Heute Morgen hat Erick um 7 Uhr in Schewendingen abgelegt. Unser Ziel heute wird Cadzandt sein. Es wird Gegenströmung geben und wir werden Wind von vorn haben, daher planen wir 10 Stunden ein für ca. 60 Meilen. Wir hatten Wind zwischen 10-15 Knoten von vorn. Mussten also kreuzen oder Motoren. Die meiste Zeit jedoch konnten wir segeln. Vor dem Hafen von Rotterdam waren viele große Schiffe unterwegs auf die wir achten mussten. Zusätzlich gab es ein Verkehrstrennungsgebiet, das wir umfahren mussten. Das Wetter war sonnig und warm. Zum Frühstück gab es heute leckeren Eier-Avocado-Toast mit frischem Koriander. Das hat allen sehr lecker geschmeckt. Zum Mittag gab es Lachs- und Salami-Champignon-Pizza. Um 17 Uhr zum Nachmittags Cafe genossen wir wunderbare Brownies aus Schewendingen. Inzwischen sind wir in Cadzandt im Hafen angekommen und Jacky ein Freund aus Kindheitstagen von Mathias wartete schon am Steg auf uns. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Abend mit ihm. Mathias hat früher hier in Cadzandt mit seiner Familie Urlaub gemacht. Jacky war der Sohn der Hoteliers. Sie kennen sich seit ca. 40 Jahren.
In SchwewendingenBlick um 7 Uhr auf SchewendingenSonnenaufgangBlick auf RotterdamBeim SegelnIn Cadzandt. Jacky wartet am Steg
Gestern Morgen um 6:30 Uhr legte Skipper Erick mit der Pure Fun in Helgoland ab. Ich durfte weiterschlafen….es war allerdings eher ein durchgeschaukelt werden. Der Blick aus dem Fenster zeigte braunes Nordseewasser mit Wellen. Allerdings keine großen Wellen. 80 cm vielleicht. Das ist nicht viel. Puh. Ich fühlte mich dennoch nicht besonders nach dem Aufstehen. Im Liegen war es eigentlich okay, durch die Schräglage des Bootes rollte ich ganz an die Bootswand, oder lag auf dem Bauch in stabiler Seitenlage um irgendwie liegen zu bleiben. Nach dem Aufstehen lief ich die paar Schritte zum Badezimmer und rutsche gleich wieder zurück zur Bootswand…also hangelte ich mich mit festhalten ins Badezimmer. Waschen und Zähneputzen verschob ich erstmal auf später. Lieber anziehen und raus an die frische Luft. Ich legte die Puls-Akkupunkturbänder an, die ich gekauft hatte um sie zu testen und nahm 5 Globuli Cocculus um zu erfahren ob sie helfen. Das war dann wohl eine leichte Seekrankheit. Draussen an der Luft und nach einem leichten Frühstück, das Mathias mir brachte wurde es langsam besser.
Um 13 Uhr war ich dann in der Lage Pizza zu machen. Allerdings wurde die See auch ruhiger und es war weniger Bewegung im Boot. Nun war auch der Backofen eingeweiht. Zum Nachtisch gab es leckere Nektarine. Später dann Cafe mit Brownies aus der tollen Bäckerei Lagkagehuset aus Haderslev. Wir segelten am Rande des TSS ( das ist eine Strasse auf dem Meer für die großen Transport- und Container Schiffe) Wir dürfen diese Schiffahrtsstrassen nur im 90 C Winkel queren um möglichst schnell passieren zu können. Da der 90 C Winkel die kürzeste Strecke ist eine „Strasse“ zu überqueren. Auf unserer Fahrt von Helgoland nach Vlieland ( eine holländische Nordsee Insel) hatten wir zu Beginn Strömung mit uns, dann gegen uns. Zu Beginn waren wir dadurch 2-3 Kn schneller, dann 1-2 Kn langsamer. Es zog sich hin. Ankunftszeit wäre inzwischen 21:30 Uhr. Um 18:30 Uhr buck ich mein erstes Pfannenbrot. Dazu gab es Lachs-Frischkäse-Dip, Guacamole und Humus. Mit meinem geliebten Thermomix war das gut machbar. Es hat sehr lecker geschmeckt. Nun waren wir gestärkt für die restliche Fahrt. Die Sonne begann in wunderschönem rosa-rot unterzugehen. um 22:00 Uhr fuhr Skipper Erick gekonnt in die enge Hafeneinfahrt ein und legte die Pure Fun längsseits an ein traditionelles Holzboot an, da der Hafen ansonsten voll war und wir wegen der Tiefe nur begrenzt Auswahl hatten. Es ist immer auf die Tide (Ebbe und Flut) zu achten, da der Wasserstand sich dadurch verändert.
