10./11.04. Fakarava, Tuamotos. Drift Schnorcheln im Südpass von Fakarava. Es ist unbeschreiblich beeindruckend. Sich im 32 Grad warmen Wasser, mit ginklarer Sicht von einlaufender Strömung mit 1 bis 5 Knoten über Korallen 1,5 Stunden treiben zu lassen. Einer im Dinghi zwei im Wasser drifteten wir über rein weiße, hellblaue, violette, braune und anders farbige Korallen. Eine harmonisch sanft abfallende Riffkante die sich langsam auf eine Tiefe von 27 Meter absenkt. Farben und Formen wie in einem englischen Garten eine perfekten Border aus niedrig wachsenden blühenden Stauden gestaltet ist und das so weit das Auge reicht. Hier geschaffen von der Natur in Form von festen lebenden Korallen. Dieser farbenfrohe Teppich wird von einer Vielzahl von Fischen unterschiedlicher Form, Größe und Farbe bewohnt. Wir Schnorchler nehmen einen Blick von oben auf diesen Magic Carpet und beim Blick darüber sieht man hellblaues Wasser, weißen Korallenstrand, Palmen und ein paar ordentliche Strandhäuschen, die man mieten kann. Absolut magic, unten wie oben.
Haie lieben dieses Riff. Es liegt unweit der berühmten Wall of Sharcks. Sie gaben uns wenig Beachtung. Miguel, unser junger Mitsegler, liebt das Wasser und erfreut sich am Freediving. Wir waren zusammen im Wasser. Das eine oder andere Mal versuchte er einen Haie mit den Händen zu berühren. Auf den Azoren, seiner Heimat, sind große Haie alltäglich. Er und die Haie hatten ähnliche längen. Ich schaute dem ganzen Treiben zunächst noch sehr misstrauisch zu.
Über dem Pass trieb ich gestern zwei Mal und war so über 2 Stunden nur am Staunen. Die sonntäglichen Filme „Abenteuer der Tiefen“ ließen in mir reichlich Respekt vor Haien wachsen. So bin ich aufgewachsen. Hier gewöhnt man sich an deren Silhouette mit den fünf Streifen an der Seite und dem breiten Maul. Noch weiter in dem Atoll wurde es flacher. Wir trieben bzw. schwammen weiter zum Korallenstrand. Die Farben wechselten. Es wurde heller, sandiger und die Korallen erhoben sich punktuell. Da waren dann mehr Haie mit weißen Flossenspitzen, einige Schwärme bunter Fische und kurz ein Rochen zu sehen. Von all dem war und bin ich so berührt und beeindruckt. Am Tag ist es so friedlich.
Am Abend war das Unterwasserlicht am Heck an. Es schwammen einige Haie mit 0,8 bis 1,5 Meter um das Heck. Das kennen wir schon von Galapagos. Da waren es mal 25 von mittlerer Größe. Alles war ruhig und normal. Wir waren gerade mit dem Abendessen fertig. Plötzlich hörten und sahen wir Fische springen. Es waren wohl Barakudas. Es wurde lebhaft ums Boot. Einer sprang fast ins Dinghi und ein Haie kam hinterher. Keine Minute später gab es einen riesigen Tumult keine 8 Meter weg. Das Wasser sprudelte und nach kurzer Zeit war es wieder ruhig. Da hatten die Haie wohl ein Abendessen gefangen.
Heute früh war die Nase des Dinghi etwas flach. Nach dem Aufpumpen zeigten sich drei scharfe Schlitze an der Unterkante im Schlauch. Das ist der Abdruck eines größeren Kiefers der das Dinghi aufbiss. Die Zähne größerer Barakudas wie auch die der Schwarztipp Haie haben die Kraft den aufgeblasenen Schlauch des Dinghi sekundenschnell zu zerlöchern. Da hatte wohl einer der beiden gestern Abend bei der Flucht bzw. Jagd das Maul offen. Wir sind echt beeindruckt welche Dynamik und Folgen dieses Spektakel hatte.
Beim Schnorcheln heute war ich etwas aufmerksamer. Entdeckte mehr Fische, auch mal eine Moräne zwischen den Korallen, trieb in einen Schwarm schlanker blauweißer Fische die nahe an der Oberfläche waren. Es ist eine so unglaubliche Vielfalt die hier diese intakte Natur anbietet. Lediglich Haie, die zu direkt auf mich zu kamen, fokussierten meine Aufmerksamkeit und brachten mich nach dem nächtlichen Erlebnis doch etwas in Anspannung. 🫣
In den vergangenen 35 Jahren schnorchelte ich schon an so manchem besonderen Plätzen auf dieser Welt. Das hier ist ganz besonders. Sollte jemand hier her reisen wollen, sollte rechtzeitig ausreichend Lebensmittel und Getränke gekauft werden. Aktuell gibt es hier im Süden bei den beiden Restaurants weder Bier noch irgend etwas zu essen. Im Norden sind die Supermärkte ziemlich ausverkauft. Das nächste Versorgungsschiff wird in einer Woche erwartet. Das ist hier irgendwie normal🤷♀️
Bilder kann ich hier bei der Datenversorgung leider keine einstellen. Sie wären beeindruckend😉Mögen die Worte ein Eindruck von hier vermitteln.
Mathias
