WARC 2024 – 7. Tag Galapagos – Marquesas
WARC 2024 – 7. Tag Galapagos – Marquesas
00:40 Uhr, 13.03.2024, 1.353 sm liegen hinter uns.
Iz sitze ig hie i mire Nachtschicht u darf z’Vergnüege ha es bizli Blog z’schribe. Leider darf ich nicht alles auf Schweizerdeutsch schreiben, sonst können es die fremdsprachigen Blog-Leser:innen nicht mehr übersetzen lassen und auch die deutschen hätten womöglich mit dem einen oder andern Wort Mühe. Ihr ahnt es wahrscheinlich schon – heute hat sich eine blinde Passagierin ans Schreiben gemacht, aka Mahina.
Heute hab ich ganz schön lange geschlafen und als ich aufgewacht bin, waren Sybille und Mathias schon fleissig am vorbeiten des roten Gennakers. Obwohl wir Mädels uns kurz vor „Startpfiff“ am 6. März die grösste Mühe gegeben hatten den neuen Genakker richtig in den Bergeschlauch zu verstauen, hatte wohl doch nicht alles richtig klappen wollen und irgendwas war verdreht. Sybille und Mathias gelang es heute jedoch den Genakker zu richten und so setzten wir „den Kleinen“ kurz nach 10 Uhr. Elly und ich an den Leinen, Mathias auf dem Vordeck und Sybille am Steuer. Wir rollen die Genua ein, ziehen das Segel am Fall bis zur Mastspitze hoch und der Bergeschlauch wird von Mathias nach oben gezogen, sodass das Segel sich entfalten und uns nach vorne treiben kann. Damit das Segel richtig eingestellt ist bedienen wir die Tackleine und die „blaue Leine“ (ich weiss gar nicht ob die auch einen offizielleren Namen hat, vielleicht Clew-Leine?🤔). Und los gehts… 20-25 Knoten Wind, Kompasskurs 260 Grad (immer schön Richtung Westen) und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 9-10 Knoten durchs Wasser.
Zur Feier des Problemlösens und erfolgreichen Setzens unseres „Roten“, hat sich auch Sybille in rot geworfen. Roter Bikini und rotes Capy, nur noch zum Gennaker stehen und schon könnte der Werbe-Videodreh starten. Fotos folgen bestimmt.
Im 30-Minuten Takt wechseln wir uns mit dem Steuern ab. Das geht nämlich ganz schön in die Oberarme💪 Wenn wir so weitersegeln, wird man bei unserer Ankunft in Marquesas denken, dass wir 2 Wochen im Fitnesstsudio waren und vergessen haben, dass man auch Beine trainieren kann… Der Fleiss und Schweiss lohnt sich jedoch, denn die Belohnung dafür ist das Gefühl zu fliegen. Wenn man die Welle richtig erwischt, dann surft man nur so dahin. 14 Knoten, 14,5 14,8 14,9… ja ganz kurz haben wir sogar die 15 Knoten geschafft. Immer wieder hört man ein Jauchzer, vor Freude über die Geschwindigkeit und das Gefühl mit der Pure Fun über diesen unendlichen Ozean zu flitzen.
Fest steht; heute haben wir das Maximum an Performance herausgeholt und nach langem hin- und her rechnen (ich habe in diesen 7 Tagen wahrscheinlich bereits mehr gerechnet als in meinem ganzen Studium), sind uns Sybille und ich einig, dass wir morgen gegen Mittag – möglicherweise ziemlich genau nach einer Woche – das Bergfest feiern werden. Mittlerweile wissen wir auch wieso das so heisst. Mein „guess“ war, dass es mit dem Erklimmen eines Berges zu tun hat. So ist es in der Tat: „Das Symbol Berg deutet an, dass der bereits absolvierte Abschnitt anstrengend oder anderweitig anspruchsvoll gewesen ist, und dass man den verbleibenden Abschnitt trotz gleicher Länge mit eventuell weniger Anstrengung zu bewältigen hofft.“ Wenn dem wirklich so ist, dann können wir uns auf den zweiten Teil dieser Ozean Überquerung ja richtig freuen.
Als Abschluss zu diesem erfolgreichen Tag haben wir auf dem Vordeck den Sonnenuntergang genossen und uns über die Veränderungen von Sonne und Mond südlich des Äquators beziehungsweise auf dem Äquator unterhalten. Dazu tauchen jeden Tag wieder neue Fragen auf – irgendwie erfrischend, dass wir diese ohne Google beantworten müssen und uns auf unser eigenes Wissen und Erfahrungen abstützen können. Was gefühlt auch schon bereits zum 7. Mal diskutiert wurde, ist die Frage danach ob auf solch einer Überfahrt die Uhren den Zeitzonen entsprechend umgestellt werden sollten oder nicht. Aufgrund der Navigationshilfen wie Wetter etc. und den Meldungen der ARC könnte die Umstellung zu Verwirrung führen, dass der Sonnenuntergang nun aber erst um 19:00 Uhr ist, ist auch komisch. Einig sind wir uns immer noch nicht. Wir sind gespannt darauf, ob dies bei unseren Mitsegler:innen auch für Gesprächsstoff gesorgt hat und zu hören wie sie sich entschieden haben.
Die heutigen Grüsse aus der Küche:
Lunch: Pasta mit Tomaten-Wurst Sauce und Gurken-Feta Salat
Dinner: Kürbis-Kokos Auflauf mit Reis
Tschüss mini liebe und bis zum nächschte mau.
Mahina 🌙
04:45 Uhr, 13.3.2024
Vielen Dank liebe Mahina 🙏für deinen Beitrag. Es hat mir Freude gemacht ihn zu lesen. 🥰
Sy-purefun.Blog

Hallo Team Pure Fun
Es ist soooo schön das Ihr mich/uns mit auf Eure Reise nehmt, dafür schon mal meinen Ersten Dank 🙂
Ich kann mich noch so sehr an diese Traumhaften Nächte auf dem Atlantik erinnern. Wenn ich dann die von Euch verfassten Berichte, insbesondere die letzten von Sybille´s Nachtwachen lese, fühle ich mich sehr mitgenommen, beinahe fast mit an Bord 😉 Immer noch habe ich das schöne Gefühl bei mir, wie sicher die PureFun durchs Meer rauscht. Ein wirklich sehr schönes Gefühl 🙂 So hoffe ich, das das Segel mit dem P nicht so häufig hoch geht, da die Yacht deutlich schöner geradeaus fährt ohne dem P 🙂
Ihr seid ja wirklich granatenschnell unterwegs, ziemlich klasse, Respekt! Und all die bunten Tücher 🙂 Ich bin mir sicher das bringt einen heiden Spass 🙂 🙂 Zum Beginn der Reise kommt einem der Tripp so endlos lang vor, und Schwups ist die hälfte bereits geschafft. Aus heutiger Sicht gab es bei der Ankunft in St Lucia zwei Herzen, einerseits „ankommen und es geschafft zu haben“ und andererseits “ jetzt ist es doch so plötzlich zu ende“. Ich wünsche Euch weiterhin einen sehr entspannten Tripp und freue mich bereits jetzt auf den nächsten Beitrag 🙂
Fair Winds
Bernd