Taveuni – Fiji

Taveuni ist nach Viti Levu und Vanua Levu die dritt größte Fiji Insel.

Gestern haben wir am späten Nachmittag vor dem Paradise Taveuni Resort an einer Boje festgemacht.

Nicht ohne vorherige Aufregung. Unser Großsegel ließ sich nicht einfurlen. Ich war am Steuer und Mathias versuchte dies und jenes.

Mit der Zeit kamen wir dem Land immer näher. Ich drehte nochmal ab und fuhr nochmal raus und wieder langsam rein Richtung Bojen. In der Hoffnung, dass Mathias es repariert bekommt.

Dann kam ein Funkspruch von Samadi und Picasso. Wir haben beide Boote in der Bay of Islands beim Sundowner kennengelernt. Sie sahen dass wir Probleme hatten und boten ihre Hilfe an. 👍

So kamen zwei starke erfahrene Segler mit dem Dinghy angefahren und halfen mit. Zusammen mit Mathias zogen sie das Segel runter und sicherten es auf dem Baum.

Am Abend genossen wir unser Dinner im Resort. Endlich mal wieder Fisch. Spaghetti, Bohnen und Reis hatten wir genug die letzten Tage. Da wir schon lange nichts Frisches mehr kaufen konnten, wurden wenigstens unsere Vorräte weniger.

Der einzige Laden auf Lomaloma nach zwei Wochen. Crazy 🤪

Die Bay of Islands haben wir sehr genossen. Wir konnten wandern, schnorcheln, lesen, Pläne schmieden.

Gestern sind wir dann nach 8 Stunden Downwind Segeln hier angekommen.

Vor dem Paradise Resort

Mathias war hier schon zu Beginn seiner Fiji Zeit mit Mahina und Dugald. Da waren viele WARC Boote hier. Er wollte es mir zeigen und es liegt auf dem Weg zurück nach Musket Cove. Da haben wir nächsten Dienstag einen Platz reserviert während der Segel Regatta Woche. Die Stimmung soll während der Regatta Woche toll sein. Darauf freuen wir uns.

Davor möchten wir hier noch eine Insel Erkundung machen sowie im Rainbow Reef schnorcheln gehen.

Auf Beides freuen wir und sehr.

Leider hat Mathias noch keine Lösung für unseren Furler. Heute Morgen haben wir versucht das Segel an Deck zu legen. Das hat nicht geklappt. Ein paar Umdrehungen sind noch aufgerollt. Wir konnten das Segel nicht vollständig abrollen. Es klemmte.

Dann musste das große Segel wieder hoch auf den Baum gelegt werden. Ich dachte zuerst, dass wir das zu Zweit nicht schaffen werden. Und dann war es ganz schnell oben. 👍

Heute konnte ich im Resort Obst und Gemüse bestellen, unsere Wäsche abgeben, eine Massage genießen und die Ausflüge buchen.

So alleine mit dem Dinghy loszugehen ist immer noch aufregend für mich. Aber ich habe es geschafft. Als ich nach zwei Stunden mit meinem schweren vollen Karton voller Obst und Gemüse zurück kam musste ich feststellen, dass inzwischen niedrig Wasser war und mein Dinghy ziemlich weit unter mir. Da sah ich eine Leiter. Also band ich mein Dinghy ab und zog es zur Leiter. Nun konnte ich meine Einkäufe einladen. Motor starten, Boot losbinden, Gang rein und los. Mein Ankommen auf der Pure Fun war zuerst etwas zu schnell und ich sauste vorbei. Beim zweiten Versuch klappte es dann. Das ist nicht wie beim Auto fahren. Es hält nicht einfach an nur weil man es ausgemacht hat. Wind, Welle und Restgeschwindigkeit sorgen für Fahrt nach vorne. 🤣

Zum Mittagessen gab es nochmal Azukibohnen-Curry mit Reis und heute Abend habe ich uns zum Dinner im Resort angemeldet.

Ende September soll es über New Caledonia nach Australien gehen. Wir haben uns zur „Go West to Australia“ Ralley angemeldet. Es ist ein gutes Gefühl zur Not andere Boote um Hilfe bitten zu können unterwegs. Was uns seit Miguels Unfall noch wichtiger geworden ist. Gerne würden wir zwei Crew Mitglieder mitnehmen. Da sind wir aktuell auf der Suche. Wenn also jemand Lust und Zeit hat, gerne melden. 😉

Nach New Caledonia werden es ca 4 Tage sein. Nach Australien weitere 6-7 Tage.

