Zwischen Port Denarau, Fiji, und Port Resolution, Vanuatu, liegen 447 nm. Die Strecke legten wir in den letzen drei Tagen zurück. Es war reine Freude.
Auf diesem Abschnitt begleiten mich Maureen aus Queensland und Lee aus Tasmanien sowie Patrick aus Fiji. Alle drei sind mit dem Salzwasser groß geworden. Verschiedene Wege führten uns zusammen. Maureen koch uns leckeres Essen. Lee und Patrick übernehmen dafür die beiden Wachschichten während der Nacht.
Auf dieser Strecke von Fiji nach Vanuatu zeigte sich uns der Pazifik sehr friedlich. An den ersten eineinhalb Tagen brachte uns der Südostpassat zügig voran. Der Parasailor war herrlich gefüllt. Wir vier an Bord hatten viel Spaß am komfortablen zügigen segeln.
In der zweiten Nacht schlief wir wie auch der Wind ganz entspannt ein. So musste der Motor ran. Er surrte über 30 Stunden zuverlässig vor sich hin. Es folgte ein sehr ruhiger Tag zum lesen, schlafen und essen.
Heute früh zeigte sich auf dem Wasser wieder erste Windwellen. Meine Crew empfing mich ganz freudig kurz nach Sonnenaufgang mit dem Wunsch die Segel endlich wieder zu setzen. Doch dem Skipper war das so ohne Frühstück im Bauch doch etwas zu früh und noch zu wenig Wind. So war zu erst noch das Obst zu schneiden, das Brot aufzubacken und der an Deck liegende Parasailor aufzuräumen.
Nach dem Frühstück war die Zeit für Großsegel und Code 0 gekommen. Mit 8 bis 11 kn zog unser Pure Fun ihre Linie durch die Wellen. In tiefer Dankbarkeit und erfüllender Freude ging es viel zu schnell Tanna entgegen.
In Port Resolution fiel am Mittag der Anker 6 Meter tief und fand im zweiten Anlauf gut Halt im Grund Es ist eine sehr geschützte Bucht auf Tanna, die nach Thomas Cooks Boot benannt ist. Tanna gehört zu Vanuatu. Vanuatu ist aus Sicht der 1. Welt sehr zurückgeblieben und dennoch besonders. Bei Erhebungen zum Glücklich sein belegt dieses Volk immer wieder einen der Spitzenplätze.
Wie von uns Tage im Voraus dem Zoll angekündigt, liegen wir seit 12 Uhr mit gelber Flagge vor Anker. Wir wären bereit für den Zoll. Nur der hatte heute früh schon sechs Boote abzufertigen. Das soll reichen für den Tag. Morgen ist auch noch einer. So hoffen wir morgen die Erlaubnis für die Einreise zu bekommen. Bis dahin schauen wir uns die herrliche Bucht mit Sandstrand, Palmen und Gasfontänen vom frisch geputzten Boot aus an.
Neben der Neugierde auf den Besuch von so glücklichen Menschen lockt uns der Mt Yasur. Er ist einer der aktivsten Vulkane auf Erden. Der Schlund ist keine 200 Meter hoch und dennoch war seine Rauchfahne aus der Ferne auf See schon zu sehen. Seine Ausläufer führen heißen Dampf selbst hier in die Bucht. Es faucht und damoft an verschiedenen Stellen.
Schrittweise nähern wir uns ihm wie auch dieser direkten Verbindung zum Erdkern an. Die ist hier sehr kraftvoll ganz fein zu spüren. Ein tiefer Mittagsschlaf am Nachmittag war angesagt.
Jetzt wird es zu australischer Pasta, argentinischen Rotwein schwäbische Wildbolognese geben. Alles wurde auf dieser Reise an verschiedenen Plätzen zusammengetragen.
Diese erfüllende Tage lassen den Schmerz Fiji verlassen zu haben heilen.
Mathias
Sy-purefun.Blog