ARC 2023 – 1. Advent auf der X 5.6 Pure Fun

ARC 2023 – 1. Advent, 12:30 Uhr

Der Wind hat aufgefrischt….endlich. 17-23 Kn seit letzter Nacht. Am frühen Morgen, jedoch im Dunkeln mussten wir den Code0 gegen die Genua tauschen. Wir wollten das Material nicht überstrapazieren und der Windeinfallwinkel war einfach zu tief für den Code0. Da vermissen wir den Gennaker, der in der Segelkammer auf ein neues Leben wartet.

Sonnenaufgang war heute 9:30 Uhr UTC. Es verschiebt sich immer mehr. Um 10:30 Uhr waren alle an Deck. Bis zum Wechsel der Vorsegel hatte der Autopilot reichlich zu tun um mit dem hohen Ruderdruck umzugehen und die Batterien ziemlich entladen. Wir steuern nun abwechseln von Hand um den fleißigen Autopiloten zu entlasten, den Wind, die Wellen und das Boot zu genießen. Währenddessen lädt der Generator die Batterien wieder auf. Nach dem Frühstück nahmen der Wind und der Ruderdruck weiter zu. So entschieden wir uns dazu das 1. Reff einzubinden. Auch der Code0 musste noch abgeschlagen und verräumt werden. So wurde das Manöver besprochen, jeder:de wusste was zu tun war, so klappte alles reibungslos. Keinem von uns war langweilig….da dachte ich so im Stillen….und das machen wir sonst zu Zweit. Geht auch….aber zu fünft ist es schon einfacher und das Arbeiten im Team macht Spaß.
Trotz Fahrtwind waren die, die auf dem Vordeck gearbeitet haben naßgeschwitzt. Es ist 30 Grad, Wind und wenige Passatwolken. Es ist wirklich, herrlich sehr warm. Wie das im Hafen ohne Fahrtwind sein wird kann ich mir schon gut vorstellen….🥵 und Mathias freut sich auf die Biosauna🤣.

Am 1. Advent 🕯barfuß im Shirt und kurzer Hose sein zu können ist wunderschön und wir genießen es sehr. Entweder so oder so wie es gerade in weiten Teilen Deutschland mit dem Schnee ist, ist unsere bevorzugte Wahl.

Mit dem Wind hat auch die Welle zugenommen die uns von schräg hinten anschiebt und durchschaukelt. Im Bett musste ich letzte Nacht das Lee-Segel wieder aktivieren, da ich ständig weggekullert bin. Diese passiven Bewegungen beim Schlafen sind weniger entspannend. Und doch habe ich in diesen Momenten auch ein Grinsen im Gesicht, weil es sich auch spaßig anfühlt. Teilweise hatte ich im Bett auch das Gefühl auf dem Jahrmarkt in einem Wellenkarussell für Kinder zu sitzen. 🤣
Wenn es sich so anfühlt und die Schwerkraft wieder vermehrt zu wirken beginnt, dann hat unsere Geschwindigkeit zugenommen. 8-9 Kn machen wir aktuell bei 18-21 Kn Wind. Windeinfallwinkel ca. 120°. Wellenhöhe hat auf 2 Meter zugenommen.

2200 sm haben wir schon zurückgelegt….650 sm oder 4 Tage liegen noch vor uns.
Das ist ganz schön viel am Stück. Für mich und Elly das erstemal…das ist schon bewegend….auch für die ,die „Wiederholungstäter“ sind ist es immer wieder faszinierend.

Andreas sagte gerade: „ und irgendwann tauchen am Horizont die Inseln auf….dann ist es bald vorbei.“
Ich spüre manchmal einen Widerspruch in mir. Zum Einen möchte etwas in mir ankommen, ein anderer Teil möchte jedoch, dass es ewig so weitergeht…..☺️🥰🌈 Auf jeden Fall bin ich dankbar,🙏dass ich dieses Abenteuer erlauben darf.

Um uns herum segeln drei weitere Segelboot. Hin und wieder sehen wir eins am Horizont. Ansonsten weit und breit nur Wasser, Himmel und Wolken. Bei Nacht, Sterne und Mond.

