WARC 2024 – 4. Tag Galapagos- Marquesas

WARC 2024 – 4. Tag Galapagos- Marquesas

9.03.2024, 23:00 Uhr

Heute habe ich die erste Wache. Von 20:00-23:30 Uhr. Für mich die, bei der ich immer müde werde. Bei den anderen Wachen hat man vorher geschlafen….bei der ersten bekomme ich das selten hin.

Nachdem ich gestern den ganzen Tag und die ganze Nacht auf dem Sofa verbracht habe war ich tagsüber sehr ausgeruht. Zum Glück bin ich heute morgen um 7:00 Uhr aufgewacht und fühlte mich wieder gut. Nur der Bauch krümelt noch etwas, so dass die Schonkost noch beibehalten wurde.

Heute morgen schien wieder die Sonne, der Himmel war blau und es war wieder sehr warm. Der Wind war nicht allzu üppig, so dass Mathias den gelben Genakker setzen wollte. Ich war gespannt, 🤩 ob es heute ohne Zwischenfälle gelingen würde und er uns dann auch wirklich schneller voran bringen würde….

Und ja, heute hat alles gut funktioniert. Und…wir sind damit 1-2Kn schneller gesegelt. So konnte ich heute wieder Frieden schließen mit unserem „Gelben“. Beim Einpacken kurz vor Sonnenuntergang lief auch alles reibungslos. Mathias war mit Elly auf dem Vordeck und ich habe mit Mahina die Winchen bedient. Der Bergeschlauch wird vorne über den rieselten Gennaker gezogen. Im Cockpit werden die blauen Schoten auf beiden Seiten bedient, die Tackleine von Mahina auf der Steuerbordseite. So bald das Segel vollkommen vom Bergeschlauch umhüllt ist, ist die Großschot nach Backbord umbauen und an Steuerbord das Gennakerfall bereit zu machen. Gennakerfall nach Befehl vom Vorschiff fieren. Vorne wird der lange schwarze Stoffsack auf Vordeck gezogen. Im Cockpit sind die Winchen für das setzen der Genua vorzubereiten. Alle vier 70 er Harken Elektrowinchen werden benötigt. Steuerbord wird eine mit der Genuaschot und die zweite mit einer Hilfsleine um möglichst wit außen die Genua in der Höhe zu steuern. Mahina braucht Backbord beide Winchen um sie mit der schwarzen Holeleine der Rollgenua und die Großschott zu belegen. Und schon wird die Genua aus gerollt und sie zieht uns voran. Elly kommt zurück und steuert. Der Skipper ist zufrieden. Gott sei Dank 🙏.

Zum Essen gab es heute Gemüsequiche und am Abend Reste-Essen. Hühnchenragout, Ratatouille und Reis.
Mit der Quiche am Vormittag habe ich noch gleich einen neuen Kuchen gebacken…wenn der Ofen schon warm war. Einen Ingwerkuchen. Den probieren wir dann morgen.

Die Anweisung vom Kapitän für die Nacht: den Motor starten wenn wir langsamer als 7Kn werden. Ich hatte Glück. Der Wind frischte auf. TWS 15-20Kn. So tauschen wir mit 9-10 Kn durch die Nacht. Sehr angenehm.

Nun ist es Zeit Mathias zu seiner Wache zu wecken es ist bereits…23:30 Uhr. Das Blog schreiben hat mich wach gehalten…jetzt darf ich ins Bett. Nächste Wache um 7:00 Uhr. Dann darf ich mit einer Tasse Kaffe in der Hand den Sonnenaufgang erleben…darauf freue ich mich sehr. Am Morgen ist es noch angenehm kühl und für mich die schönste Zeit en Bord.

Aktuell sind 744sm geschafft. 2256sm liegen noch vor uns.

Sybille

Sy-purefun.Blog

WARC Leg 4 Galapagos zu den Marquesas Tag 3

Autor: Mathias

Auf der WORLD ARC (WARC) läuft der vierte Abschnitt. Von Galapagos geht es getragen vom Humboldt Strom durch die windarme wie auch regenreiche ITCZ zur südlichen Passatwindzone. Die Strecke beträgt 2.900 nm. Heute nach 72 Stunden / 3 Tage auf See liegen davon bereits 636 nm im Kielwasser. Jedoch stehen auf der Streckenloge nur 530 nm. Ach wie viel davon war Thema der theoretischen Segelausbildung für Fortgeschrittene. Hier erleben wir es live. Die Wolkenkunde wird lebendig. An Bord wird abgeglichen mit den spärlichen Informationen auf See, mit dem Ausbildungswissen sowie mit der bisherigen Erfahrung.
Nachts riss der Himmel auf. Sterne waren zu sehen. Der Wind veränderte seine Richtung und insbesondere seine Intensität. Deutliche Zeichen, wir haben die ITCZ durchfahrenen und das schon bei etwas unter 04 Grad Süd. Top.

