Finale

Heute, 23.10.2024, ist der Tag des Finales. 17.748 nm sind auf der Log und 66 nm liegen noch vor der Pure Fun und mir um heute in Australien anzukommen. Es liegen 25 Monate seit der Übernahme der neuen, großen X hinter uns und 8 Stunden sind bis Bundaberg Marina in Queensland noch zu fahren. Dort wird im Ziel dieser Reise meines Lebens einklariert.

36 Jahre und 7 Monate nach meiner ersten weiten Reise als Student nach Australien und meinen ersten Segelerlebnissen in tropischen Gewässern dorthin kam ich zurück. Mit dem eigenen Boot. Den ganzen Weg gesegelt.

Damals war es aufregend auf die andere Seite der Erde gereist zu sein. Heute mitten im Leben war es ebenso aufregend, berührend und erfüllend.

Hallo Australien ich bin gleich wieder da. Nach meinem Besuch in der Heimat komme ich zurück.

Mathias

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Vanuatu – Queensland, 2. Tag

Heute Mittag haben wir die nördlichen Reefs von Neu Kaledonien umfahren. Nun geht es in die Coral Sea weiter. Das Wetter ist ruhig. Der Südost Wind bläst uns mit 8 bis 12 kn und es geht mit 8 kn auf einem Reaching Kurs entspannt nach Westen. Der Kurs über Grund ist aktuell 241 Grad. Eigentlich reise ich seit dem es letztes Jahr im November in Las Palmas los ging im wesentlichen 240 Grad. Immer der Sonne beim untergehen entgegen. Die Erde ist so groß wenn man auf einem Segelboot versucht die Dimensionen zu erfahren. .
Es liegen bis Bundaberg, Queensland noch 644 nm vor uns. So sollten wir Mittwoch Morgen in Australien ankommen.

Mathias

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Port Denarau nach Port Resolution, Tanna

Zwischen Port Denarau, Fiji, und Port Resolution, Vanuatu, liegen 447 nm. Die Strecke legten wir in den letzen drei Tagen zurück. Es war reine Freude.

Auf diesem Abschnitt begleiten mich Maureen aus Queensland und Lee aus Tasmanien sowie Patrick aus Fiji. Alle drei sind mit dem Salzwasser groß geworden. Verschiedene Wege führten uns zusammen. Maureen koch uns leckeres Essen. Lee und Patrick übernehmen dafür die beiden Wachschichten während der Nacht.

Auf dieser Strecke von Fiji nach Vanuatu zeigte sich uns der Pazifik sehr friedlich. An den ersten eineinhalb Tagen brachte uns der Südostpassat zügig voran. Der Parasailor war herrlich gefüllt. Wir vier an Bord hatten viel Spaß am komfortablen zügigen segeln.

In der zweiten Nacht schlief wir wie auch der Wind ganz entspannt ein. So musste der Motor ran. Er surrte über 30 Stunden zuverlässig vor sich hin. Es folgte ein sehr ruhiger Tag zum lesen, schlafen und essen.

Heute früh zeigte sich auf dem Wasser wieder erste Windwellen. Meine Crew empfing mich ganz freudig kurz nach Sonnenaufgang mit dem Wunsch die Segel endlich wieder zu setzen. Doch dem Skipper war das so ohne Frühstück im Bauch doch etwas zu früh und noch zu wenig Wind. So war zu erst noch das Obst zu schneiden, das Brot aufzubacken und der an Deck liegende Parasailor aufzuräumen.

Nach dem Frühstück war die Zeit für Großsegel und Code 0 gekommen. Mit 8 bis 11 kn zog unser Pure Fun ihre Linie durch die Wellen. In tiefer Dankbarkeit und erfüllender Freude ging es viel zu schnell Tanna entgegen.

In Port Resolution fiel am Mittag der Anker 6 Meter tief und fand im zweiten Anlauf gut Halt im Grund Es ist eine sehr geschützte Bucht auf Tanna, die nach Thomas Cooks Boot benannt ist. Tanna gehört zu Vanuatu. Vanuatu ist aus Sicht der 1. Welt sehr zurückgeblieben und dennoch besonders. Bei Erhebungen zum Glücklich sein belegt dieses Volk immer wieder einen der Spitzenplätze.

