World ARC Rally 2024 Von den San Blas Inseln zur Shelter Bay Marina / Panama

Segeln zu Zweit vom Paradies in den Hafen zur Vorbereitung auf den Panama Kanal.

Am 2. Februar hieß es um 7:00 Uhr Anker auf. 70 sm lagen vor uns. Es war Wind mit ca. 15 Kn vorausgesagt. Reaching und Upwind Kurs. So entschieden wir uns mit Großsegel und Genua zu starten.

Mir war es gestern, nachdem ich im Boot mit dem Wassermacher Trinkwasser produziert und abgefüllt hatte nicht mehr so gut. Es schaukelte doch ganz schön und die Wasserproduktion zog sich hin. So verbrachte ich den Tag Schatten suchend meist am Boden liegend im Cockpit. Mathias segelte uns ganz alleine unserem Ziel entgegen. Am Nachmittag bewölkte sich der Himmel, damit konnte ich besser leben und ich fühlte mich wieder etwas wohler. Da ich nicht fit wurde der Genakker gestern nicht ausgepackt.

Der Wind war wie vorausgesagt bei ca. 15 knoten und wir segelten damit meistens 8 Kn. Das war sehr angenehm. Da wir sehr Küstennah unterwegs waren konnten wir die Küste von Panama b bewundern. Sehr wenig besiedelt. Ab und an mal ein Hotel, ansonsten dichte Urwälder.

Um 17:00 Uhr werden wir Shelter Bay erreicht haben. Schon zwei Stunden davor nahm der Schiffsverkehr zu. Viele große Tanker waren unterwegs. Die Einfahrt zum Hafen war spannend. Wir mussten ein Verkehrstrennungsgebiet queren und es gab immer wieder Untiefen die beachtet werden mussten.

Die Schiffe die heraus kamen, hatten den Panamakanal bereits passiert und kommen aus dem Pazifik. Schon alles sehr aufregend.

Die Einfahrt in den Hafen klappte super. Wir wurden von den Yellow Shirts ( ARC Mitarbeitern), dem Hafenmeister, Volker und Lisa von der NICA empfangen. So war das Boot schnell angelegt. Vom Boot gegenüber wurde uns direkt ein Rum 🍹aus Nicaragua in die Hand gedrückt……was will man mehr. Es wehte eine angenehme Prise und weder sahen wir Krokodile noch Moskitos. Und da ich mich auf das Schlimmste eingestellt hatte, war ich doch sehr positiv überrascht von der Marina Shelter Bay. Zum Abendessen meldeten wir uns zum Barbecue an. Das hat uns sehr gut geschmeckt. Auch war es schön, all die anderen Boote wieder hier zu treffen. Wir sind Teil einer sehr netten Gesellschaft. 🥰So schön…..

In der Nacht hat es immer wieder geregnet. So mussten wir bei geschlossenen Fenstern schlafen. Die Klimaanlage konnten wir n nicht nutzen, da uns der Hafenmeister erst am nächsten Morgen einen Adapter besorgen konnte. So versuchte ich mit nassem Tuch auf dem Gesicht irgendwie schlaf zu finden. Mathias stört das gar nicht. Er schläft immer egal wie warm es ist. Sehr bewundernswert.

Am nächsten Morgen meldete sich der Kammerjäger an. Alle Boote müssen vor den Galapagos Inseln mit irgendeinem Mittel „geräuchert“ werden. Zuerst fand ich das mit dem Räuchern toll. Dachte dabei jedoch an Salbei oder Weihrauch…..nicht an chemische Insektentötung. Wir wollten sowenig wie möglich davon auf dem Boot behalten. So räumten wir unser ganzes Boot leer. Damit möglichst wenig kontaminiert wird mit diesem Insektenvernichtungsmittel.

Kammerjäger im Anmarsch……

Am Ende war es halb so wild. Er sprühte nur im Salon ein wenig. So hatten wir die Gelegenheit unser Boot richtig gründlich zu putzen. 🤣🧹🪣Bei 30C im Boot und keinem Windigen draußen echt eine Challenge. Also rein in den Bikini, nochmal duschen und gut gekühlt loslegen.