Mein Tag began dann auch gleich mit einem Salzwasserregen im Bad. Ungewollt und doch stark energetisierend. Sybille legte sich aufs Sofa im Salon und stand den Tag über auch nicht mehr auf. Es ging ihr weniger gut. Kopfschmerzen und ein Magen-Darm-Virus nahmen ihr alle Energie.
Es hatte innen schwüle 35 Grad. Strom war notwendig. Der Generator lieferte genügend Strom um nebenher noch ein Klimagerät zu betreiben. Selten bisher noch in Kombination mit dem Generator auf See genutzt. Das Display zeigte HP und das Gerät lieferte die von Sybille so geschätzte Kälte nur sehr punktuell. So gab es Arbeit für mich. Gott sei Dank.😄 Wie wäre ein Männerleben ohne Projekte. Also Ärmel hoch, Deckel auf und ach wie war das nochmal.🤷‍♂️ Ja das Seeventil sollte offen sein. Das war es, jedoch schon länger und man konnte im Sichtglas bis zum tiefen Blau des Meeres durchschauen. Also entlüften. Der Speed der letzten Zeit hat das Wasser rausgezogen. Entlüften bis das Salzwasser frisch ins Boot läuft und dann ganz schnell die Schrauben wieder zu. Geklappt. Das System noch entlüften war angesagt, mit Geduld und schrittweise. So kam die Aircon zum laufen. Die Frau des Bootes war zufrieden und der Mann so etwas entspannter.

Das war das Projekt für den Feierabend. Danach war’s gut für den Tag.

Morgens Wasser im Bett, Tags eine kranke Frau, die die Versorgung und Mithilfe für 24 Stunden mit sich niederlegte, und Abends eine streikende Klima das wäre ja schon reichlich für einen heiteren Tag auf dem Pazifik gewesen. Nein es sollte noch nicht reichen. Seit dem ersten Kaffee zeigten sich diese süßen kuscheligen Schäfchenwolken am Himmel, der Skipper etwas ausgeruht und ein neuer Gennaker im Segelkeller. Na klar der neue Rote wurde Tags ausgepackt. Wir gingen es gemeinsam an. Das Segel mit seinen 56 Kg wurde mit einem Fall vorsichtig aus dem Segelkeller gehieft, gedrückt, gezogen, gezerrt. Ja der Segelsack war etwas größer als die Öffnung durch die er sollte. Rein gings, also war er auch nach einiger Zeit wieder draußen. Die Leinen wurden angeschlagen. Das Groß und die Genua zogen die Pure Fun zügig durchs Wasser. Es war schon gut warm. Zur Kühlung schickte Neptun uns, Elly und mir, von Zeit zu Zeit einen feuchten Gruß mit 28 Grad aus seinen Gefilden zur Kühlung auf das Vordeck. Das Segel sollte hoch und wir sind Seeleute also nahmen wir die Erfrischung als Motivation voranzukommen auf. Trotz allem Engagement Floß so mancher Liter in die Segellast.

Alles war vorbereitet. Das neue rote Segel konnte gesetzt werden. Es hatte 15 kn achterlichen Wind und blauen Himmel. Ein besonderer Moment. Also Genua einrollen. Den Gennaker die 25 Meter bis zur Mastspitze hochziehen, den Bergeschlauch hoch, das Tuch öffnet sich dann kann man losrauschen. So der Plan. 🙃

Beim Setzen zeigte sich, der neue Bergeschlauch ist deutlich kürzer als das Segel. Das Segel im Schlauch war nach kürzester Zeit ganz oben. Aber die Leine um den Bergeschlauch hoch und runter zu bewegen war am Kopf des Segels verdreht. Wird schon, wird sich aufdrehen oder halt irgendwie gehen. Also Leine ziehen und losgehst.