Wie von uns Tage im Voraus dem Zoll angekündigt, liegen wir seit 12 Uhr mit gelber Flagge vor Anker. Wir wären bereit für den Zoll. Nur der hatte heute früh schon sechs Boote abzufertigen. Das soll reichen für den Tag. Morgen ist auch noch einer. So hoffen wir morgen die Erlaubnis für die Einreise zu bekommen. Bis dahin schauen wir uns die herrliche Bucht mit Sandstrand, Palmen und Gasfontänen vom frisch geputzten Boot aus an.

Neben der Neugierde auf den Besuch von so glücklichen Menschen lockt uns der Mt Yasur. Er ist einer der aktivsten Vulkane auf Erden. Der Schlund ist keine 200 Meter hoch und dennoch war seine Rauchfahne aus der Ferne auf See schon zu sehen. Seine Ausläufer führen heißen Dampf selbst hier in die Bucht. Es faucht und damoft an verschiedenen Stellen.

Schrittweise nähern wir uns ihm wie auch dieser direkten Verbindung zum Erdkern an. Die ist hier sehr kraftvoll ganz fein zu spüren. Ein tiefer Mittagsschlaf am Nachmittag war angesagt.

Jetzt wird es zu australischer Pasta, argentinischen Rotwein schwäbische Wildbolognese geben. Alles wurde auf dieser Reise an verschiedenen Plätzen zusammengetragen.

Diese erfüllende Tage lassen den Schmerz Fiji verlassen zu haben heilen.

Mathias

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Pure Fun legt ab Richtung Vanuatu, ich steige in Brisbane ins Flugzeug Richtung Stuttgart

Vor zwei Tagen flog ich nach Brisbane. Mein Anschlussflug findet erst heute statt, so hatte ich zwei Tage Zeit Brisbane zu erkunden.

Auf Fiji waren Maureen und Lee bereits an Bord. Maureen kam über unser Freundin Bea zu uns. ( ehemalige Stuttgarterin, Mathias kennt sie aus Jugendzeiten)

In der Mitte Bea
Mit Bea auf Pure Fun

Wir saßen mit Bea beim Abendessen. Eine Freundin von Bea saß mit Sohn und Freundin bei uns am Tisch. Irgendwann sagte Mathias dass er noch jemanden sucht der Kochen kann und mit nach Australien segeln möchte. Bea und ihre Freundin schauten sich an und sagten wie aus einem Mund „Maureen“. Sie riefen sie in Australien an. Maureen eine Künstlerin, war interessiert 🤔. Nach einem Telefonat mit Mathias war alles eingetütet. Maureen flog nach Fiji und war Teil der Crew. Lee hatte Mathias über eine „find crew“ Plattform gefunden. Lee ist ein Farmer aus Tasmanien. Beide sind super nett. 👍 Patrick, das dritte Crew Mitglied war noch nicht an Bord als ich kam. Er ist der Hafenmeister von Musket Cove und hat sich Urlaub genommen um dabei sein zu können. Er hat sich schon im Juli in unsere Pure Fun verliebt. Letzte Woche wurde leider sein Visum für Australien abgelehnt. Da hatte Mathias die Idee doch über Vanuatu zu segeln. Denn dafür benötigt er kein Visum. Wieder einmal wurde uns bewusst wie privilegiert wir sind einen deutschen Pass zu haben. Wir dürfen überall problemlos einreisen. Mit einem Zusatzschreiben von Mathias wurde das Visum erneut beantragt.

Vielleicht klappt es auf diesem Weg und Patrick kann dann doch noch mit bis Australien.

So hat Mathias eine tolle Crew gefunden und ich kann schon nach Hause fliegen. Ich brauche eine Pause.