Ende November fliegen wir dann bis Ende Januar in die Heimat. Darauf freue ich mich sehr.

Unser Boot wird solange in Brisbane liegen.

Eine Gulasch Suppe vom Metzger Schneider in Stuttgart. Da kamen Heimalgefühle auf.

An diesem Tag war es grau, nass und kühl. Da hatten wir Lust auf Suppe mit Kerzenschein.

So kann Fiji auch sein. Dem Boot tut so eine Süßwasser Dusche zwischendurch gut.
Mathias mit seinem iPad in der Abendsonne.

Fiji – Happy Birthday Mama

Sybille:

Heute wird meine Mama 72 Jahre alt. Da ich diesen Blog vor allem wegen meinen Eltern und den Kindern begonnen habe und meine Mama unsere treueste Blogleserin ist, möchte ich sie heute zu ihrem Geburtstag mit einem neuen Blogbeitrag überraschen.

In meiner Fantasie stelle ich mir vor, wie sie diesen Beitrag, mit der ersten Tasse Kaffee in der Hand findet und sich freut.

Letzten Sonntag bin ich von einer Mutter-Kind Woche 🥰 mit Nico in Singapur zurück aufs Boot gekommen. Das waren schöne Tage. Meine Kinder so selten zu sehen ist sehr schwer für mich. 🥲Ich werde es überleben und es werden auch wieder andere Zeiten kommen.

Mathias hat solange unser Boot gehütet, Savusavu und die Marina Nawi erkundet und viele nette Bekanntschaften gemacht. Zusammen segelten wir anschließend die Südküste von der zweit größten Fiji Insel entlang. Ihr Name ist: Vanua Levu

Marina Nawi bei Savusavu

Wir ankerten 3 Nächte in einer geschützten Bucht beim Remote Resort. Da ich mir eine Erkältung eingefangen habe hütete ich das Bett, während Mathias das Resort erkundete. Das Wetter ist gerade sehr wechselhaft. Wie deutsches Aprilwetter, nur ohne Schnee und Graupelschauer und wärmer. Es ist meist bewölkt, windig, die Sonne zeigt sich selten und es regnet ständig. Wenn auch nur sehr kurz. Baden waren wir schon eine Weile nicht mehr.

Was dennoch sehr schön ist, ist die Zeit der Ruhe. Wir lesen Bücher, kochen, essen, schlafen und planen die weitere Reise. Endlich Urlaub auf der Pure Fun. Wir genießen das „faul“ sein in vollen Zügen. Darum gab es auch keine Blog Einträge.

Gestern sind wir nach Tavenui Island weitergezogen. Diese Insel liegt südöstlich von Vanua Levi. Zuerst steuerten wir Somosomo an, im Reiseführer war es sehr verlockend beschrieben. Uns hat es nicht gefallen. So fuhren wir weiter nach Matei am oberen Ende der Insel. Inzwischen regnete es heftig, der Wind kam nicht aus der vorhergesagten Richtung, dafür mit Böen bis 30Kn von vornre. Das war überhaupt nicht lustig. Wir hatten kaum Sicht und das ist in den Gebieten mit den vielen Riffen sehr unangenehm. Ich dazu noch nicht wieder richtig gesund. Half alles nichts. Wir mussten durch und einen geschützten Ankerplatz für die Nacht finden. Wir entschieden uns aufgrund der Bedingungen für die Insel Qamea. Dort ankerten wir auf 10 Meter Tiefe. Es lagen noch zwei weitere Boote in dieser Bucht. Das Wetter veränderte sich nicht. Regenschauer, wechselhafter, böiger Wind und zwischendurch kurze Sonnenphasen. Leider schrappte unsere Ankerkette in der Nacht immer wieder recht laut. Das ist nicht nur unangenehm laut in der Nacht, sondern auch unangenehm weil man Sorge hat, dass die Ankerkette etwas kaputt macht.

So machten wir uns am Morgen wieder auf den Weg nach einem neuen besseren Ankerplatz. Da sich am Morgen die Sonne etwas länger zeigte, sahen wir die wunderschöne Farbe des Wassers und die Korallenstöcke am Grund. Wie gerne wäre ich schnorcheln gegangen. Zum einen bin ich noch zu stark erkältet und zum Anderen wollten wir einen ruhiger Ankerplatz finden. Es drehte uns wild im Kreis und es stand ein unangenehmer Schwell in die Bucht.