Bis zur Hälfte konnte der Schlauch nach oben gezogen werden dann ging es doch etwas schwerer. Stopp das ist zu Prüfen so der Gedanke. Aber es ging nicht so richtig. Schauen, bewegen und dann halt etwas stärker. Ein paar Meter kam der Schlauch. Die Holeleine lief über eine Umlenkroll am Vordeck und wurde mit Knoten und auf der Klampe gesichert.

Ich zog runter. Der Gennaker zog hoch. Unterhalb des Kragens des Schlauches war er leuchtend rot zu einem vollen Ballon aufgeblasen. Jedes atmen des Ballons wurde zum runterziehen der Leine genutzt. Es ging wie im Kampf mit einem sehr großen Fisch an der Angel. So ging es manchmal 30 cm oder auch mal 50 cm weiter. Irgendwann war Schluss. Es ging nichts mehr. Ach ja die Leeschott fiel dabei noch ins Wasser. Sie nahm den direkten Weg vom Schothorn unter dem Rumpf bis zur anderen Seite. Der Kiel verhinderte noch ein weiteres abtreiben Richtung Ruderanlage. Durch die Fahrt war so viel Zug auf der Leine, dass die nicht mehr über den Bug zurückgeholt werden konnte. Dafür zog sie den Gennaker am Schothorn nach vorne. Prima, so hatte ich auf dem Vordeck einen weiteren Gegenspieler. Die Leine erhöhte immer wieder den Druck im Segel. Verschiedene Möglichkeiten Druck aus dem Segel zu nehmen wurden versucht.

Irgendwann kam bei jedem der Gedanke, das wird wohl nichts mehr, der schöne neue Rote ist dem Meer zu opfern. Erst am Abend kam das raus. Tags kämpften wir zu Dritt, Elly, Mahina und Mathias, um das Segel. Jede Entspannung, jede Schwäche des Segels wurde genutzt um den Schlauch wieder ein paar Zentimeter runter zu bekommen. Tatsächlich haben wir es nach zähem Kampf geschafft.

Heute sind Blasen zu lecken und der Neue liegt fest vertäut vor der Sprayhood und dient als Kopfkissen zum Anlehnen. Vor dem nächsten Einsatz sind die Ursache für diese Schwierigkeiten zu klären. Das hat Zeit.

Was war das für eine erste Hälfte des dritten Tag auf dem Pazifik. Die zweite Hälfte verlief ganz ruhig. Schönes Segeln mit Passatwind. Morgens um Sechs Uhr kommt der Statusbericht. Der Großteil der WARC Flotte fährt hinter uns. Lediglich die Fatjax ist schon weiter. Sybille schrieb ja schon über das Boot. Deren Abstand wurde gestern größer. Die fuhren zur Zeit der Messung mit 10,2 kn und uns reichte der Wind kaum noch für 8 kn.

So Schäfchenwolken mit warmen 12 kn Wind von schräg hinten und ein andres Boot vor einem. Was für ein wunderbares Setting mal wieder einen Gennaker zu fahren. Den gelben. Repariert. Mit seinen 270 qm reichlich Fläche für 20 Tonnen Schiff und moderaten Wind. Ich spreche den Gedanken beim Kaffee aus. Sybille, die den Tag davor schlafend erlebte, sagt, aber es segelt sich doch so schön…..stimmt, und oft klappt es mit dem Gennaker nicht (manchmal) und wir verlieren nur Zeit auf die F…. ( so war es am 2. Tag, llleider). Das durfte so nicht in Erinnerung bleiben.

Ich bereitete den Gelben vor. Mit der gesamten Crew wird das Manöver, Genua rein und Gennaker setzen, besprochen und dann ging es los. 20 Minuten später stand der Gelbe und es ging voran. Zumindest ein, zwei Knoten, also 2 bis 4 KM/H schneller und etwas direkter zu unserem Ziel den zauberhaften Marquesas entgegen. Ja das sind die vier, fünf Inseln, ganz klein, auf der Karte fast nicht zu sehen und noch 2.400 nm vor uns.

Und es hat geklappt. Der Gennaker zieht uns nun seit 6 Stunden fleißig atmend Richtung Westen. Was für ein entspanntes Segeln – wenn alles klappt so wie heute.🤣😉 Auch Sybille geht es wieder besser. Sie hat zu Mittag eine leckere Brokkoli, Tomaten, Bohnen Quiche auf Salz-Öl- Quark Teig oder so gezaubert.

Sicher fiel es schon auf. Heute schrieb Mathias.

