Coco Keeling und der Indischer Ozean

Sonntag, 11.10.2026. So ziemlich in der Mitte zwischen Coco Keeling und Mauritius verbringen wir diesen sonnigen Sonntag Mittag.

Coco Keeling, diese so paradiesische Sandinsel mit Palmen und Korallen in Mitten dem Indischen Ozean gelegen, liegt schon wieder 6 Tagen hinter uns. Unsere Anker fiel vor Direction Island. Sie ist eine der unbewohnten Insel dieses Atolls. Ja es sieht dort genau so aus wie ich die Fototapete meines Kinderzimmers in Erinnerung habe. Weißer, feiner, weißer Sand, Wasser in unendlich vielen Blautönen, 28 Grad warm, klar, salzig und sauber. Palmen säumen den Strand. Die Blätter spenden Schatten und haben so ein ganz spezielles Rauschen im Wind. Tropische Vögel schweben in der Luft. Die tellergroßen Kokoskrabben klettern unbekümmert die im Passatwind schwankenden zig Meter hohen Palmstämme hoch um dort oben Kokosnüsse zu ernten. Sollte es am Strand zu langweilig werden bietet die Unterwasserwelt mit lebendigen Korallen, zahllosen bunten Fischen verschiedener Größe eine wunderbare Abwechslung.

Coco Keeling ist ein so kitschiger schöner tropischer Platz zum entspannen und verweilen. Ja wenn man mit dem eigenen Boot anreist und alles zum Essen und Trinken dabei hat. Dort wie auch auf den zuvor besuchten Inseln gibt es so gut wie nichts. Home Island hat einen Laden und auch immer wieder Waren. Das Versorgungsschiff war am Freitag da jedoch konnte wegen dem windigen regnerischen Wetter nicht ausgeladen werden.

Wenn man es noch nicht erlebt hat, kann man es sich kaum vorstellen wie reduziert auf diesen so abgelegenen Australischen Inseln die Versorgungslage ist. Hier ist es die Entfernung. Davor in Indonesien waren es eher religiöse Gründe wie auch unterschiedliche Essgewohnheiten weshalb die für uns so normale frischen Lebensmittel, wie Eier, Backwaren, Milchprodukte, Käse, Obst oder Gemüse seit Wochen für uns kaum verfügbar sind.

Es wurde schon lange im voraus mein Geburtstag vorbereitet und vorausschauend eingekauft. In Deutschland wurden bereits im August Geschenke verpackt, nach Dänemark verschickt, um dann im Reisegepäck nach Indonesien geflogen zu werden so dass die Karten und Geschenke von Paula und Sybille mich an meinem Geburtstag morgens begrüßen konnten. Das rührte mich so.

Zum Frühstück gab es ein es super leckere Croissant von Christmas Island, Yogurt mit Obst und dann noch Eier von Lombok. Als Überraschungsgäste frühstückten mit uns ein lieber Freund mit seiner Crew von nebenan. Axel segelt auf seinem Katamaran seit 2024 mit auf der World ARC. So begleiten wir beide uns schon fast drei Jahre auf dieser so intensiven Reise.

Für den Abend organisierten meine Crew am Strand ein Barbecue. Spontan kamen Seglern von anderen Boote für einen Sundowner dazu. Es war ein heiterer Abend barfuss im Sand, mit dicken Steaks vom Holzgrill, (wo immer die auf einem vegetarischen Boot herkamen), ein Lagerfeuer mit Kokosnüssen und Palmblätter sowie eine sehr leckere hausgemachte Tiramisu. Die Tiramisu war an so einem tropischen Platz eine Sensation. Von der Umsetzung waren selbst die beiden Italiener an Bord sehr angetan. Zurück auf dem Boot gab es dann später noch einen Absacker nach diesem so gelungenen Tag. Meine drei Mitreisenden Maree, Daniel und Florian zauberten mir auf Coco Keeling einen unvergesslichen Tag.