Am Nachmittag kamen wir im Süden der Insel Qamea an. Das Wetter ist unverändert. Wir ankerten hier auf 20 Meter Tiefe. Der Anker hat direkt gut gehalten und wir blicken auf einen sehr schönen Strand mit Kokospalmen. Auch 2-3 größere Häuser können wir sehen. Könnte eine Schule oder Kirche sein. Hoffentlich ist das Wetter morgen so, dass wir an Land gehen können um die Gegend zu erkunden. Auch einen Funkmasten können wir sehen.So haben wir seit Tagen mal wieder ordentliches Internet. Das erleichtert Mathias Arbeit mit den Karten updates. Auch das Blogschreiben natürlich.

Kulinarisch sind wir damit beschäftigt unsere Vorräte aufzuessen. Nach Australien darf man mit dem Boot nicht sehr viel einführen, keinen Reis zum Beispiel. 😩Davon haben wir noch einige Kilo. Aber gut ist es, es rechtzeitig zu wissen. So folgen den Bananen Zeiten nun eben Reis Zeiten. 🤣Milchreis zum Frühstück, Gemüse Curry mit Reis zum Mittagessen, Reissalat zum Abendessen. 😱Nein so schlimm wird es nicht werden. Denn ich habe da noch einen Plan B. An Dorfbewohner verschenken. Denn Reis und Hülsenfrüchte müssen sie zukaufen und da viele nicht so viel Geld haben freuen sie sich bestimmt. Ich freue mich im Tausch dafür über Koksnüsse oder Papaya. Da ich meine Weizenkörner auch noch verarbeiten muss, wird es wenigstens zum Frühstück leckeres Vollkornbrot geben. Mit dem letzten Glas Quittengelee aus der Heimat ein Genuss. Ja, kulinarisch vermissen wir inzwischen schon so manches aus der Heimat. Käse zum Beispiel. Maultaschen, Käsespätzle, Schwarzwälder Kirschtorte, deutsches Bier. In Singapur war ich jeden Abend mit Nico in einem Paulanerbräu 🍻. Ich sags euch, das war himmlisch. An einem Abend habe ich mich getraut den Obatzda mit Pretzel ( so stand es in der Karte) zu bestellen. Ein asiatisch aussehender Kellner in rot-weiß kariertem Hemd und Lederhose brachte ihn. Und zu meiner Überraschung war es wirklich gut. Die Bretzel 🥨war klar nicht ganz perfekt, aber nach so langer Zeit ohne war ich nachsichtig und dankbar für die, die ich bekam. Das Heimatgefühl, das ich durch das deutschen Gasthaus spürte, tat sehr gut. Noch dazu mit Sohn Nico. 🥰

Zurück zum Boot. Technisch sind wir seit einiger Zeit ohne Generator unterwegs. Unserer wurde ausgebaut, geprüft und getestet. Nun bekommen einen Neuen geschickt. Wer mehr über die technischen Hintergründer wissen möchte, darf sich an Mathias wenden. Er ist seit einiger Zeit damit beschäftigt den Transport und Zoll zu organisieren. Wir laden unsere Batterien momentan mit dem Motor. Der Wassermacher läuft prima und auch alles andere funktioniert gerade recht gut. Sehr angenehm.

So plätschern die Tage vor sich hin. Wann, mit wem und über welche Route wir Fiji verlassen wissen wir noch nicht. Wir sind am planen. Entschieden ist nun, dass es nach Brisbane geht. Nicht nach Neuseeland. Und wenn das Wetter hier so bleibt gehen wir sicher früher als später und segeln dann lieber in den White Sundays. Darauf freut sich Mathias seit Jahrzehnten und ich bin sehr neugierig wie es mir gefallen wird.

Wir wünschen meiner Mama heute einen wunderschönen Geburtstag mit Familie und Freunden und allen anderen lieben Lesern einen wunderschönen Sonntag.

