Zwischen australischem Festland und Great Barrier Reef

25.10.2025 Long Beach Great Keppel, der Anker liegt auf 8 Meter Tiefe und 60 Meter Kette halten uns bei 20 kn sicher und fest. Schildkröten strecken ab und an mal ihren Kopf zwischen den Wellen raus. Ein langer weiter Sandstrand ist bei 3 Meter Tide der fliessende Übergang zwischen dem blauen Nass und den bewaldeten Hügeln dahinter. Irgendwie könnte diese Szene auch irgendwo am Mittelmeer sein.

Great Keppel ist die Hauptinsel einer Gruppe von 11 Inseln an der australischen Nordostküste zwischen Mackay und Bundaberg. Die nur wenig erschlossene Keppel Group liegt zwischen dem Festland und dem Great Barrier Reef. Ein wunderbarer Platz um ein paar Tage zu verbringen.

Die Temperatur der Luft lieg bei 28 und die des Wasser bei 25 Grad. Ich liebe es. Für Quallen wie auch Gewitter ist es noch zu kalt. Dennoch läuft die große Migration der Freizeitboote von Nord nach Süd. Offiziell beginnt nördlich von Brisbane die Zeit mit erhöhter Gefahr von Zyklonen / Hurrikan am 1. November. So ist es auch für die Pure Fun Zeit zurück nach Brisbane zu kommen.

Jetzt kommt für mich als Schwabe die große Herausforderung. Wie schreibe ich nun über diese ganz besondere Zeit, die ich hier rund um Hamilton Island und den Whitsundays, erleben durfte. Möge mir die Gradwanderung gut gelingen.

Voller Dankbarkeit schaue ich auf traumhaft schöne drei Monate zurück. Mich begleiteten liebevolle Menschen auf verschiedenen Routen zu Land und auf dem Wasser. Engagierte Fachleute unterstützten mich vor Ort um die eine oder andere technische wie auch organisatorische Aufgabe zu lösen. Die überaus freundliche Crew der Hamilton Island Marina hatte stets auch sehr spontan ein Plätzchen für uns gefunden.

Es war eine Reise wie auch ein Verweilen an Orten, die ich bereits vor 37 Jahren während des Studiums besuchte. Es hat sich vieles verändert. Beeindruckt hat mich die Entwicklung von Port Douglas sowie Hamilton Island. Beides wurden für mich sehr reizvolle Urlaubsorte. Wirklich erstaunt hat mich wie sauber die Strände und Strassen sind. Äusserst selten ist mal etwas Unrat oder Plastik zu sehen.

Auffallend ist für mich wie in Australien die Aktivitäten während des Tages gelegt werden. Zum Sonnenaufgang wird gejoggt, meist in Gruppen, danach trifft man sich in einem Cafe mit Freunden und um 7 Uhr bringt man die Kinder in die Schule und geht zum Arbeiten. Um 15 Uhr werden die Schüler mit Autos von den Schulen abgeholt und dann wird es ruhiger auf den Straßen. Abends sind ausserhalb der Metropolen die meisten Restaurants zu oder wenig besucht. Für Europäer ist das ungewohnt.

Mich begeistert immer wieder hier im Nordosten von Australien die Schönheit der Natur. Es gibt so viel Fläche die kaum oder garnicht erschlossen oder genutzt wird. Bei Port Douglas kommen zwei Naturschutzgebiete, eines vom Land und eines vom Meer, zusammen. Es gibt reichlich Inseln auf denen nichts angeboten wird. Zum Teil stehen Ressorts einfach leer und sind abgeschlossen. So wie hier auf Great Keppel.

Hier zu segeln ist weit weniger exotisch wie im südlichen Pazifik. Eingekauft wird in Supermärkten. Märkte mit lokalem Fisch, Gemüse oder Früchten sind die absolute Ausnahme. Das was ich hier beim Schnorcheln vom Great Barrier Reef sah hat mich nach der Südsee doch eher gelangweilt. Sehr beeindruckt hat mich das Gefühl sicher zu sein. Es gibt keine erkennbare Kriminalität. Ja es werden wohl reichlich Drogen konsumiert. Vielleicht sind deswegen abends auch alle Zuhause 😉. Das ist mir lieber als das was ich öfters in der Karibik auf den Straßen wahrgenommen habe.

Sehr viele Aussi’s erlebe ich hier relaxt, aufgeschlossen und spürbar gemeinschaftlich sozialisiert. So ein Sonntag vormittag wird schon auch mal am Strand mit Freunden genossen. Die Frauen stehen beieinander und unterhalten sich bei Bier oder Wein und die Männer spielen mit einem Bier in der Hand etwas Rugby 🏉 . Ach ja, das war am Whiteheaven Beach und die kamen mit einer gecharterten 20 Meter Yacht an und waren im mittleren Alter. Nach dem Mittagessen wurde dann die Wasserrutsche von der zweiten Etage des Bootes genutzt. 🫣🤣

Ja der Whiteheaven Beach hatte es mir damals 1988 angetan. Jetzt nutzte ich reichlich die Möglichkeit die 7 km aus 99% Silikatsand in unterschiedlicher Begleitung abzulaufen. Der Sand ist richtig weiß, soft und quietscht beim Laufen wie so ein Hallumi an den Zähnen. 🤣Mit dem Sand leuchtet das Wasser in so strahlenden hellen Blautöne. Die Kamera meines Handy’s war überfordert. Im Netz gibt es reichlich Bilder. Es ist einer der Top Strände dieser Erde. Ja es ist auch der Strand an dem weite Teile des Film „Fluch der Karibik“ gedreht wurden. Es ist herrlich. Er ist viel weiter als es aussieht. Es ist an vielen Stellen menschenleer. Im klaren warmen Wasser sieht man die Rochen, Riffhaie und Schildkröten schwimmen. Viele Tagesausflüge führen dorthin. Mit dem eigenen Boot ist es für mich einen längeren Aufenthalt wert.

Dennoch es gibt auch noch so viel anderes Schönes zu entdecken. Magnetic Island vor Townsville hat eine reizende Energie. Percy Island war hier für mich die erste Insel mit Tropenfeeling. Was diese Insel auch absolut besuchenswert macht ist A-Frame, das Club Haus des Percy Island Yacht Club. Und dann sind noch die vielen anderen Buchten an denen es Stopps zum Schnorcheln, Essen, Sundownern, Entdecken oder Tanzen gab.

All die Plätze haben ihren besonderen Reiz auf mich ausgeübt. Zum einzigartigen Erlebnis wurden sie durch die Menschen die mich begleiteten. Die Bilder werden ihre eigene Sprache sprechen. Ich bin Euch liebe Sybille, Jeannine, Sophie, Tim, Marco, Guilly, Zuza und Marcelina für die gemeinsame Zeit und Reise so dankbar. Wir haben zauberhaftes erlebt.

6 Gedanken zu „Zwischen australischem Festland und Great Barrier Reef“

    1. Lieber Harald,

      herzliche dank für die Grüße aus der alten, anderen Welt. Es ist auch für Australien eine besonders schöne Ecke und ich habe das Glück hier etwas länger sein zu dürfen.

      Herzliche Grüße

    1. Lieber Horst,

      danke für das Feedback. Ja so manches würde ich gerne einpacken und mit ins Ländle bringen. Z.B. das Gefühl sich in Sicherheit bewegen zu können fällt mir hier sehr auf.

      Grüße von Down Under

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