es aussieht.

Wie geht es uns nun?
Ja ich darf mich in Geduld üben. Wer mich kennt weiß ich habe andere Stärken. Und ich bin stolz auf mich, wie ich das hinbekomme.

Und wir sind echt happy,
dass wir an unserem so komplexem Boot, wie eine X 5.6, nur so wenige Punkte zum Nacharbeiten haben,
wie schnell und engagiert Nils bei X-Yacht in Dänemark hier alles klärt, entscheidet und beauftragt,
Wir mit Varadero Marina Corona eine so kompetente, serviceorientierte und flexible Werft haben, dass wir so die vielen Reize von A Coruna entdecken konnten,
hier auf der Werft die Faszination für unser Boot wie auch fürs Segeln zu spüren,
und wer weiß vor was wir so beschützt wurden. Es gab auch letzte Woche wieder auf unserer Strecke Angriffe von Orcas auf Segelboote. Die Orca sollten nun weiter in den Nordatlantik ziehen und uns den Weg frei machen.

Wir sind geführt. Das Leben meint es wirklich gut mit uns. So genießen wir jeden Tag, so wie er kommt und was er für uns mit sich bringt. Bereichernd und faszinierend sind für uns die Begegnungen mit all den Menschen, die mit Leidenschaft ihr Ding machen und sehr mit ihrer Heimat wie ihrem Herzen verbunden sind. So wie hier Luis als Koch oder Chuny als Segler sind es für uns z.B. in Zermatt Dani als Pilot und Nadia als Gastgeberin. Seid gegrüßt.

Warten in A Coruna ist angesagt

Nun sind wir Vorgestern in die Marina einer Werft umgezogen die handwerklich sehr gut sein soll. Vorgestern wurde unser Motor teilweise zerlegt, heute werden die Teile untersucht. Gestern war Feiertag wie in Deutschland. Die Marina Seca liegt nicht so schön wie die Letzte. Es sind 3-4 km in die Altstadt. Der Weg dorthin ist stark befahren und führt am Industriehafen entlang. Ich laufe ja wirklich sehr, sehr gerne, nur diese Strecke ist anstrengend für mich.

Einer der Gründe, weshalb ich diesen Blog schreibe ist, dass wir unserer Familie wenn wir mehrere Tage am Stück über einen Ozean oder ein anderes Gewässer segeln, jeden Tag ein kleines Lebenszeichen schicken können. Nur dachte ich zu Beginn nicht, dass es so viele Komponenten sind, die man zu berücksichtigen bzw einzurichten hat bis das wirklich funktioniert. Zum Glück habe ich immer wieder Jemanden gefunden, der mir weitergeholfen hat. Mein Bruder Jochen hat den Blog von der technischen Seite erstellt und mir erklärt wie ich mit WordPress umzugehen habe. Mathias hat an Bord das Satelliten Telefon IRIDIUM einbauen lassen und sich mit dieser Technik auseinandergesetzt. Auf der Southampton International Boat Show hat er einen Airtime Vertrag mit „MailaSail“ für das CERTUS 100 abgeschlossen und eine REDBOX gekauft. MailaSail sind Spezialisten für shore und offshore Kommunikationslösungen. Ihr glaubt nicht wieviele Stunden Mathias dafür investiert hat, alles zu verstehen und einzurichten. Er wurde dabei super von MailaSail unterstützt. Mir war noch nicht klar, wie meine Blogtexte nun via IRIDIUM Satellitentelefon übertragen werden können.

Als wir drei Tage offshore durch die Biskaya segelten hätte ich nicht an meinem APPLE schreiben können. Da wurde mir klar, dass es nur am Handy möglich ist, auf See zu schreiben. Also schrieb ich Ralf von der Flora nochmals eine Mail. Wiebke und Ralf sind auch schon eine ganze Weile mit ihrem Boot unterwegs und schreiben einen tollen Blog. http://www.sy-flora.blog. Ich lese ihn schon sehr lange. Vor allem auf ihren langen Passagen habe ich jeden Morgen geschaut, ob sie eine gute Nacht hatten und alles okay war. Er hat uns schon öfter weitergeholfen. Ralf schrieb mir, dass er an Handy oder Ipad seine Texte schreibt, wenn er offshore ist und ich dazu eine upload-Email -Adresse bräuchte. Mein Bruder Jochen konnte diese Email nun besorgen und dieser Text hier ist der Test ob es funktioniert. We will see….