Nachtrag zu unserem Besuch der wunderschönen Yasawa Inseln. Traumhaft schön war es dort, auch das Wetter. ( leider schwächelt die Internetverbindung. Die tollen Bilder muss ich bei besserem Internet hochladen)

Die Reise geht weiter

Die Reise geht weiter. Für die vielen direkten Zuschriften und Anteilnahme am Unfall von Miguel bedanke ich mich sehr. Miguel ist auf einem guten Wege. Letzte Woche wurde er in Neuseeland aus dem Krankenhaus entlassen. Nun wartete er und Lisa auf den Flug nach Portugal. In Lissabon wird er die notwendigen Rehabiltationsbehandlungen bekommen. Seit dem Unfall ist so vieles glücklich verlaufen. So dass Miguel wohl körperlich wieder vollständig genesen wird. Wir sind sehr dankbar wie auch demütig. Er, Lisa wie auch ich werden weiter segeln. Wann und wo zusammen wird sich zeigen.

Bei mir ging es von Niue weiter nach Tonga. Zusammen mit Fergus und Pavel hatten wir eine kurzweilige Überfahrt. Hier gilt mein besonderer Dank Fergus aus dem Orgateam der WARC, der kurzfristig in die Lücke nach dem Unfall einsprang und mich auf diesen 240 nm sehr entlastete.

11 Tage verbrachten wir in Vavau, Tonga. Neben der Fiesta mit Wildschwein Spannferkel unter einem riesigen Gummibaum auf Vakaeitu Island, dem Besuch des Botanischen Gartens hat es mir insbesondere Port Maurelle mit der feinen reizenden Energie, dem üppigen Grün, den zwitschernden Vögeln, dem weichen Sand sowie dem klaren, blauen Wasser angetan. Bilder dazu gibt es auf den Seiten der WORLD ARC / world cruising club oder Instagram WARC.

Seit zwei Tagen sind wir wieder auf See. Dieses Mal ist Mahina mit Dugald und Pavel mit dabei. Lomaloma ist unser Ziel. Lomaloma gehört zur Lau Gruppe, die wiederum eine der wesentlichen Inselgruppen von Fiji ist. Wir freuen uns an der gemeinsamen Zeit auf dem Pazifik. Genießen schönes Segeln mit dem Parasailor und das leckere Essen mit tschechischen Nuancen. Bald werden wir Fiji sehen und riechen können.

Mathias

Sy-purefun.Blog

Zwischen Bora Bora und Nuie

Irgendwo im Nirgendwo zwischen Bora Bora und Nuie nachts um halb zwei rauschen wir gemütlich schweigend über den Pazifik. Alles schläft einsam wacht wer gerade Wache hat. Es geht uns gut. Wir drei Lisa, Miguel und ich (Mathias) verlassen uns aufeinander und kommen so gut in den wachfreien Zeiten zum schlafen. Alle vier Stunde wechseln wir uns ab.

Zwei windige, nasse und sehr böige Tage liegen hinter uns. So viel wie in diesen Tagen habe ich seit der Biskaya mein Ölzeug nicht mehr genutzt. Die Wellen schoben mit 3-5 Meter von hinten und der Seite. Der Wind blies mit 26 kn und in den Böen gab es auch mal 36kn. Die Schauer kamen eher waagrecht bei uns an. also hieß es MPX an und Schotten dicht. Lisa verwöhnt uns trotz erschwerten Bedingungen aus der Bordküche mit Leckerem und Miguel nimmt mir die eine oder andere weniger angenehme Aufgabe ab. Mir geht es gut. Und Sybille schreibt mir dann aus Singapur wie lecker die von Michelin genannte Streetkitchen schmeckt, wie modern die Stadt sei und wie toll es dort ist. An solchen Tagen komme selbst ich ins Nachdenken.

Dieser Abschnitt von Bora Bora nach Tonga mit Stopp in Nuie wird als Fun-Race gefahren. Unser Cruising Modus wird modifiziert. Wir alle drei schalten da gerne auch mal auf Race um. Verschiedene Wetterroutings werden studiert und dann unterwegs das wahre Wetter mit den Modellberechnungen verglichen und neu beurteilt. So sind wir nicht wie die anderen nördlich der direkten Linie sondern als einziges Boot mehr im Süden geblieben. Der Wind drehte sich hier auch zu unserem Vorteil. Bisher hat uns das recht weit nach vorne gebracht. Mal hat die Shipman 63 Fatjax oder mal wir den noch kürzesten Weg bis zur Ziellinie. Wir haben Spaß dabei. Mal sehen wie sich die beiden folgenden Tage weiter entwickeln werden. Es bleibt spannend.

