Jetzt geht’s los

Darwin, 23.08.2026, ja jetzt geht’s los nach Indonesien. Nein nicht genau jetzt, sondern erst morgen früh um 08:30 Uhr ist die Durchfahrt durch die Schleuse der CULLEN BAY MARINA gebucht. Dann sind die Tanks noch zu füllen und die Clearance mit dem Australischen Zoll sowie Küstenwache zu erledigen. Das wird der letzte formale Schritt in Australien sein.

Mit viel Neugierde betrat ich am 24. Oktober 2024 den Steg in Bundaberg. Am 24.08.2026 werde ich Australien in Darwin Richtung Kupang, Westtimor verlassen. Mein Leben hat sich hier verändert. So viele Wünsche haben sich erfüllt. Ich bin in vielerlei Hinsicht gereift. Türen schlossen sich und überraschende, neue Türen haben sich geöffnet. Jeden Tag freue ich mich auf das Neue für all die Begegnungen und Erlebnisse.

In Summe werden wir 10 Tage in Darwin gewesen sein. Darwin zeigte sich mir bei diesem Aufenthalt von einer ganz anderen Seite als im März 2025. Die Temperaturen liegen während der trockenen Winterzeit zwischen 24 und 32 Grad. Meistens weht eine angenehme Brise.

Eine ganz besondere Überraschung wie auch Freude war dass Marco für ein Wochenende von Brisbane nach Darwin kam. Wir verbrachten in den vergangenen beiden Jahre auf der Pure Fun wie auch in Brisbane viel Zeit miteinander. Es war sehr bewegend uns nun nochmals kurz vor der Abfahrt von Australien in Darwin zu treffen.

In der Cullen Bay Marina haben wir einen geschützten Liegeplatz. Die Marina ist gut organisiert und bietet zahlreiche Restaurants im Hafen mit Blick auf die Boote. Der Ort liegt etwas am Stadtrand jedoch ganz geschickt zwischen den Märkten am Mindel Beach wie auch dem Parap Market sowie zum Museum and Art Gallery of Nothern Territory auf der einen Seite und der Innenstadt auf der anderen Seite.

Neben diesen regelmäßigen Attraktivitäten fand während unseres Aufenthalts das DARWIN FESTIVALS statt. Das Festival bietet den Rahmen für den mit 100.000 AU$ dotierten Kunstpreis für Aboriginal Art. Das Programm ist ein buntes Angebote an Musik, Theater, Performances, Akrobatik und Kabarett. Über die Jahre hat sich das Festival einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Künstler wie auch Besucher aus ganz Australien kommen hier in den drei Wochen zusammen. Für uns haben sich die Besuche der Kunstausstellung wie auch von verschiedenen Aufführungen absolut gelohnt.

Hier in Australien begegnet man immer wieder der Frage wie mit der Historie der weißen Einwanderer und dem Verdrängen der Ureinwohner heute umzugehen ist. Mein sehr reduziertes Bild zu der Situation setzte sich aus meinen Beobachtungen im öffentlichen Raum und verschiedenen Gesprächen zusammen. Insbesondere hier in Darwin war ich mit den zahlreichen Aboriginals, die auf der Strasse leben, konfrontiert. Oft waren die Situationen erschreckend, abstossend und irritierend. Einige Male war ich überfordert.

Aus den australischen Medien hörte ich wie viel der Staat für die First Nation jährlich ausgibt und tut. Es sind beeindruckende Summen und Zeichen. Zum Beispiel werden vor allen bedeuteten Ereignissen die Aboriginals gewürdigt. Städte und Plätze bekommen wieder traditionelle Namen. Gesetze werden auch gegen Ergebnisse von demokratischen Wahlen zu Gunsten der First Nation verändert. Bei mir hatte sich dennoch der Eindruck verfestigt, dass sich in den vergangenen 38 Jahren die Situation der Ureinwohner kaum verbessert hat. Mich bewegte das sehr.

Seit Tagen ging mir durch den Kopf welchen Nationalpark ich noch anschauen soll und wie ich mehr zum heutigen Leben im Busch erfahren könnte. Während des Festival ergab sich in der Warteschlange zur Aufführung des Kabarett LOCA VIDA ein Gespräch mit einem Paar. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass Greg und Tess hier leben, als Ranger lange tätig waren und nun indigene Touren anbieten. Zufälligerweise waren beim nächsten Tagesausflug noch genau drei Plätze frei. Das sah ich als Zeichen. Also buchten wir bei Nothern Tours Indigenous Tours die Plätze. Ntitoirs.com.au kann ich absolut empfehlen.

Zwei Tage später ging es morgens zeitig los. Der Litchfield Nationalpark war das Ziel für den Tag. Greg kommt aus der Gegend von Sydney. Tess ist Aboriginal. Sie ist hier im Busch geboren. Hatte Glück und Mensche, die sich für sie einsetzten. Heute ist sie Unternehmerin und vielfältig engagiert. Irgendwann hatte sich Tess für den weißen Weg entschieden. Ein Teil ihrer neun Geschwister leben auf der Straße, suchen ihren Platz und haben auch persönliche Erfahrungen mit Gefängnissen. Es war ein überaus informativer wie auch bewegender Tag. Aus erster Hand zu erfahren wie noch immer in Australien mit der Indigenen Bevölkerung und ihrer Kultur umgegangen wird, ist für mich befremdlich. Zwischen der Karibik und hier gibt es zahlreiche Beispiele wie es respektvoller und versöhnlicher geht. Möge es sich auch in Australien weiter zum Guten wenden.

Für uns geht es weiter. Leon hat sich vor ein paar Tagen verabschiedet. Maree, Daniel und ich arbeiten Hand in Hand zusammen. Die Jobliste ist abgearbeitet. Die Vorräte an Lebensmitteln und Getränken sind aufgestockt. Es ist alles sehr entspannt.

Die Pure Fun und wir sind auf die weitere Reise nach Westen vorbereitet. Mir geht es gerade hier auf der Pure Fun so gut wie wohl noch nie zuvor während dieser Reise. Sie ist in einem wunderbaren Zustand. Es kann morgen los gehen. Wir freuen uns darauf.