Blitzbesuch von Paula

Zwischen Gran Canaria und Santorini konnte Paula noch 5 Tage auf der Pure Fun rein schieben. Da war der Papa glücklich. Die Stiefmama natürlich auch.😉🥰

Nach erfolgreichem Bachelor Abschluss hat man ausgiebigen Urlaub redlich verdient. 🤣

Da wir in Es Trend vor Anker lagen fuhr Paula mit dem Taxi nach Sa Ràpida. Wir tankten Diesel und Wasser an der Fuel Station dort im Hafen und nahmen Paula dort auf. Anschließend ging es zurück in die Ankerbucht von Es Trenc. Nochmal 29C° warmes sauberes Wasser genießen.

Am nächsten Tag machte Paula mit Mathias das Dinghy klar, denn Paula wollte zum Strand um Freunde aus Stuttgart zu treffen. Am Nachmittag kamen dann alle vier zu uns an Bord. Die Freunde wollten gerne die Pure Fun anschauen und den Strand aus einer anderen Perspektive wahrnehmen. Uns hat die Abwechslung sehr gut gefallen….nach soviel Zweisamkeit sind junge Menschen an Bord eine wohltuende Abwechslung.

Am Mittwoch kam der Wind aus Süd-West und der Schwell in der Bucht nahm zu. So zogen wir weiter und genossen herrliche Segelstunden Richtung Palma.

Paula unsere Steuerfrau.

Ich wäre gerne nochmal nach Cala Fornells gegangen, doch laut Navily App war dort auch zu viel Schwell. So landeten wir westlich von Palma in einer kleinen zu Beginn sehr vollen, dafür wunderschönen Bucht. Cala Portals Vells.

Gelber ausgewaschener Sandstein umgab die Bucht. Wieder ein ganz neues Bild von Mallorca. Zu Beginn sehr überfüllt, leert sich die Bucht allmählich. Durch die Nähe zu Palma gehen hier viele Boote nachts zurück in den Hafen zu ihrem Liegeplatz. So blieben am Ende nur ca. 5 Boote übrig. Wie angekündigt änderte sich der Wind über Nacht auf Nord-Ost. So lagen wir morgens mit dem Heck 1-2 Meter im Badebereich. Da die Bucht nach Osten offen war. Darum beschlossen wir weiter zu gehen. Wir hatten ca. 22 Knoten Wind aus Nord-Ost. Mathias hatte Lust zurück nach es Trend zu segeln. Wir Mädels weniger. So segelten wir unentschlossen ein wenig umher und schauten bei der Copa del Rey Regatta zu. Sahen dann auch ein Boot mit gebrochenem Mast, das aufgeben musste.

Uns erging es besser…wir verloren nur eine Segellatte von unserer Genua.

Da wir Damen keine Lust auf viele Stunden segeln hatten, fragte ich in der Marina Pantalán del Mediterráneo ( dieses mal klappte das Funken schon viel besser 🤣) ob wir schon einen Tag früher kommen dürfen. Sie hatten Platz. Somit waren wir am Nachmittag im Hafen und konnten mit dem Einkauf für die Fahrt nach Lanzarote und der Organisation einer Laundry beginnen.

Am Abend spazierten wir in die Altstadt um mit Paula zum Abschied im Ritz bei Bruno zu Abend zu essen. Es war lecker wie immer.

Am Freitag Nachmittag traf Clemens ein. Er wird ein Teil der Lanzarote Crew sein. Er kam vor ein paar Wochen mal an unserem Boot vorbei, brachte einen Lebenslauf und fragte ob wir Hilfe an Bord bräuchten. Er hätte bis Oktober Zeit. Zu diesem Zeitpunkt benötigten wir keine Unterstützung, fanden ihn sympathisch und so bewarten wir seinen Lebenslauf auf. Man weiß ja nie…

Als klar war, dass ich nach Hause muss, fragt Mathias bei ihm an. Er hatte Zeit.

Seine erste Aufgabe an Bord kam beinahe einer Mutprobe gleich. Rauf in den Mast…um das Genua Fall einzufädeln. Es war sein erstes mal aber er wollte es versuchen. Er hat es sehr gut gemeistert. Auf diesem Wege nochmal herzlichen Dank an dich Clemens. Für mich wäre das ein Alptraum und Mathias ist auch dankbar, wenn es nicht immer an ihm hängen bleibt.