Hier ist ein link über den ihr die Pure Fun verfolgen könnt auf dem Weg nach Vanuatu.

https://forecast.predictwind.com/tracking/rally/pacific-rally-2024/

v.li. Mathias, Lee, Maureen und Patrick

Ich wünsche euch eine sichere Überfahrt und gesundes Ankommen. Good luck 🍀

Brisbane:

Auch hier hatte es 32C° und viel Sonne. Wer das das ganze Jahr mag sollte nach Australien ziehen.

Am besten hat mir die Ausstellung im Kunstmuseum gefallen gestern. Ich habe die letzte Karte ergattert am letzten Ausstellungstag von Iris Van Herpen.

Unglaublich was die Künstlerin erschaffen hat. Es lohnt sich YouTube Videos von ihr zu schauen.

Bei mir geht es nun gleich los über Singapur und Zürich nach Stuttgart.

Freue mich meine Kinder und Familie zu sehen. Wald zu riechen. Maultaschen, Spätzle, Butterbretzel, Vollkornbrot. Heimat.

Bald heißt es Abschied nehmen von Fiji – Happy Birthday Mathias 🎊🍾🎉

Drei Monate Fiji vergingen wie im Flug. Ein Paradies auf Erden. Kokospalmen, weiße Strände, Papaya und Bananenstauden, Ananasfelder, Riffe, tolle Schnorchelplätze, warmes Wasser, angenehme Außentemperaturen.

Besondere Menschen. Aufrichtige herzliche Menschen. Auch die, die wenig haben teilen mit uns was sie haben. 🥰Sie strahlen von innen heraus und schenken es dir, im vorübergehen. Das werden wir sehr vermissen und als Schatz in unseren Herzen bewahren.

Spontan hatten wir uns zur Fiji Regatta Week in Musket Cove angemeldet. Wir hatten mal wieder Lust auf Gesellschaft. Es war eine tolle Woche mit Spaß Regatten, Piraten Partys und Austausch mit anderen Seglern:innen. Sogar ein paar deutsch sprechende Boote waren darunter. Das war schön.

Video von Segelfreundin Conny von der Regatta

Wir gingen als Letzte über die Startlinie und sind am Ende 3. geworden. das hat uns gefreut und überrascht.

Preisverleihung 3.Platz
Sybille, Conny und Anke
Rick, Marco und Mathias
Piraten Fest
Mathias wurde verschleppt

Wir hatten sehr viel Spaß 😉 an diesem Und an allen weiteten Regatta Tagen. Die Regatta Woche in Musket Cove ist sehr empfehlenswert. Tolle Parties, spaßige Regatten mit vielen sympathischen Seglern. Europa ist nur spärlich vertreten, dafür Neuseeland und Australien stark vertreten. Tolle, gechillte, herzliche und offene Menschen.

Ich werde am 6.10. nach Deutschland fliegen und Mathias wird mit Maureen, Patrik und Lee nach Australien segeln. ⛵️

Letzte Woche genoss ich einen Mädels Nachmittag mit Conny. Das war toll. Conny und Marco sind Deutsche und leben in Neuseeland. Liebe auf den ersten Blick. Auch hier müssen wir bald Abschied nehmen. Aber die Freude auf ein Wiedersehen lässt die Tränen schnell versiegen.

Conny und Sybille

Gestern wurde der neue Generator eingebaut nachdem er endlich hier und durch den Zoll war. Da hat Mathias wieder einen sehr guten Job gemacht.

Da wir mit einer Boje ein wichtiges Teil vom Bugstrahlruder abgerissen hatten musste die Pure Fun zum kleben für ein Paar Stunden an Land. Auch das hat Mathias perfekt organisiert. Alle haben gute Arbeit geleistet. Danke Abi.

Die Geschichte vom „Anker mit Kette versenken auf 25m Tiefe“ kennt ihr glaube ich auch noch nicht. 🫣😡Die gibt es dann daheim bei einem Glas Wein 🍷. Im Moment möchte ich die Erinnerung an dieses Erlebnis lieber verdrängen.

Happy Birthday Mathias

Jetzt fahren wir zur kleinen Sandinsel mit einer Flasche Sekt. 🥂