Sy-purefun.Blog

WARC 2024 – 2.Tag Galapagos – Marquesas

WARC 2024 – 2.Tag Galapagos – Marquesas

Freitag, 8.03.2024, 5:30 Uhr Log: SOG 299sm

Etmal 1. Tag SOG 162 sm, Fahrt durchs Wasser: 220 sm ( Strecke inklusive Weg durch Strömung)

Geweckt wurde ich vom Regen am frühen Morgen. Er begleitete uns bis in den späten Abend hinein. Seit ca. 23 Uhr ist es trocken. Ein Glück. Wir haben gestern alle soviel nasse Kleidung produziert, die tagsüber nicht trocknen wollte. Zu hohe Luftfeuchtigkeit. Das Gute daran….unsere geröstete Haut konnte sich heute einmal erholen.

Da wir weiterhin sehr wechselhaften oder keinen Wind hatten, lief streckenweise der Motor mit. Seit dem Abendessen gestern Abend haben wir allerdings traumhaften Wind. 15-19Kn aus 105°. So Segeln wir einen schönen Reaching Kurs mit
„white sails“, wie unsere Englisch sprechenden WARC Freunde:innen Groß und Genua nennen. Wir Segeln mit Windsteuerung 230°, der Autopilot Steuer zwischen 220-240°. Das macht er wieder einmal sehr gut. Denn so habe ich Zeit Blog zu schreiben. 👍

Jetzt ist es inzwischen 5:45 Uhr. Es beginnt zu dämmern. Ganz kurz habe ich die Mondsichel knapp über dem Horizont sehen dürfen. Große dunkle Wolken sind ebenso am Himmel zu sehen. So war es die ganze Nacht. Das Radar sagt jedoch keinen Niederschlag voraus. Da bin ich froh. So kann ich gemütlich in Shorts und Shirt im Cockpit sitzen, schreiben und den ersten Anistee genießen. Heute habe ich meine Lieblings Wachezeit. 4:30-7:00 Uhr. Da ist der Sonnenaufgang inklusive. Schade, dass ich euch nicht direkt ein Foto mitschicken kann.

Gestern wurde um 17:00 Uhr beschlossen den Genakker hoch zu ziehe. Den gelben…denn wir hatten nur 8 Kn Wind. Erst war irgendetwas verdreht und er musste nochmal runter, dann war nur noch 5 Kn Wind und er wollte nicht stehen….😎
Wir dümpelten mit 1-2 Kn Fahrt dahin…..Fatlax ade…..doch auch hier kann ich dennoch von etwas erfreulichem berichten….ein Wal 🐳 tauchte eine Bootslänge neben uns aus und spie sein Wasser in einer Fontäne aus. Waow…was für ein Geschenk. Ihn hätten wir sonst nicht gesehen.
Also wurde der Genakker im strömenden Regen wieder eingepackt. Geduscht hatten auf diese Weise alle….und die Klamotten waren auch gleich gewaschen. 🤣 Bei diesen Temperaturen hier ist das zum Glück alles noch ganz angenehm.

An Bord geht es allen gut. Gestern waren wir vielleicht alle etwas müde, aber das kenne ich gut vom 2. Tag….es dauert immer ein paar Tage bis man sich an den Wachrhythmus gewöhnt hat.

Kulinarik:

Frühstück: Crunchy Müsli mit Joghurt aus der Joghurtmaschine. Sehr lecker.

Lunch: gemischter Salat mit Radieschen, Käse, Avocado 🥑, Papaya und Apfel. Dazu frisch aufgebackenes Brot.

Café: Schokoladenkuchen mit Melone und Papaya

Dinner: Erdnusshühnchen Ragout mit Polenta. ( das war bei dem Geschaukel gut mit dem Löffel zu essen. 5 Bft tauglich. )

Das Kochen und sich fortbewegen im Boot ist seit gestern Abend wieder etwas anspruchsvoller geworden. Ich habe letzte Nacht dreimal meinen Schlafplatz gewechselt…bei und vorne im Bug wurde ich bei jeder Welle angehoben und anschließend wieder in die Matratze gedrückt. Gleichzeitig drückte es mich an die Steuerbord Außenwand die ich mit Kissen abpolsterte. Irgendwann, machendem sich das mehr nach passivem workout, als nach Schlafen anfühlte versuchte ich es im Salon. Dort kugelte ich auch Richtung Steuerbord, also weg von der halt gebenden Rückenlehne…..letzter Versuch das Sofa. Das war dann gemütlich und ich bekam doch noch eine Mütze voll Schlaf 😴. Im Salon kommt auch immer frische Luft durch den Niedergang herein. Und die brauche ich dringend. Ich kann nicht wie Mathias mit geschlossenen Fenstern und geschlossener Türe in der Kabine schlafen. 😴 Nur ist es gefährlich die Klappfenster zum Deck geöffnet zu haben. Wenn es nur rein regnet geht es ja noch, aber wenn eine Welle übergeht…..nicht gut….und….das hatte ich erst. War viel Arbeit bei diesem Geschaukel.