Wie es dazu kam, dass die Leine neu eingefädelt werden musste….Da die verlorene Segellatte wieder eingeschoben werden musste, war es nötig die Genua abzuschlagen. Jesper Bank brachte Mathias die neue Segellatte am Vormittag vorbei. Da es eigentlich nicht vor kommen sollte, dass eine Segellatte heraus fällt wurden nun die Enden zugenäht.

Um die Genua abzuschlagen muss die Schlaufe am Ende des Genuafalls mit der Schlaufe einer Hilfsleine verbunden werden. Mathias verband die Leinen mit einem Bensel und 2 Palstegen ( Knoten). Ich hatte die Sorge dass die Knoten Knubbel nicht durch die engen Löcher im Mast gehen und hängen bleiben. Deshalb schlug ich vor die Leinen mit Takelgarn zu verbinden, sowie ich es bei Justin und Pia gesehen hatte. So hat es beim letzten Mal prima geklappt. Ich nahm das weiße Takelgarn, das bei den Nadeln dabei war. Das war ein Fehler! (Justin und Pia verwendeten beim letzten mal das pink Farbene.)

Denn beim Setzten der Genua hörten wir ein zischendes Geräusch….dann viel das Fall aufs Deck und die Genua kam ebenso wieder runter….da wusste ich was passiert war. Mathias schaute mir tief in die Augen…..und zog die Stirn in Falten…..Meine Nähkünste haben nicht gehalten.😭 Dann fragte Mathias David von X-Yacht Spanien, wie denn die Fachleute dieses Problem lösen. Sie verbinden die Enden des Falls und der Hilfsleine mit einer dünnen Dyneema Leine und verkleben die Enden mit Klebeband. 👍😎

Das hat dann geklappt. Wir beschwerten das Ende des Falls mit einer Schraubenmutter, so fädelte Clemens das Fall ganz oben im Mast wieder ein. Mathias schaute unten am Mast nach der Leine. Als er sie sah, holte er sie mit einem verbogenen Kleiderbügel aus dem engen Schlitz im Mast nach draußen. Juhu, das klappte. Schon immer wieder interessant, dass solche Zusatzarbeiten meist dann kommen, wenn einem auch sonst nicht langweilig wäre. 😆

Um 21:00 Uhr kamen dann noch Evelyn und Mona vom Flughafen. Evelyn war bei der Biskaya Crew schon dabei und Mona ist eine Freundin von Ihr. Bei der letzten Anfrage bekam Mona keinen Urlaub. Dieses Mal hat es ganz kurzfristig geklappt. Auf diesem Wege vielen herzlichen Dank an die Vorgesetzten und Kollegen von Evelyn und Mona, dass sie ermöglicht haben, dass die Beiden Teil der Lanzarote Crew sein können. 🙏

Ich, Sybille werde aus privaten Gründen am Samstag mit Paula nach Stuttgart fliegen und nicht dabei sein können.

Am ersten Abend genossen wir gemeinsam ein leckeres Abendessen an Bord und am nächsten Vormittag ging die Crew noch in die Markthalle um Obst und Gemüse zu kaufen während ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Weg zum Flughafen machte.

Mona, Evelyn und Clemens

Mallorca umsegelt

Vom 13.-20.Juli lagen wir in Es Trenc vor Anker. Türkiesblaues, 30° warmes Wasser, 35-38C Lufttemperatur, ein voller Kühlschrank, an Land ein wunderschöner Sandstrand, dahinter ein Kiefernwald. Ein Traum, endlich mal baden und SEIN….

Nach einer Woche waren die frischen Lebensmittel aufgebraucht und der Süsswassertank fast leer, also hieß es „Anker auf“ mit dem Ziel Cala Radjada. Dort wollten wir für eine Nacht im Hafen festmachen um unsere Vorräte aufzufüllen und Wäsche zu waschen. 

Der Wind war besser als erwartete und so segelten wir freudig gen Osten. 