Mathias

Gesellschaftsinseln, erster Teil

Moorea, Freitag 03.05.2024, 08:17 LT oder Freitag Abend 03.05.2024 ein neuer Tag beginnt. Wir liegen zwischen Riff und Moorea vor der Cooks Bay im Norden der Insel. Schon bei Sonnenaufgang hat es so zwischen 27 und 29 Grad Luft und Wassertemperatur. Eine leichte Brise kühlt während der Nacht angenehm ab. Ein erster Blick nach draussen, Frieden, Sicherheit und liebevolle Landschaft und ruhiges blaues Wasser zeigen sich. Die aufgehende Sonne lässt das üppige Grün der hoch hinausragenden Vulkanhänge noch leuchtender erscheinen. Die freilaufenden Hähne rufen ihre Hühner und antworten auf die vielfältigen Rufe ihrer Artgenossen. Das Blau des Wassers zeigt sich in einer ersten Vielfalt. Gerade vorhin kam eine Gruppe Delfine nah am Boot vorbei. Die waren am jagen dennoch ging Sybille direkt vom Bett zu ihnen um sie im Wasser möglichst nah zu erleben. Natur pur.

Seit dem letzten Eintrag sind 14 Tage vergangen. Eine war eine bereichernde Zeit voller schöner Begegnungen, bewegenden Erlebnissen, liebevoller Momente. Tahiti, der Stadthafen von Papeet war unser Zuhause auf Zeit. Städtisches Leben nach Wochen vor Anker eine willkommene Abwechslung mit geselligem Essen im Gorbi, Vini Vini oder doch zu Gast bei den Drei Brüdern in der Lokalbrauerei oder in der Baroof zum Essen und Feiern. Livemusik zum Bier oder DJ’s die uns während des Dinners schon eingroovten um dann bis 01:00 unter freiem Himmel auf dem Dach zu tanzen. Alles bei den drei Brüdern im Haus. Oben wie unten feierten alle zusammen. Alle heißt, jung und alt, Touristen, Expads wie auch Locals, Flipflop- Birkisträger wie auch gestylte, dicke und dünne, Mitsegler der WARC wie auch Crews von Kreuzfahrtschiffen sowie Männer, Frauen und Männer die als Frauen erzogen wurden. Ja das ist hier auf den Gesellschaftsinseln noch üblich. Das ist rein beschreibend gemeint. Es ist einfach faszinierend wenn stark übergewichtige Frauen aufstehen und zum Rhythmus der Liveband überaus flexibel und anmutig ihre Kilos und Hüften schwingen. Wir saßen und standen nur staunend daneben und klatschten Beifall. Manche von uns gingen noch weiter andere lieber ins Bett. Am Morgen danach gab es reichlich viel zu erzählen und so manchen Kater zu pflegen. Das war unser Tahiti.

Außerhalb der Stadt gab es reichlich viel auf der Ringstraße mit dem Mietwagen zu entdecken. Sybilles Apartment lag im Südwesten der Insel. Von dort erkundeten wir die Küsten bis ganz in den Süden wo die Straße in TAIARAPU endet. Der Ort wird noch fleißig für die Olympischen Spiele vorbereitet. Die Tribüne für die Schiedsrichter der Surfwettbewerbe steht schon sehr präsent mitten im Riff. Auf der Ringstraße stoppten wir im Jardin de eau und die Neugierde führte uns einen Weg hoch über die Küste durch einen bezaubernden lichten Mischwald mit Laub- und Nadelbäumen, Farnen und anderen vielfältigen Stauden. So ein zweistündiger Spaziergang mit ein paar hundert Höhenmetern ist eine willkommene Abwechslung zu dem vielen Wasser und intensiven Stadtleben.

Die Straße durch das Inselinnere ist den 4×4 ( Allrad Autos) und so den Guides und Einheimischen vorbehalten. An Stuarts vorletztem Tag unternahmen wir beide mit TE MANA TAHITI TOURS eine Exkursion durch die Insel. Morgens erfuhren wir, dass seit dem Vortag die Straße durch einen Erdrutsch blockiert war. So nahmen wir nur ein Stück des Weges und unser einheimischer Guide brachte uns Mana, der Energie der Insel bzw. dem einen oder anderen Kultplatz näher. Es war eine bereichernde wie auch empfehlenswerte „Reise“ in eine andere Welt.

