WARC 2024 – 2. Tag Panama – La Playita nach Santa Cruz- Galapagos
Gestern hatten wir einen angenehmen, tollen, heiteren Segeltag…. Es fühlte sich wie „Urlaub“ an. Endlich Ruhe….nur segeln bzw. motoren, lesen, essen und dösen. Wir haben diese Stunden sehr genossen.
So ging es mit Vollzeug in die Nacht. Wind und Welle wurden zunehmend wechselhafter. Nach Sonnenuntergang hatten wir zuerst Wind bis 20 Kn, dann wieder 9 Kn. Im Laufe der Nacht nahm der Wind weiter zu. Ein stark befahrenes Verkehrstrennungsgebiet lag auf unserem Weg. Die großen Schiffe müssen genau dem vorgegeben Weg folgen und die unter 24 m Länge haben es zu meiden. Das ist eine Art Autobahn für große Schiffe. Den ganzen Tag sahen wir kaum andere Schiffe. An diesen Stellen jedoch kommen viele zusammen. Beim Queren dieser Zone war es wie es keiner haben möchte aber dennoch passiert.
Gegen 2300 waren wir dort. Mathias am Steuer. Reichlich Wind von hinten. In Böen bis 28 kn. Es ging mit 145 Grad TWA zügig mit 10 bis 12 kn Fahrt voran. Dank AIS kann da viel auf den Plottern gezeigt und berechnet werden. Zwei Frachter kamen in unsere Richtung und vier entgegen. Unser Kurs ging quer durch deren Route. Eine Lücke zeigte sich. Es sollte gut reichen. Der erste ging durch. Nur je näher der Zweite kam um so mehr drehte der Wind zu unseren Ungunsten. Der Schnittpunkt von unserem Kurs mit dem sehr großen Frachters schwankte mit jeder Böe und betrug zeitweise nur 150 m, jedoch es war noch etwas Zeit. Als Segler haben wir unseren Kurs und Geschwindigkeit stabil zu halten. 45 Minuten vor der berechneten Begegnung wurde via UKW Funk die Brücke des Großen angerufen. Es wurde geantwortet. Der Kanal gewechselt, es wurde bestätigt, dass wir gesehen werden und dass wir unter Segel fahren. Nur so wirklich akustisch verständlich war das nicht. Also ging es soweit möglich vor dem Wind weiter auf unserem Kurs. Der Wind drehte immer mehr. Die Wellen nahmen zu. Unsere Pure Fun schwankte zw. 220 und 260 Grad hin und her. Oh was mag der auf der Brücke sich nur gedacht haben. 15 Minuten vor der Begegnung kam sein Anruf per Funk. Es war jetzt etwas klarer. Wir verständigten uns darauf, wir sollen so gut wie möglich weiter fahren und er steuert hinter uns durch. Das klappte gut. Er änderte 18 Grad seinen Kurs und wir passierten uns mit 1,5 Meilen Abstand. Zu den anderen Schiffen war dann ausreichend Platz. Im Laufe der lauen Vollmondnacht nahm der Wind wie vorhergesagt auch wieder ab. Stundenweise kam der Motor zum Einsatz.