Der Hafen in Cala Radjada wurde ganz neu erweitert und ausgebaut. So bekamen wir unseren gewünschten Platz trotz Hochsaison. Am Abend genossen wir frischen Fisch in einem Restaurant am Hafen. Am nächsten Morgen machte ich mich zeitig auf den Weg in einen Waschsalon. Wäsche waschen und trockenen und Großeinkauf bis 12 Uhr erledigt haben zu müssen bedarf eines guten Zeitmanagements. Ich habe sicher manches Talent….Zeitmanagement gehört nicht unbedingt dazu….Freestyle liegt mir da schon eher. 😎

Nachdem ich nach 15 Minuten Fußmarsch den vom Hafenmeister empfohlenen Waschsalon gefunden hatte, schlenderte ich etwas umher und erkundete die Gegend. Ich fand eine Bäckerei und einen unscheinbaren Supermarkt bei dem hauptsächlich Einheimische einkauften. Es gab eine Metzgerei, eine Käsetheke, leckeres Obst und Gemüse, klein und überschaubar. 

Ich fragte, ob mein Einkauf in den Hafen geliefert werden könnte. Der Besitzer, der hinter der Fleischtheke bediente, erklärte sich bereit in seiner Mittagspause meinen Einkauf in die Marina zu fahren. Perfekt. So konnte ich nach Herzenslust meine Einkaufswägen füllen. Vor allem Trinkwasser war nötig und ohne Auto ein sehr mühsamer Einkauf. 

So waren wir dann ca. 14 Uhr klar zum Auslaufen. Der Hafenmeister gewährte uns 2 Stunden mehr im Hafen ohne neu bezahlen zu müssen. 🙏

Am Morgen während dem Frühstück, kam eine Frau vorbei, die den Hafen sauber machte. Sie sprach uns auf Deutsch an und fragte ob wir aus Hamburg kämen. 

Wir sagten, dass wir aus Stuttgart sind, dann meinte sie: „Dann könna mer ja au schwäbisch schwätza.“ sie wäre auch aus Stuttgart.

In den nächsten Tagen umsegelten wir gegen den Uhrzeigersinn Mallorca. Bei Cap Formentor bekamen wir eine Boje in einem kommunalen fast leeren Bojenfeld. Ein stolzer Preis mit 90€ war zu bezahlen. Da wir ansonsten keinen sicheren Ankerplatz bei 15Kn Wind aus Südost in Aussicht hatten, mussten wir in den sauren Apfel beissen. 

Die Nord-West Küste mit ihren steil aufragenden Felsformationen gefiel uns sehr gut. Wir segelten Downwind nur mit dem Mailsail, was wegen der wabbeligen See angenehmer war oder fuhren unter Motor, wenn kein Wind war. Der Wind war günstig um an dieser rauen Küste in Buchten zu ankern und nach 4 Tagen fuhren wir wieder an Andratx vorbei. Wind aus Süd-West sorgte für viel Schwell in allen Buchten der Süd-West Seite.  

Tolles Farbspiel am Himmel.

Auf Mallorca sieht man den Fisch eher am Himmel als im Wasser 🤣

Wir erinnerten uns an die Bucht von Cala Fornells. Dort verbrachten wir ein Wochenende im Hotel. Ich dachte damals schon, dass ich in dieser Bucht gerne einmal Ankern würde. Und tatsächlich dort waren wir vom Schwell weitgehend geschützt. In der Mitte des Fotos seht ihr das Hotel Cala Fornells, dort verbrachten wir ein Wochenende als unsere Pure Fun Landurlaub machte. 😂

Am nächsten Tag segelten wir zurück nach Palma. Da wir einem Schwesterschiff, einer anderen X-5.6 einen Besuch abstatten durften. Im Real Club Nautico konnten wir keinen Liegeplatz reservieren. Sie wären voll. So bekamen wir bei einem der Nachbarn einen Platz. Der Name ist so kompliziert, ich kann ihn mir nicht merken…noch schlimmer ist ihn beim Funken dreimal hintereinander Fehlerfrei zu sprechen…..🤣😎Ich hab nachgeschaut…der Club heißt: Pantalán del Mediterráneo. Sprecht das mal dreimal hintereinander…..

Wieder lagen wir zwischen großen Motorbooten eingeparkt….die Liegeplatzgebühr vergessen wir am besten ganz schnell wieder….Highsaison…..

Wir bunkerten Wasser und Lebensmittel, besuchten X5.6 Baunummer 11 im RCNP, dann lockte die nächste Badebucht. 

