04. August 2026 wir segeln etwas nördlich von Lizard Island in für uns unbekannten Gewässern Die Gegend wird Far North Queensland genannt. Es ist wirklich weit weg von der üblichen intensiven Bebauung und Nutzung der Küsten von Queensland. Hier gibt es Mangroven, Fische, Krokodile und ein paar Boote. Siedlungen oder Ortschaften liegen hinter uns im Süden.
Port Douglas hat uns gefallen. Wir verlängerten unseren Aufenthalt. Es wurde eingekauft, erkundet und getaucht. Wir hatten dort eine schöne Zeit. Einen Abend verbrachten wir im TIN SHED. Eine Gastronomie, deren Gewinne zurück in die Gemeinde fließen. Es war voll und wir fanden nur Platz an einem Hochtisch mit vier Jüngeren. Es entwickelte sich ein interessantes Gespräch bei dem ich viel lernte.






Seit kurzer Zeit gibt es auch von Port Douglas bis zum Cape York eine teilweise asphaltierte Strasse. Dennoch wird Dauer der Reise von Port Douglas nach Cook Town in Tagen und die zum Cape York, der nordöstlichen Spitze von Australien, in Wochen mit richtigen 4WD/ SUV beschrieben. Das sind nicht die SUV (Geländewagen) die für die Stadt gebaut sind sondern die richtigen mit Seilwinden, kompletter Campingausrüstung und Funk. Jedoch auch dann geht keiner ohne einen Buddy los. Der Kumpel im anderen Wagen kann einen dann auch mal aus dem Schlamassel herausholen. Mit solchen Abenteurern der Straße oder besser des Offroads hatten wir in Port Douglas diesen Abend verbracht. Für die sind wir Helden, weil wir nach Cape Town segeln. Für mich sind das Helden, weil die sich mit einem Auto im Outback wochenlang nach Cape York durch kämpfen. Das sind unterhaltsame Typen mit dicken Reifen oder großen Fischen als Motive auf den schnelltrocknenden Nylons.
Letzten Dienstag, 28. Juli, ging es für uns dann in Port Douglas bei leichtem Regen los. Unser Ziel für den Tag war Cook Town. Eine historische Stadt in der Thomas Cook 1770 sein Boot reparierte und nach einem Ausweg aus dem Insellabyrinth des Great Barrier Reef suchte. Die Stadt wurde auf dem Land der Guugu Yimithirr People und insbesondere dem Waymbuurr Clan erbaut.






Cook Town ist von vielem so weit weg. Wir bekamen nach 8 Stunden auf See einen reizenden Empfang. Lil nahm die Leinen an. Nach dem sie hörte, dass wir von Europa sind, erzählte sie uns, dass sie Cook Town in den letzten 35 Jahren nicht ein Mal verlassen hatte. So kommen Welten zusammen und haben sich etwas zu erzählen. Jedoch wird hier oben eine Art Englisch gesprochen, das ich kaum verstehe. So war es Marees Job mir das Gesagte in verständliches Englisch zu übersetzen oder die Dinge direkt zu regeln. Selbst für sie, die aus dem Südosten von Australien kommt, war es manchmal so unterhaltsam, dass sie sich immer wieder das Lachen unterdrückte.






Das erste Abendessen gab es in einem lokalen Pub. Der hatte die reizende Atmosphäre einer Kantine eines Sportvereins. Das Angebot an Essen war wie erwartet. Burger, Salat, Fish & Chips und große Steaks dazu gibt es Bier oder mäßigen Wein. Da die Pure Fun ziemlich vegetarisch ist, wurden auswärts dicke Steaks bestellt. Wirklich besonders waren die weiteren Gäste. Die einen waren schon immer hier. Die hängen ihre Hüte an die Garderobe, trinken und lachten viel bis der kostenlose Bus des Lokals sie wieder heimfährt. Die anderen mit den bunten Sporthemden und den ganz dicken Autos machen eine Pause in der letzten Stadt vor dem Cape. Die sitzen in größeren Gruppen zusammen und beschäftigen sich mit sich selbst.



Nach zwei Nächten in der Stadt, den Museen und dem Botanischen Garten ging es bei Sonne weiter nach Lizard Island. Es war eine rauschende Fahrt. Der Wind nahm immer weiter zu. Wir segelten vor dem Wind mit Groß und Genua. Wie es an so sonnigen Tagen dann halt sein kann, nimmt der Wind immer weiter zu. Der Kurs wird immer tiefer. Auf dem Plotter sehen wir das Boot des Stegnachbarn. Der legte bereits zwei Stunden früher ab. In so Situationen drückt man dann doch noch etwas mehr. Am Ende steuerte ich lieber selbst die 165 Grad von Hand. Das Groß war mit dem neuen Prevender gesichert und es ging mit 10, 11 oder auch mal 13 Knoten mit etwas Surf voran. Selbst in der Bucht war es beim Bergen der Segel noch recht laut. Es hatte halt 26 Knoten und in den Böen mehr. Ja ein Reff wäre durchaus etwas komfortabler gewesen. Aber der Stegnachbar mit seinem älteren Stahlboot war am Ende nur noch kurz vor uns. Später sprachen wir zusammen. Er freute sich vor uns in der Watson Bay angekommen zu sein. Ich sprach meine Überraschung über seine konstant hohe Geschwindigkeit an. Er war wiederum überrascht dass wir keine 14 Knoten gesegelt haben. Die Pure Fun würde doch so schnell aussehen. Tja was soll ich sagen. Ist halt kein Gleiter sondern nutzt auch die Wasserlinie. Er erzählte, dass er mit der Genua und 2.100 Umdrehungen mit der Maschine gefahren ist und uns ständig verfolgt hatte. So war mir seine Geschwindigkeit nachvollziehbar. Es gilt halt wenn sich zwei Segler sehen und startet gleich eine Regatta.






Die Watson Bay ist bei dem vorherrschenden Passatwinden der einzige Ankerplatz. Es wehte reichlich. Selbst in der Bucht waren noch Böen über 27 Knoten zu messen. Zwei Mal war ich in den vier Nächten am Anker und überprüfte dessen Halt. Das kommt bei mir extrem selten vor. Jedoch gab es auch ruhigere Phasen vor Anker und insbesondere auf der reizenden Insel. Nach den 18 Monaten weg von Fiji freute ich mich hier an dem weichen hellen Sand, den vielen Blautönen des Wassers sowie den bunten Hart- wie Weichkorallen. Das Südseefeeling stellte sich zum ersten Mal hier im australischen Pazifik ein. Die drei Reefs zum Schnorcheln können direkt vom Strand aus erreicht werden.






Die runden Granitsteine erinnerten mich an die Florenzbay von Magnetic Island oder an die Seychellen. Es gibt ein paar Wanderwege um die Seglerbeine etwas zu bewegen und schöne Ausblicke von den verschiedenen Lookouts. Lizard Island ist ganz eindeutig hier an der australischen Ostküste mein absoluter Favorit zum Schnorcheln, Seele baumeln lassen und am Strand sein. Von Cairns wird die Forschungsstation und das Resort täglich angeflogen.













































































































