Gestern haben uns 3 mal Delfine besucht. Da ich am Vorstag stand um sie zu genießen und nicht eingecremt war….habe ich mir leider einen Sonnenbrand geholt. 5 min. In der Mittagssonne….so trage ich heute MUSTO Langarm, Schlauchtuch bis zur Nase und Cap. So kann ich heute bei 35° den versprochenen cooling Effekt des neuen LPX Shirts testen. 😵💫 Es funktioniert super. Und das mit dem Schlauchtuch habe ich den Panamesiern abgeschaut. Jene, die viel an der Sonne arbeiten kleiden sich so. Für mich eine Herausforderung….habe das Gefühl zu ersticken….😎🥵
Damit uns nicht langweilig wird haben wir ein neues technisches Problem. Die Hydraulikpumpe von Achterstag und Vang (Baumniederholer) funktioniert nicht wie gewohnt. In der Shelterbay hat Mathias den Hydraulikfilter austauschen lassen. Und nun das….die Technik befindet sich wasserdicht verschlossen in einem Seitenraum in unserer Dinghygarage. Die ist jedoch mit Dinghy, Fendern und Trinkwasser Kanistern eigentlich voll. Also alles ausräumen und an Deck legen. Anschließend krabbelt mein großer Mann über das Dinghy in diesen kleinen Seitenraum. Hätte nie gedacht, dass das möglich ist….aber er ist fast vollständig drin. Reparieren konnte er es bislang noch nicht. Gut dass wir gerade wenig Wind (13 kn)und nur eine lange 1-2m Welle haben, die sich einigermaßen erträglich anfühlt. ( Mathias hat aus meinen 2-3 m Wellen 1-2 m Wellen gemacht….so ein Schlitzohr…🤫bei der Wellenhöhe sind wir selten einer Meinung 😂🤣)
Nach dieser Aktion ist Mathias auf jeden Fall wieder mein Held des Tages. Und das schon um 9:00 Uhr. 👍🥰
Gestern haben wir begonnen das Buch “Garlix auf großer Fahrt“ zu lesen. Ein Segelerehepaar beschreibt ihre Weltumsegelung von 2014/2015 auf einer XP44. Es macht sehr viel Freude dieses Buch. Sie haben die ARC+ und die World ARC gemacht. So können wir nun schon im vorraus lesen was noch auf uns zu kommt und lesen wie die Garlix Crew unsere bisherige Strecke erlebt hat. Sehr vieles deckt sich mit unseren Erfahrungen. Macht Laune es zu lesen.
Kulinarisch gab es gestern zum Frühstück Granola mit griechischem Joghurt, Papaya und Ananas. ( der Joghurt ist etwas besonderes…..kann man selten kaufen und der 500 g Becher kostete stolze 12$. 😭)
Zwischenmahlzeit:
Selbst gebackenes Haferbrot mit selbstgemachter Papaya-Maraquia Marmelade und ein Käsebrot. ( eine Packung schweizer Scheibenkäse liegt auch bei 6$)
Lunch:
Cesar Salat
Zwischenmahlzeit:
Wassermelone und Schokonusskuchen selbst gemacht
Abendessen:
Vollkorn Basmati Reis mit Gemüse und Yuca sowie
Bratwürstchen. (Da wir im Panamakanal nicht übernachten mussten, war noch Verpflegung übrig. Für uns würde ich diese Art Würstchen nicht kaufen….nicht zu vergleichen mit Bratwürstchen aus Deutschland 🇩🇪)
Bis zu den Galapagos müssen wir frisches Gemüse und Obst sowie offenen Käse gegessen haben. Dieses darf nicht eingeführt werden. 🤷♀️
Dabei haben die Inseln keinen eigenen Anbau und es muss alles importiert werden. Vermutlich wird es speziell behandelt 🫣 damit keine Tiere auf die Inseln kommen die nicht dort hin gehören.
So geht es voran. Nach dem ersten Tag liegen 175 nm durchs Wasser hinter und weitere berechnete 700 nm vor uns. Bis jetzt ist mehr Wind als vorhergesagt. Es liegen die Doldrums wie auch der Äquator zwischen Santa Cruz und uns. Mal sehen wie viel da noch zu motoren sein wird. Es ist viel Zeit die Wellen zu zählen, den Wind zu spüren die Welt Welt sein zu lassen und staunend die Schönheit der Natur wahrzunehmen. ( Sybille: während es schaukelt, klappert, schwankt und ab und zu spritzt, heiß ist, kaum Schatten zu finden ist…..🤪)
Ich sitze heute am liebsten hinten am Heck, die Beine baumeln Richtung Wasser, ab und zu gibt es ein Fußbad, schaue den Wellen zu….das ist sehr, sehr schön und besonders….auf dem Pazifik…wir segeln tatsächlich auf dem Pazifik….
Dieser Beitrag war ein Gemeinschaftswerk…😎⛵️