Nochmal zur Erinnerung: wir können eure Kommentare erst lesen wenn wir wieder online sind. Freuen uns schon sehr darauf sie dann alle am Stück zu lesen. Ich erinnere mich noch wie wir in der Karibik alle um den Tisch saßen und Andreas alle Kommentare vorgelesen hat. Es war wie Weihnachten für uns und hat uns sehr erfreut. 😄

Mathias kam gerade zu mir ins Cockpit und meinte ..du bist doch die Fachfrau für Salzwasser im Bett….ich hatte gerade alle drei Fenster zum Lüften offen und eine Welle kam über…..😂😂😂😂😂😱😳😎😜😡 .ä“

Sy-purefun.Blog

WARC 2024 – 1. Tag Galapagos zu den Marquesas

WARC 2024 – 1. Tag Galapagos zu den Marquesas

07.03.2024/02:25/Log:95sm

Meine erste Wache. 02:00-04:30 Uhr. Es ist ruhig. Kein Wind. Motor ist an. TWS aktuell 3,5 Kn. 🤷‍♀️sehr angenehm ist, dass wir 3Kn Strömung mit uns haben. Was bedeutet, dass wir SOG 9,8Kn Fahrt machen. COG 239° und SOG 230°, ca. 9° Versatz. Wahrscheinlich werden wir einen Tag Motoren müssen bis wir beim „Wind“ ankommen. Das ist ja nicht untypisch für diese Gegend hier am Äquator. Die Bücher empfehlen sich nördlich der Loxodrome zu halten um Strömung und Passat zu nutzen. So sind wir zuversichtlich, dass wir, sobald wir in der Passatwindzone angekommen sind segeln können.

5 Tage Santa Cruz auf den Galapagos waren eindeutig zu wenig. Die Natur mit all den Tieren 🦭🦈🦎🦤🐠🐡🐟über und unter Wasser ist beeindruckend und wunderschön gewesen. 🤩Sehr gerne hätten wir hier mehr Zeit gehabt. Nur wollten wir auf das gemeinsame Starten mit unserer WARC Familie nicht verzichten. Waren ja erst fast zwei Wochen ohne sie, da wir in Panama auf unsere Batterien warten mussten.

Allerdings war es gestern Vormittag noch sehr arbeitsreich und wir sind erst ein paar Minuten nach Startschuss über die Startlinie gekommen. Das Update des Wetterroutings hatte nicht geklappt und ohne zuverlässiges Wetter wollte Mathias nicht los.
Wir „Mädels“ haben an Deck bis kurz vor knapp den neuen roten Genakker in den Bergeschlauch gepackt. 220qm sind eine Menge Material, aber wir haben es geschafft. Anschließend hatten wir rote Köpfe vom arbeiten in der Mittagssonne. Die Sonne hier ist unglaublich stark. Man muss sehr aufpassen. Habe ich so noch nie erlebt.

Um 8:00 Uhr sind Elly und Mahina an Land gefahren um die Wäsche aus der Laundry zu holen und noch einen letzten Einkauf zu tätigen.

Zwischen 9:30-11 Uhr wollten die „Ofiziellen“ kommen um uns auszuklarierende. Dazu mussten alle Crew Mitglieder anwesend sein. Heute waren sie nur zu Fünft. Es war sehr nett. Der Mann vom Militär wollte mit unserer Deutschland 🇩🇪 Flagge fotografiert werden. 😃