Als wir ausliefen bekamen wir Nachricht von einem Freund. Er machte Hotelurlaub bei Cala Fornells. Also segelten wir wieder zurück in die Bucht von Cala Fornells. Am Abend holte Mathias unseren Freund Andreas und Frau Alste mit dem Dinghy am Strand ab. Die beiden sind in Kiel zu Hause und segeln eine Bestevaer. Mathias hat Andreas vor vielen, vielen Jahren am Bodensee beim Segeln kennengelernt. Da stand natürlich als erstes eine Bootsbesichtigung an. Nach einem gemeinsamen leckeren Essen in einer Fischtaverne verabredeten wir uns für den nächsten Tag zu einer kleinen Segeltour. Da Alste ebenfalls leidenschaftlich gerne segelt, konnten wir uns beim Segeln gemütlich zurück lehnen und den Beiden das Steuer überlassen. 

Ich schwimme mit den Beiden zurück zum Land, damit wir das Dinghy nicht auspacken müssen.

Die beiden Fotos hat Andreas von seinem Hotel aus gemacht.

Nach dem Abschied entschlossen wir uns trotz der lauten Musik vom Vorabend noch eine Nacht zu bleiben und erst am nächsten Morgen wieder nach Es Trend zu segeln. 

Hier in Es Trenc liegen wir nun schon wieder den dritten Tag. Es ist so schön hier. Fühlt es sich wie „Urlaub“ an. Baden, lesen, essen, Seele baumeln lassen. Ich könnte zwei Wochen am Stück hier bleiben. 

Heute kommt Besuch. Paula besucht uns nochmal für ein paar Tage. So werden wir im nahen Hafen Sa Ràpida Diesel tanken und Paula dort aufnehmen. Anschließend geht es zurück in die traumhafte Ankerbucht von Es Trenc. Ganz bewusst genießen wir die letzten Tage im 29° warmen Wasser, denn bald schon machen wir uns auf den Weg zurück nach Lanzarote. 

Tagsüber erfreuen wir uns am Zikadenkonzert. Sie sitzen sehr gerne an Bord und zirpen.

Tägliche Dehnübungen nach Liebscher&Bracht helfen wenn es hier und da mal zwickt. 😜

Ibiza – Formentera und Paula kommt – Mai 2023

Reisebericht von Mathias

Heute ist Pfingstmontag 29. Mai 2023. Seit zwölf Tagen ist die PURE FUN in den Gewässern von Ibiza. Das Wetter erleben wir nach den vielen sonnigen Monaten auf den Kanaren und Madeira hier auf den Balearen als kühl, unbeständig und immer wieder regnerisch.

Von uns beiden war es der Wunsch nochmals Zeit auf Formentera und Ibiza zu verbringen. Von anderen Ferien hatten wir schöne Erinnerungen an diese beiden Inseln. Ja wieder in Formentera vor Anker zu liegen das blaue Wasser zu genießen. Die Ruhe wie auch die chillige Atmosphäre in einer der Strandbars reizte uns. Wir fanden einen Weg durch den flachen Pass und einen schönen Platz in der geschützten Bucht von S’Espamaldor. Im Tiburón Beach Club gab es noch einen Sundowner so wie die Empfehlung eines Wiener Ehepaars im LAS DALIAS zu tanzen. 

In der Marina Botafoc bekamen wir einen Liegeplatz. Von dort ging es mal mit Taxi, zu Fuß oder der Bootsfähre nach Ibiza Stadt. Ich verbrachte 1997 meine ersten Ferien hier. In Erinnerung an damals gab es Frühstück mit Croissant bei der Markthalle. Beim flanieren durch die Gassen gab es so viel zu sehen, viel Kleidung, Restaurants und Bars. So richtig besonders ist für uns hier noch immer die Vielfalt der Menschen. Es liegt ein besonderer Flair in der Luft, noch immer. 

Zu Jochens Besuchs schrieb er selbst. Wir genossen die gemeinsame Zeit und freuen uns auf das nächste Mal. 