Zum Ausklang des Tages gab es noch Bitterballen ( holländische Fleischkroketten) und ein leckeres Bier im Hafen Restaurant.
Heute legte Erick wieder um 6:30 Uhr ab und die Fahrt geht weiter nach Scheweningen in der Nähe von Den Haag. Ohne Geschaukel heute, da war ich froh.
Am Donnerstag den 1. September 2022 sind wir mit Skipper Erick bei herrlichem Sonnenschein um 12:30 Uhr Richtung Sonderburg ausgelaufen. Für lange Zeit nehmen wir nun Abschied von den Werftmitarbeitern*innen und Haderslev. Da der Wind direkt von vorn kam, mussten wir viel Motoren. In Sonderburg genossen wir in der Nachmittagssonne unseren „Anleger“…in diesem Falle ein lecker Bierchen. Zum Abendessen wählten wir ein Indisches Restaurant, wir wurden sehr freundlich mit köstlichem Essen verwöhnt.
Abschiedsfotos von X-Yacht Mitarbeiterin Laerke
Am nächsten Morgen legten wir um 8:30 Uhr ab, da die Brücke um 8:38 Uhr öffnete. Unser Ziel war Rendsburg im ersten Drittel des Nord-Ostsee-Kanals. Die Einfahrt in den Kanal zog sich etwas hin, doch dann kam das Signal zur Einfahrt. Erick ist schon viele Male durch den Kanal gefahren und erklärte uns routiniert wie tief die Fender hängen müssen und wie man vom Boot aus mit unserem neuen tollen Bootshaken eine Festmacherleine durch einen Metallring fädelt. Genial. Das Schleusen dauerte nicht lange und unsere Fahrt durch den 100 km langen Nord-Ostseekanal begann. 15 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit. Also Motoren wir mit 7,5 kn als erstes Boot der langen Schlange durch den Kanal bis Rendsburg. Erick reservierte uns dort im Hafen einen Liegeplatz und einen Tisch im Vereinsrestaurant. Wieder bekamen wir freundlichen Service und köstlichen Fisch in hügeligem Ambiente…und die deutschen Preise waren ein Genuss. Dänemark haben wir für ein Hauptgericht 20-40 € bezahlt. In Rendsburg für frischen Fisch 17 €.
Brücke in SonderburgIch mit Skipper ErickMein glücklicher MannIn der SchleuseIm Nord-Ostsee-KanalMathias beim FrühstückFestmacherleine vom Boot aus einfädeln
Während ich schrieb Motoren wir durch die Schleuse in die Nordsee. Es ist 11:30 Uhr und unser Tagesziel ist Helgoland. Wenn ich vom Salontisch raus schaue sehe ich braun-graues Nordseewasser. Morgen geht es dann ganz Früh los Richtung Vlieland. Eine holländische Nordseeinsel.
Nun haben wir den 70. Geburtstag meiner Mama gefeiert, uns von unseren Verwandten verabschiedet und uns am Freitag auf unserer Abschiedsparty von unseren lieben Freunden in Stuttgart und Umgebung verabschiedet. Kaum zu glauben, dass wir euch alle erst im Juni 2023 wiedersehen. Da werden wir das erste Mal Heimaturlaub machen.