Die sieben Tage auf Coco Keeling vergingen schnell. Einige Zeit davon war es so windig und regnerisch dass wir auf dem Boot blieben. Selbst die Aktivitäten der WARC wurden abgesagt. Rechtzeitig zum Start am Montag, 5.10. um 12:30, kam die Sonne wieder raus.

Meine persönlichen Highlight von Coco Keeling war der Strand der auch beim genauen Hinschauen ohne Müll, Flöhe oder Armeisen und so wunderbar weich ist. Es war auch das Driftschnorcheln in der Passage zwischen Direct Island und Home Island. Zwischen den beiden Inseln gibt es dort eine stetige einfliesende Strömung. Mit der kann man sich über die Unterwasserwelt tragen lassen und staunen. Für Einige war es das erste Mal mit der Strömung über Korallen und Fische zu schweben. Mich erfreuten neben den verschiedenen Farben der Korallen mal wieder größere Fische lebendig zu sehen. Das Wasser war klar. So konnten die Riffhaie oder auch Moränen in drei vier Meter schön beobachtet werden. Ein weiteres Highlight war, wie mich meine Crew an meinem Geburtstag an diesem so abgeschiedenen Platz mit allerlei Leckereien überrascht und verwöhnt hat.

Inzwischen sind wir schon wieder in einem ganz anderen Setting. Seit sechs Tagen segeln wir rund um die Uhr. Der nächste Stop der angesteuert wird ist Port Louise. Die direkte Strecke sind 2.325 nm oder knapp 4.000 km. Wir reisen mit 8 kn oder 13 km pro Stunde. Yep unsere Ankunft sollte nach 13 Tagen auf See sein. Die erste Hälfte werden wir morgen früh gefahren sein.

Es ist wirklich ziemlich ruhig hier. Alle ein zwei Tage kommt uns mal ein Frachter entgegen oder es ziehen Vögel vorbei. Der leichte Passatwind liefert ausreichend Schwung um entspannt nach Westen zu segeln. Es ist herrlich. Ich genieße es. Es ist auf dieser Weltumsegelung weiterer Abschnitt mit über 2.000 nm.

Wenn ich so zurückschaue wie sich meine Sicht verändert hat. Wie war ich nervös als ich vor dreizig Jahren das erste Mal mit meiner damaligen Freundin eigenverantwortlich von Mallorca nach Menorca segelte. Dazwischen sah man mal kein Land. Danach kamen imme rgrößere Netfernungen die jeweils eine Herausforderung waren. Die erste eigenverantwortliche Übernachtfahrt, der erste Mehrtagestripp, die ersten starkbefahrenen Seestraße, Schleusen, Strömungsgewässer, Kanal von Korinth, Hole in the Wal oder Nord-Ostseekanal dann DIE Atlantiküberquerung unter meiner Leitung. Auch wie aufregend waren und sind diese Ersten Male. Und jetzt durchsegeln wir den Indischen Ozean. Es ist der Dritte Ozean, es ist die dritte Segelreise mit über 2.000 nm am Stück mit der Pure Fun. Sie und ich sind richtig gut inzwischen zusammen gewachsen. Wir kennen uns und passen aufeinander auf.

In diesen vielen Jahren auf See. Mit den vielen ersten Male habe ich schon viel erlebt, erfahren, reflektiert gelernt. Jeder Tag ist an Bord ein Lerntag. Heute segle, organisiere und verhalte ich mich heute anders. Diese langen Passagen sind fürs Boot, für die vielen Kompetenten für uns Menschen mental wie auch körperlich fordernd und dennoch liebe ich sie. In der Vorbereitung bin ich viel entspannter. Auf See genieße ich jeden Moment und weis wie schnell sich etwas von einem auf den anderen Moment verändern kann. Für jeden Tag an dem ich zufrieden in meinem Bett einschlafe bin ich sehr dankbar.

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