Selbst jetzt im Mai ist es schwierig für unser Boot einen Liegeplatz in einer Marina zu bekommen. Die freien Plätze sind knapp. So manchmal haben wir den Eindruck, dass sich nur wenig Mühe gegeben wird für durchreisende Yachten Platz zu finden. Nach etwas suchen bekamen wir einen in Santa Eulalia. Auch hier wurde der Preis nicht nach der Länge unseres Boote sondern nach der Größe des Liegeplatzes berechnet. So zahlten wir hier halt für 22 m. Das ist man von anderen Revieren anders gewohnt. Wir sagten zu und waren froh einen Platz zu haben. Die Liste der gewünschten Lebensmittel war lang. Ja es gibt noch die Obst und Gemüseangebote an den Landstraße. Jetzt halt etwas geschützter in einfachen Geschäften. Das Angebot ist meist regional und lecker. Nach all den Einkäufen verbrachten wir den Freitag Abend im LAS DALIAS. Bekannt ist der auch für seinen Hippie Markt. Das Publikum war sehr vielfältig. Von jung bis alt von Hippie, über etwas schräg bis hin zu eher konservativ wie wir. Zum leckeren Essen gingen wir bei der Musik schon immer wieder mit. Danach war selbst Mathias bis 1:00 mit auf der Tanzfläche. Es hat so viel Spaß gemacht. 

Tags drauf gings wieder auf Wasser. Ach ja wir werden immer mal wieder gefragt wie es mit dem Boot geht. Wir stehen im Austausch mit der Werft. X-Yachts versichert uns all die Probleme zu erledigen. Manchmal erfordert das Finden, das Lösen wie auch das Klären wer was zahlt oder liefert Geduld.

Den Hafentag verbrachte ich mit dem Versuch das Navigationsgerät von RAYMARINE upzudaten und eine Lösung für die eigenartige Kursanzeige zu finden. Am Tag zu vor wurde der Steuerkurs um 13 Grad versetzt zu Kompass und GPS angezeigt. Das Update wie auch die Neukalibierung brachte spürbare Verbesserung. Nun war das erledigt. Doch es gab auch an diesem Tag wieder eine neue Herausforderung zu lösen. 

Raumschots segelten wir bei 20 kn Wind und einer etwas konfuser Welle gemütlich so mit 8 kn dahin. Zwischen Ibiza und Fromentera gibt es eine engere Durchfahrt mit viel Verkehr von Schnellfähren und Freizeitbooten. Es stand ein Kurswechsel mit einer Q-Wende an. Plötzlich wurde ich unruhig. Der Baum hatte auf einmal so viel Spielraum nach oben. Ein Pumpen am hydraulischen Kicker (Baumniederholer)brachte keinen Veränderung. Das Baumende wurde bei jeder Welle oder Böe um einen Meter angehoben. Sybille ging ans Steuer und ich an den Mast. Die Achse, den HARKEN Hydraulik Kicker mit dem JOHN Mast verbindet, war herausgefallen und lag am Boden. Die Q-Wende wurde verschoben, Raum zum Arbeiten gesucht. Eine kleine Insel bot genügend Schutz vor der Welle und es konnte repariert werden. Zusammen konnte der Baum so positioniert werden, dass die Achse wieder reingeschoben und mit PANZERTAPE gesichert werden konnte. Inzwischen haben wir Übung mit Überraschungen. Nach 10 Minuten konnte es wieder weiter gehen. Beim segeln auf dem anderen Bug fanden wir auch die Schraube. Die hatte sich aus der Achse gelöst. An der Stelle sind wir beim Sport machen (Yoga, Streching)sehr oft. Dass sich dort eine Schraube öffnet und so schnell rausfällt überrascht uns doch sehr. Nach unserem Geschmack ist diese Schraube viel zu kurz und Loctite war auch nicht zu sehen. Mal sehen wie sich das nach dem langen Wochenende in Dänemark noch entwickelt. Bei Mercedes gäbe es in so einen Fall einen Rückruf. 

Ein Gedanke der uns nach den neun Monaten auf einem neuen Boot beschäftigt ist, welchen Anspruch an den Grad der Fertigstellung, Funktionsfähigkeit, Haltbarkeit und Qualität man stellen darf. Wir hören zu vielen Neubooten Geschichten, die uns wundern. Da wissen wir auch, dass wir bei X-Yachts richtig gut aufgehoben sind. Dennoch war unser Maßstab an eine Premiumwerft so gesetzt wie wir ihn von den Premiumherstellern von Autos praktiziert erleben. Fehler und Probleme gibt es. Der Unterschied ist, wie man damit umgeht und welchen Einfluß diese auf die Produktion wie auch auf die anderen ausgelieferten Boot hat. 