Nun muss alles wieder eingeräumt und die Betten neu bezogen werden, dann haben wir es geschafft. Mathias putzt das Boot außen, ich innen. Und das alles bei 32C ohne Wind.🥵

Andere Boote schleppten heute schon die Leinen und Fender für den Panama Kanal an Bord.

Fergus…vom ARC Team….half heute mit beim Schleppen….er ist so fleißig und hilfsbereit

ARC World Rally 2024-2025 / San Blas Inseln – Panama – ein Paradies auf Erden 26.01.-02.02.2024 

ARC World Rally 2024-2025

San Blas Inseln – Panama – 26.01.-02.02.2024 

Am Donnerstag, 26.01, kamen wir in der Nacht bei den San Blas Inseln an. Unsere erste Station waren die Holandes Cays. Barbecue Island – Swimming Pool.

Im Skipper Briefing wurde sehr davon abgeraten bei Nacht hinein zu fahren. Da wir 1,5 Tage von Santa Marta aus benötigten und schon den Flußzulauf bei Tag passieren sollten war es uns nicht möglich am gleichen Tag bei Tageslicht anzukommen. Nach 36 Stunden mit 30 kn plus Wind und Wellen von 3 bis 5 Metern von hinten möchten wir einfach nur noch den Anker setzten und ruhig schlafen. Die Alternative wäre gewesen draußen auf offener See noch 7 Stunden im Kreis zu fahren. Das macht wenig Spaß bei 3-4 Meter Welle. Also beschlossen wir es zu wagen. Mathias hatte bereits alle Wegepunkte zu einem 10-15 Meter tiefen Ankerplatz gesetzt. So fuhren wir diese hoch konzentriert ab und ließen den Anker auf 12 Metern Tiefe fallen. Wir lagen ruhig und fielen müde ins Bett. 

Am nächsten Morgen wurden wir um 7:30 Uhr durch ein rufen geweckt. „Holà…..Mola….Mola….Holà….Buenas…..“ Nach ca. 30 min. wurde mir klar, dass das kein Traum war, sondern Realität. Vom Salon aus sah ich ein blaues Boot das seitlich bei uns festgemacht hatte. Eine Frau, ein Mann und ein Kind. Sie wollten uns Molas verkaufen. Das sind traditionelle Tücher mit aufgenähten Applikationen in allen Farben und mit unterschiedlichen Motiven. Bisher haben wir noch keines gekauft. Mal sehen, ob es sich noch ergibt. 

Molas, traditionelle Tücher

Da wir erst um 2:30 Uhr im Bett gewesen sind, waren wir über das frühe geweckt werden wenig erfreut. So war unsere Kauflaune auf dem absoluten Tiefstand. 

So bestaunten wir beim ersten Kaffee wo wir gelandet sind. Es sah so schön aus. Kleine Inselchen mit Kokospalmen, Mangroven, gesäumt von weißen Sandstränden. Umgeben von türkisfarbenem Wasser die, je tiefer es wurde ihre Blautöne veränderten.  Dafür finde ich zwei Wörter: Paradies und Schönheit. 

Immer wieder hatte man das Gefühl sich kneifen zu müssen um glauben zu können, dass dies nun unsere Realität für die kommende Tage ist. Wir waren tatsächlich in den San Blas Inseln. In dieser atemberaubenden Inselgruppe unter Eigenverwaltung der Gunas. Man ist dort, wovon wir früher die Fototapeten hatten. Jetzt sind wir mitten drin und können die Insel umrunden, den weißen Sand und das warme Wasser an den Füßen spüren, die Palmblätter zur Seite schieben um weiter gehen zu können oder durch die Palmblätter in der Ferne das tiefblaue oder türkisfarbene Meer sehen. Muscheln im Sand bewundern, fischende Pelikane beobachten, einen kleinen Rochen vorbei schwimmen sehen. Und dies alles auf einer kleinen unbewohnten Insel. Alles ist wie es ist. Der Mensch hat nichts verändert. Wunderschön. 

Banedup, eine der Inseln der östlichen Holendes Cays, wird von zwei Familien bewohnt. Eine Familie betreibt ein Restaurant. Wenn man zu reserviert hatte, konnte man für 20 US Dollar ein 3-Gang Menü bestellen. Was wir taten. Also kamen wir um 16:00 Uhr zurück um das leckere Essen zu genießen. Es gab Fischfrikadellen zur Vorspeise, Fisch mit Reis, etwas Gemüse und Bananenbrot mit Bier oder Wasser zum Hauptgericht und einen Kokosflan zum Dessert. Ibin dem das Restaurant gehört sprach auch englisch und war Koch. Ansonsten wurde spanisch gesprochen.