Stuart kehrte dann nach einer herrlichen gemeinsamen Zeit nach Cowes, England, zurück und Miguel, der dritte meiner Männercrew, sprang kurzfristig bei einer Überführung von dem Gambier Insel nach Tahiti ein. So segeln Sybille und ich unsere Pure Fun von Tahiti nach Bora Bora durch die Gesellschaftsinseln.

Mit einem weinenden wie auch einem lachenden Augen legten wir am letzten Montag in Papeete ab. Tahiti hat uns am Ende wirklich gut gefallen. Lust wie auch Zeitplan zogen uns weiter nach Moorea.

Hier verbrachte Sybille schon einige Zeit und kannte dadurch besonders schöne Plätze. Während ihrer Zeit hier auf Moorea erlebte sie bei einer Schnorcheltour ( Mermaid private Boat Tours) faszinierende Begegnungen mit Rochen. Die waren gestern unser Ziel. Als die Idee im Raum stand mit dem Dinghi 10 Meilen der Küste entlangzufahren um zu den beiden kleinen vorgelagerten Inseln im Nordwesten zu kommen wurden wir beide etwas unruhig. Noch nie waren wir mit dem Dinghi soweit von unserer Pure Fun weg. Wie weit kommen wir eigentlich mit unserem 12 Litertank? Wir uns und hatten keine Ahnung. Abenteuer.

Frei nach Pippi Langstrumpf. Wieso solle ich vor etwas Angst haben wenn ich noch nie gemacht habe.

Also entschieden wir uns dieses Abenteuer anzugehen. Tank voll. Trinken, Schnorchelsachen, Handtuch, Ersatzkleidung und Funkgerät eingepackt. Caps von Musto und der PERFECT DAY II auf dem Kopf. Herzlichen Dank an der Stelle für die schützenden Mitgaben an Ines und Heiko sowie Musto Deutschland. So reist Ihr mit. Kurzer Abschied bei der FATJAX damit sie informiert sind wo wir sind. So wussten wir im Notfall bekommen wir Hilfe. Unser kleines Beiboot mit seinen 2,8m und dem 9,9 PS Viertackter legte los. Im Sauseschritt ging es über die Wellen entlang der Küste. Die Cook Bay war schnell gequert. Die Beachvillas des Hilton umschifft und dann ging es durch ein Labyrinth von Korallenstöcken. Zum Glück wußte Sybille durch ihren Landurlaub schon Bescheid. Es ging immer der Wand / Stangen entlang. So waren nur noch die mit Stangen markierte Route durch die Korallen zu finden. Auf der Strecke sahen wir eine Gruppe von Delfinen. Schon so oft haben wir diese reizende Geschöpfe auf unserer Reise gesehen und jedes Mal sind wir berührt. Nach einer Pause bei ihnen ging es weiter. Der nächste Stopp war vor Matu Tioharu. Türkisfarbenes Wasser, 1,5 meter tief, weißer Sand als Hintergrund für die Rochen, Haie und weitere Fische. So faszinierend. Anker des Tender runter, Schnorchel und Flossen an und ab ins Wasser. Sybille hatte nicht zu viel versprochen, einfach nur schön. Danach wurden noch Fische im Korallengarten mit der mitgebrachten Papaya gefüttert. Es kamen viele bunte kleine Fische aus den Korallen und sie knabberten uns aus der Hand. Wir staunten und freuten uns.
Irgendwann ging es mit reichlich Speed gegen die vom Wind etwas lebendigere See nach Hause. Die Gischt flog uns oft entgegen. Bei 30 Grad ist das eine willkommene Abkühlung. Nach 45 Minuten waren wir bei unserer Pure Fun. Es war ein tolles Abenteuer. Erfüllt liesen wir mit der Crew der Fatjax den Tag bei einem Sundowner ausklingen. A perfect Day 😉 in paradisischer Umgebung.

Und heute genießen wir das Boot, die Vielfalt der Blautöne und bereiten uns auf die Weiterfahrt Richtung Bora Bora vor.
Zwei Brote sind im Ofen und der Papaya Crumble geht im Anschluss in den Ofen. Denn Axel ind Lisbeth von der Solaris wird zum Cafe an Bord kommen. 😋