Die beiden vorangegangenen Nächte verbrachten wir vor Anker in der Bucht vor dem BLUE MARLIN IBIZA. Diese Mal war es uns zu windig und es gab zu viele Schauer um auswärts im BMI zu essen. Die Bucht wurde voller. Neben sehr vielen Katamaran, einigen größeren Motorbooten lag auch weitere richtig schöne Segelboote hier. Eine große Southern Wind, die MRS Seven, eine moderne MYLIUS sowie die KEALOHA mit klassischen Linien. 

Nun heute am Pfingstmontag geht es zurück nach Ibiza. Der Morgen beginnt, wie vorausgesagt mit viel Schauer. So nutzen wir das Niederschlag freie Wetterfenster ab 11:00 Uhr um zu unserem Hafenplatz zu Motoren.

Der Service der Marina BOTAFOC hebt sich von dem, was wir sonst hier erleben wirklich positiv ab. Dort wurde mit Engagement ein Liegeplatz für uns organisiert. 😃👍🙏

Heute ist ein besonderer Tag. Meine Tochter Paula kommt auf Besuch. Die Bachelorarbeit ist abgegeben, alle Prüfungen bestanden 👍 und die Party mit den Mitkommilitonen in Kroatien gefeiert. Jetzt ist endlich Zeit und Ruhe die PURE FUN zu besuchen. 🍾🥂 Sie wird uns die kommenden Tage auf der Reise nach Palma begleiten. 

Eine für uns neue Hilfe bei der Suche von Ankerbuchten und Liegeplätzen ist die APP NAVILY. Diese wurde uns empfohlen. Unsere Erfahrungen in den letzten vier Wochen überzeugten uns. Inzwischen haben wir den kostenpflichtigen Premiumdienst.

Bei der Ankerwache nutzen wir nicht den von RAYMARINE sondern die APP ANKERALARM. Die geht übers Handy. Funktioniert zuverlässig und kann auch auf ein zweites Gerät gespiegelt werden. Das ist bei Abwesenheit vom Boot wirklich sehr nützlich. 

Viele Grüße

Mathias Wolfgang Keim

Paula ist daaaaaaa…….

Motril – Granada mit Alhambra-Formentera

Vom 11.-15.5.23 waren wir in Motril in der Marina Motril. Für diesen Hafen haben wir uns wegen der Nähe nach Granada und unseren Freunden Carola und Walter aus Stuttgart entschieden. Unsere Freunde haben dort in der Nähe ein traumhaftes Feriendomizil und wir freuten uns, dass sie zufällig vor Ort waren. So konnten wir uns nach vielen Monaten wieder einmal persönlich sehen und uns austauschen. Am ersten Abend kamen sie mit Sohn Paul zu uns auf die Pure Fun. Da habe ich vor Aufregung und Freude vergessen Fotos zu machen. Am zweiten Abend führten sie uns nach Salobreña in das Restaurant La Roka (www.laroka.es). Das Essen die Aussicht und der Austausch waren wirklich ein Highlight.

Auf der Terrasse im La Roka mit Carola, Walter und Paul

Am Samstag Morgen fuhren wir ca. eine Stunde nach Granada um uns die Alhambra anzuschauen. Wir buchten oben in der Alhambra im Hotel Amérika ein Zimmer und besorgten uns online Eintrittskarten. Leider gab es zuerst keine Karten mehr, da wir so spät dran waren. Da hatte Carola den Tipp es bei GetYourGuide zu probieren. So bekamen wir für Samstag doch noch Karten. Mathias entdeckte dabei noch Eintrittskarten für das Hammam al Andalus mit Waschung und Massage. Das hat er dann für Sonntag 14:00 Uhr gebucht. Vom Hotel erfuhr ich, dass man um 24:00 Uhr versuchen kann an Karten für den nächsten Tag ran zu kommen, da werden dann wohl alle Restkarten eingestellt. So bekamen wir dann für Sonntag nochmal Karten für die Gartenanlagen. Da wir dort wohnten, war es toll zweimal rein zu können. Wir waren überwältigt von der Schönheit, Gepflegtheit und Professionalität der gesamten Anlage. Unbedingt eine Reise wert. Übrigens war der Besuch im Hammam sehr, sehr schön. Sehr gut organisiert, wohltuend und sinnlich.

Auch das Hotel Amérika ist sehr empfehlenswert. Klein, familiär, gutes Preis-Leistungsverhältnis und 2 min. später ist man in den Gärten. Am Abend war es so still und friedlich da oben. Das war nach der quirrligen Stadt sehr angenehm. Die ganze Anlage wirkte still und friedlich, obwohl soviel Besucher da waren.