Nach vier Nächten ging es weiter. Der Anker fiel vor Ogoppiradup. Die Insel war kaum besucht. Wir trafen uns mit der SOLARIS, einem Katamaran von Lisbeth und Axel. Kurz nach dem der Anker fiel wurde uns Langusten von Fischer angeboten. Gewünscht, gekauft und am Abend gab es auf der SOLARIS ein leckeres Essen. Landschaftlich vermissten wir die östlichen Inseln der Holandes Cays.

Am Tag darauf besuchten wir noch Dog Island wo wir ein 1950 gesunkenes Wrack zum Schnorcheln nutzten. Trotz der zahlreichen Touristen bekamen wir nichts zu essen, denn auch hier hätte man am Tag zuvor reservieren müssen. 😜Schade, denn der gegrillte Fisch sah lecker aus. So zogen wir weiter zur nächsten Insel, Salardup, Lemmon Cays. Es lagen einige Boote der WARC Flotte bereits in den verschiedenen Ankerplätzen. Hier kam die Crew der Navillus vorbei und fragte, ob wir am Abend mit zum Restaurant kommen wollten. So bestellten wir Hummer und bekamen am Abend leckeres Essen auf der kleinen Insel. Insgesamt waren vier Boote von unserer World ARC Flotte dabei. Wir, die Navillus, Fatjax und Madeleine. Es war ein sehr schöner Abend.

Unser letzter Halt war auf Chichime. Hier sah ich ein Riff in der Nähe bei unserem Ankerplatz. Ich zog los. Gegen die Strömung war es sehr anstrengend. Das Wasser war lange sehr tief, kaum etwas zu sehen. Zwei drei schöne Seesterne, kleine Rochen. Dann sah ich etwas in der Ferne einen Schnorchler winken. Ich schwamm hin und sah dann einen sehr schönen großen Rochen am Meeresgrund schwimmen. Die Schnorchlerin die mir den Rochen zeigte war Lisa von der NICA. So zogen wir gemeinsam weiter. Viel bekamen wir leider n nicht zu sehen an diesem Nachmittag. Seegraswiesen die so flach waren, dass uns das Gras beinahe am Bauch kitzelte und viel Strömung. Dafür war das zurück schwimmen sehr angenehm. Wir mussten uns nur treiben lassen.

Um 17 Uhr waren wir auf der Freya zum Spaghetti essen eingeladen. Wir waren eine große deutsch sprechende Runde. Ich habe es genossen mal wieder einen Abend deutsch zu sprechen. Babsies Bolognese war sooo lecker. 10 von 10 Punkten. 👍😋Anschließend spielten Babsy und Helmut noch Gitarre und Ukulele für uns. Wir sangen gemeinsam bekannte Lieder und alle genossen den Abend sehr. Das war ein Abend fürs Herz…..🥰

Am nächsten Morgen legte die NICA früh ab um nach Shelter Bay zu fahren. Auch die Serendipity mit Nina und Michael waren schon früh weg. So fühlte sich auch für uns so an als ginge die Zeit auf den San Blas Inseln dem Ende zu. Dabei hatten wir noch zwei Tage. Da wir in der Dritten Gruppe für den Panama Kanal waren hatten wir etwas mehr Zeit . So legten auch wir ab um noch eine neue Inselgruppe zu erkunden. Dort gefiel es uns dann doch nicht und wir gingen wieder zurück nach Chichime. drei mal versuchten wir zu ankern, aber der Anker wollte einfach nicht halten. So fuhren wir an eine andere Stelle, etwas außerhalb und legten uns dort hin. Wir luden das Dingi wieder aus um die Insel zu erkunden und evtl. zu Abend zu essen. Leider gab es auch hier nur auf Bestellung etwas zum Essen.So spazierten wir einmal herum. Wir begegneten einer netten Familie und so kam ich doch noch zu zwei weiteren Molas und einer dieser typischen Perlenletten.

Morgen werden dann auch wir früh ablegen um uns auf den Weg nach Shelter Bay zu machen.