Mathias und ich putzen nach dem Frühstück nochmal das Unterwasserschiff entlang der Wasserlinie. Unglaublich was da schon wieder für ein Bewuchs war. Speziell war der Umstand, diese vielen Haie unter uns schwammen. Am Abend davor war unser Unterwasserlicht an. Direkt am Boot waren so 30 Schwarztipp Haie mit bis zu 60 dm Länge zu sehen. Beim Putzen / baden / schwimmen Irgendwann sagte ich zu Mathias, dass ich nun auch meine 🤿 Schnorchelbrille holen möchte, er hatte seine schon auf. Dann meinte er, dass wir lieber raus gehen sollten, da die beiden größeren Haie 🦈 unter unserem Kiel etwas unruhig werden würden. 😳😱Die hatten dann Längen bis 2 Meter. Also Nix wie raus…..aus dem Wasser. Ich bin dann nach 10 min nochmal rein, nur waren die Großen dann nicht mehr zu sehen. Es war für uns beide sehr speziell mit Haie in nächster Umgebung im Wasser zu sein. Das ist unser Empfinden auf Grund unserer medialen Erziehung. Von einem lokalen Mediziner hörten wir die Haie wären selten ein Problem, viel gefährlicher wären kleine Krebse Larven, die sich beim Baden in die Gehörgänge setzten und von dort sich tiefer in de Körper voran arbeiten, unangenehme Vorstellung. Dann baden wir doch liebt mit Haie und Ohrschutz.

Seit es dunkel geworden ist, fliegen mehrere Vögel neben uns her. Sehen aus wie eine Mövenart. Da kein Mond zu sehen ist, ist es um das Boot richtig schwarz, ich kann fast nichts sehen. Nur hören kann ich das kreischen der Vögel immer wieder. Das ist speziell. Ihr Ruf erinnert mich an Greifvögel. Bisher haben sie nicht versucht sich an Bord niederzulassen. Wäre uns auch lieber, da sie nicht stubenrein sind…..💩

Ich fand es heute wieder interessant wie schnell sich das Regatta Feld aufgelöst hat. Wir vermissen die NICA, die BLUEMOONA sowie die AXONIT sehr. Die wären hier mit uns. Wir wünschen den drei Crews Durchhaltevermögen um Ihre Boote möglichst schnell wieder fit zu bekommen. Seit Stunden sehen wir nur noch die Fatjax vor uns. Selbst in der Nacht sehen wir ihr Dampferlicht noch. Das fühlt sich schön an, nicht ganz alleine zu sein….und noch „dran“ zu sein, an der schnellen Fatjax. Gestern Abend bei der letzten Happy Hour im Rock Café, sagte ich mit einem Augenzwinkern zu Ian, dem Eigner, daß wir nun mit unseren neuen jungen Seglerinnen versuchen werden vor ihnen in Hiva Oa anzukommen…..😉Ein Anfang ist gemacht….nach den ersten 12 Stunden sind wir noch beieinander. Ian und Jaqueline segeln zusammen mit ihren beiden erwachsenen Kindern eine Shipman 64. Ein wunderschönes Boot. Ein schnelles Boot. Mathias zeigte mir vor vier Jahren immer wieder Videos von der Fatjax auf YouTube. Mit dem großen gelben Genakker…..heute haben wir auch so einen. Ihrer ruht in den Tiefen des Atlantiks. Unserer kam heute zu Beginn zum Einsatz. Leider konnten wir bei nur 8 Kn Wind nicht den neuen „Roten“ hochziehen, da er mehr Wind gebraucht hätte. Dabei hätten wir ihn so gerne gesehen….aber das wird noch kommen auf dieser Strecke da bin ich sicher.

Kulinarisch gab es heute zum späten Lunch einen gemischten Salat mit Avocado 🥑Radieschen und frischem Käse. Ähnlich einem Mozarella. Dazu leckeres frisches Brot de la madre 🥖 aus unserem Lieblings Café. Anschließend selbst gebackenen Schoko-Nuss-Kuchen mit Pekannüssen und Hafermilch Cappuccino. Sehr fein.
Zum Abendessen hatten wir Bœf Bourgogne mit Reis. Das hatte ich gestern schon vorgekocht. Es hat sehr lecker geschmeckt. Das Glas Wein🍷zum Essen war praktisch im Fleischeintopf versteckt…..😉

Inzwischen ist es nun schon 3:50 Uhr und wir haben nur noch 1,7 Kn. 🤣gut dass wir mit 680l Diesel gestartet sind. So können wir uns zu Beginn der 3000sm erlauben so lange zu Motoren. Auch wenn es dafür Strafpunkte gibt.

Liebe Grüße von der Pure Fun Crew

Mathias, Sybille Evelyn und Mahina

Sy-purefun.Blog