Ein paar Bilder von Granadas Altstadt. Wir haben in einer sehr touristischen Gasse im arabischen Viertel sehr lecker arabisch gegessen.

Am Sonntag holte uns Carola am Busbahnhof in Salobréna ab und wir fuhren in ihr Ferienhaus wo Walter bereits begann das Abendessen vorzubereiten. Wir genossen tolle Gespräche, eine phänomenale Aussicht, sowie ein grandioses Abendessen. Nochmal vielen Dank euch Beiden auf diesem Wege. Dass wir mit dem Boot und nicht mit dem Flugzeug anreisen würden um euch in eurem Haus zu besuchen hätten wir uns nicht träumen lassen. Das ist ein besonderes Gefühl.

Ausblick von der oberen und unteren Terrasse.

Am Montag hieß es dann nach einem großen Einkauf Abschied nehmen von der Marina Motril. Vielen Dank, dass wir für unseren Einkauf euer Auto leihen durften und für die überwältigend herzliche Art wie ihr diese Marina führt. Wir haben uns von der ersten Minute an wie zuhause gefühlt. Sehr gerne kommen wir eines Tages wieder. Bis dahin wünschen wir dir lieber Roberto, deiner Frau und dem gesamten Team alles Gute. Vor allem liebenswerte Gäste. 😃

Am Montag um 15:00 Uhr hieß es dann Leinen los nach Formentera. Zu Anfang mussten wir Motoren, dann hatten wir schönen achterlichen Wind der uns mit Code 0 unserem Ziel entgegen blies. Um 21:30 Uhr durften wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang erleben.

Ich übernahm die erste Wache und segelte weiter unter Code 0 mit 8-9 Kn in die Nacht hinein. Ohne den Käpitain konnte ich mal alleine Erfahrungen im Segel Trimm sammeln. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es hat auch gut funktioniert. So durfte Mathias unter Deck auch mal erleben, wie es sich anhört wenn ständig an den Winchen gearbeitet wird. Das ist nämlich sehr laut. Und Mathias liebt es aktiv und präsent zu segeln. 🤣 Ich bin eher mitfühlend mit dem der schlafen möchte und akzeptiere auch mal eine geringere Geschwindigkeit. Spaß machen tut es allerdings schon, aktiver zu segeln. Gegen Mitternacht wurde der Wind zunehmen stärker und so wurde der Code 0 gegen die Genua getauscht. Wir hatten 16-22 Kn Wind oder 4-8 Kn Wind im Wechsel.

Am nächsten Morgen mussten wir nach einem wunderschönen Sonnenaufgang das erste Reff einbinden. Bis 12:00 Uhr war es dann ein sehr dynamisches hoch am Wind segeln. Der Wind lies dann wie angesagt im Lauf des Tages nach und in der Nacht mussten wir wieder Motoren. Nach der 2. Nacht steckten wir um 9:00 Uhr im Westen von Formentera unseren Anker und freuten uns auf ein Frühstück. Die Umgebung sah karibisch aus, der Wind blies jedoch mit 14-16 Kn und uns war kalt. Später am Nachmittag lies der Wind etwas nach und es fühlte sich endlich wärmer an. Ich weiß dass es in Deutschland noch viel kälter ist….aber hier kommt man eigentlich zum Baden her und es sieht aus als müsste man direkt ins Wasser hüpfen, nur wenn man dann im Bikini an Deck geht spürt man den kalten Wind und friert. So gedulden wir uns einfach, schön ist es allemal hier. Vielleicht machen wir heute noch einen Dinghy Ausflug zum Strand. Auch hier fühlt es sich besonders an mit dem Boot und nicht dem Flugzeug angereist zu sein. Ich spüre ein wenig Stolz in meiner Brust. 😀Auch hat mir die lange Zeit auf dem Wasser wieder sehr gefallen. Es war schon auch anstrengend, aber die überwiegende Zeit ein Genuss. Wir sind dankbar, dass wir die Möglichkeit haben diese Reise gemeinsam zu machen.