Am Montag fuhren wir dann mit einem gemieteten Mercedes Vito nach Haderslev. Nico, Johanna und Luis haben uns die letzten Stunden geholfen; das war eine tolle Unterstützung. Vielen Dank dafür! Gegen Mittag ging es dann endlich los. Spätestens um 19 Uhr mussten wir bei Niemeyer in Hamburg sein, um unsere reservierte Signalmunition abzuholen. Das letzte Mal hatte Mathias seinen Pyroschein nicht dabei. Das Navi zeigte uns 19.45 Uhr als Ankunftszeit an. Mathias meinte dann „ich möchte 18:45 Uhr bei Niemeyer sein“. Hat beinahe geklappt … 18:56 Uhr fuhren wir bei Niemeyer auf den Parkplatz. Wenn Engel reisen … hat prima geklappt. Wobei der Mitarbeiter gemeint hat, er wäre auch länger für uns geblieben, da er wusste wie wichtig es für uns ist. Sehr kundenfreundlich.
Morgens um 6:30 Uhr, rechts hinten sieht man die Gebäude der Werft
In Haderslev angekommen sind wir dann auch schnell schlafen gegangen. Am nächsten Morgen begannen wir dann mit Einräumen und die Werft erledigte die letzten Arbeiten im und auf dem Boot.
Hoffentlich findet sich für Alles ein Plätzchen….
Um 19 Uhr waren wir dann so platt, dass wir beschlossen ins Cafe MAD essen zu gehen. Nicht einmal ich wollte zu Fuß dort hin, lieber keinen Wein trinken und mit dem Auto fahren. Ich war echt erledigt. Beim MAD gab es dann zur Feier des Tages dänischen Hummer. Für jeden einen eigenen. Das war vielleicht lecker. Für mich der am besten zubereitete Hummer, den ich je gegessen habe.
Heute morgen wurden ab 8:00 Uhr die Arbeiten am Boot fortgesetzt und wir räumten weiter ein und waren nochmal Lebensmittel besorgen. Mathias musste den Leihwagen nach Flensburg zurück bringen und kam mit unserem Skipper Erick zurück. Um 12:30 Uhr gab es dann Abschieds-Lunch mit Kraen, Torsten, John und Erick. Lone hatte wieder sehr leckere Sandwiches organisiert. Vielmals sind wir hier in der Werft mit leckerem Lunch verwöhnt worden. Heute das letztem für längere Zeit. Vielen Danke dafür.
von li. Torsten, Mathias, Sybille, Kraen, und John
Jetzt gehen wir mit Skipper Erick bei Fratelli zum Abendessen und dann auch bald schlafen, denn Morgen Früh geht es um 8:30 Uhr los. Alles sehr aufregend.
Die ersten Tests sind nun abgeschlossen. Wir sind beeindruckt, wie perfekt das Boot aus der Fertigung kam. Die Liste der Nacharbeiten und Optimierung ist für ein Boot dieser Komplexität und Größe kurz. Zur Freude Aller. Seit Montag früh 8 Uhr arbeiten Spezialisten der verschiedenen Bereiche, systematisch, gut organisiert und bestens gelaunt ihre Arbeiten auf der Pure Fun ab. Die persönlichen Gespräche mit den Projektverantwortlichen Torsten und John, sowie der Austausch mit Kraen, Lone, Torben und all den vielen Facharbeitern haben uns das Gefühl gegeben ein Teil der X-Yacht Familie zu sein. Wir erleben Professionalität, Leidenschaft und Kundenorientierung auf höchstem Niveau.
Der Abschied in Dänemark, um noch einmal nach Stuttgart zurück zu fahren, fiel uns schwer. Jedoch zwei schöne Feiern stehen uns bevor. Zum einen feiern wir den 70. Geburtstag meiner Mama und es wird eine Abschiedsparty für Freunde und Familie geben bevor es am Montag zurück nach Dänemark geht.