Privatinsel S’Espalmador und Ankerbucht Plata de S’Alga auf Formentera

Impressionen aus der Bordküche: Pan con Tomate mit Spiegelei auf grünem Spargel mit Champignons und, da sonnig und kalt….Kaiserschmarrn 🤣

Marbella – Puerto Banús

Am 9.5.23 kamen wir am frühen Abend in Marbella an und bekamen unseren reservierten Hafenplatz zugewiesen. zu Beginn war es bei der Überfahrt wieder sehr nebelig, nach einer Stunde Fahrt, kam dann endlich die Sonne durch. Leider mussten wir die ganze Strecke Motoren, da kein Wind war.

Am Abend schlenderten wir an der Uferpromenade entlang. All die großen Designer Läden waren hier vertreten. Zwischen den großen Motorjachten und den Modeläden parkten Luxus Autos aus aller Welt. Wir sahen Autonummern aus Polen, Litauen, Deutschland usw. „Sehen und gesehen werden“….man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich habe kein einziges Foto gemacht….es gab soviel aufregendes zu sehen, da habe ich das fotografieren scheinbar vergessen.

Am nächsten Tag besuchten wir die Altstadt von Marbella. Die alten schön gestalteten Gassen haben uns sehr gut gefallen.

An der Uferpromenade von Marbella liefen wir Richtung Puerto Banús zurück.

Nach dem Spaziergang gönnte ich mir eine Kugel Häagen-Dazs….4,50€ 😂, Mathias wollte zuerst auch ein, nachdem er den Preis sah dann doch nicht mehr. Das Schnäppchen wäre der 500g Becher für 9€ gewesen, das sah ich aber zu spät. 😎

Den Abend verbrachten wir nochmal am Hafen mit staunen…..und einem Aperitif. Wir bestellten einen Martini und einen Aperol Spritz. In der Karte stand je 8 €. Auf der Rechnung stand der Aperol Spritz dann mit 15€. 🥹Nur ein Aperol – ohne Spritz kostet 8 €….So lernt man immer wieder dazu. Essen waren wir im Restaurant von gestern, da der Service, das Preis-Leistungsverhältnis und das Essen sehr gut waren. Wir wurden sogleich erkannt und bekamen zur Begrüßung ein Glas Prosecco aufs Haus und zum Abschied einen Jägermeister wie am Abend zuvor.

Soviele crazy gekleideten Menschen. Nichts was es nicht gab…..die Kleider waren meist sehr kurz, dafür die Schuhe sehr hoch. Eine spezielle Welt. Mehr „Schein als Sein“ würde ich sagen, sicher weiß man es ja nicht. Jedoch sehr amüsant. Nervig waren die vielen Strassenverkäufer, die Replikas verkauften. Selbst im Restaurant wurde man während dem Essen ständig angesprochen. Taschen oder Strandbags von Louis Vuitton, Prada, Guci, etc. Allerdings glaube ich, dass sie ganz gut verkaufen, denn die „Echten“ können sich die meisten Besucher wahrscheinlich nicht leisten. Ich habe keinen Unterschied sehen können, habe allerdings auch keine Ahnung auf was man da achten muss. 🤣

Am nächsten Morgen legten wir vor dem Frühstück ab, da die Etappe nach Motril ca. 75 sm betrug. Wir mussten wieder Motoren, da kein Wind war. Zu Beginn war es kühl, da war einkuscheln in die Lieblings Decke nötig.

Jacke passend zum Frühstücksgeschirr…😚

In Motril wurden wir überaus freundlich empfangen. Der Hafenmeister Roberto ist ein „Schatz“. Er hat mich gelobt, dass ich so toll eingeparkt habe. Das geht natürlich runter wie Öl…😃👍Da ich jetzt immer einparke und Mathias die „schwere“ Moring-Arbeit macht, habe ich auch immer mehr Übung und sehe ganz relaxed aus, auch wenn mein Puls immer noch auf Hochtouren schlägt bis ich in der Box bin. Auf Madeira bekam ich sogar einmal vom Nachbar Boot Beifall. Am Steg standen 10 Regattasegler und alle Augen waren auf mich und mein Einparkmanöver gerichtet….Puh…ich machte auf cool 😎und parkte gekonnt ein. Auch hier war mein Puls sicher nicht nur 80/min. Das Anleger Bierchen schmeckt mit stolz geschwellter Brust dafür doppelt so lecker.

Am Abend kamen unsere Stuttgarter Freunde Carola und Walter mit Sohn Paul an Bord. Das war sehr schön. Leider haben wir auch hier vor lauter Freude und quasseln vergessen ein Foto zu machen. Das holen wir heute Abend nach.