Immer noch gab es keinen Wal, keine Delfine, kein Fisch an der Angel. Wir geben die Hoffnung nicht auf. 🐳🐬🎣

Ganz herzlichen Dank an Ellys Mama für das sehr leckere Früchtebrot. Heute zum 1. Advent wurde es genüsslich verspeist mit Butter, Marmelade oder auch Gorgonzola, je nach Gecshmack. Das war sehr, sehr lecker.

Euch zu Hause wünschen wir einen wunderschönen besinnlichen 1. Advent. Wie wir hörten sogar mit Schnee.

Liebe Grüße vom Atlantik

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ARC 2023 – Schon wieder 19:00 Uhr, die Zeit rennt davon…

Schon wieder ein Tag kurz vor Sonnenuntergang…..würden wir doch so schnell segeln wie die Zeit vergeht….doch wir zuckeln ganz gemächlich mit 5-7 Kn dahin. Haben wechselnde Winde, 13-17 Knoten. Gestern segelten wir unter Parasailor da wir den Wind von Achtern hatten. In der Nacht drehte er dann zurück auf 120-140°. So beschlossen wir beim Wachwechsel um 3:00 Uhr denn Parasailor gegen Großsegel mit Code0 zu wechseln. Da wir in ähnlicher Situation vor ein paar Tagen entschieden, nicht in der Nacht zu wechseln sondern bis zum Morgen zu warten, wurde es dann 11:00 Uhr. Dadurch segelten wir viele Stunden einen weniger optimalen Kurs.
Letzte Nacht segelten wir nach dem Segelwechsel wieder 7-9 Kn anstatt 5 Kn. Das macht über viele Stunden einiges aus. Das Ziel rückt näher….die frischen Vorräte gehen zur Neige….13 Tage sind wir nun schon zusammen auf dem Wasser. Kaum zu glauben. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Immer noch kein Fisch an der Angel. Da sind wir schon frustriert. Heute waren ständig Algen am Haken😭

Auch Delfine🐬 sahen wir nur einmal,bisher. Dabei würden wir sie gerne viel öfter sehen, oder vielleicht sogar einen Wal….🐳. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Gestern gab es allerlei Reste zum Lunch mit Süßkartoffelkuchen zum Dessert.
Zum Abendessen gab es mediterranen Kartoffelsalat mit kleinen Kartoffeln in der Schale und vegetarische Frikadellen mit Avocado-Frischkäse Dip.

Heute gab es zum Lunch, Linsensalat mit Roterbeete, Walnüssen und Zitronenzester á la Joe Wicks und frischen Stangenbohnensalat. Zum Dessert die letzte Portion Süßkartoffelkuchen mit Schoko Topping.
Zum Abendessen wird es heute ein Kartoffel-Kichererbsen-Weißkohl-Curry mit Vollkorn Basmatireis. Vorher zum Sundowner Taco Cips 🌮mit Guacamole 🥑und ein Virgin Ingwer-Campari. 🌅🍹

Na, neidisch? 😉🤣😋

Ganz liebe Grüße an all unsere Lieben zu Hause…wir vermissen Euch. 🥰😍

M.S.E.A.B

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ARC 2023, Tag 12 oder Vom und im Beat des Atlantiks

ARC 1.12.2023, 16:30,Uhr UTC

Vom und im Beat des Atlantiks

Diese Woche hatten wir unser Bergfest – die Hälfte der Seemeilen haben wir bereits hinter uns gelassen. Die Tage auf dem Atlantik vergehen schnell – fast zu schnell ☺️
Wir rechneten mit einer Überquerungszeit von 10-21 Tage und vor Reiseantritt wurde ich häufig gefragt, ob bei rund drei Wochen auf dem Atlantik wohl Langeweile aufkommen würde? Nach einer Zeit auf der Pure Fun darf ich verraten, dass Langeweile die geringste Portion an Bord ist. Alles an Bord hat seinen eigenen, anderen – ruhigeren Beat. So dauert ein Cappuccinozubereiten bei viel Welle und rund 20 Grad Schräglage im Vergleich zum Cappuccino kochen zuhause deutlich länger. Es werden die einzelne Zubereitungsschritte geplant: die Tassen in eine rutschfeste Box gestellt, die Milch in einem Moment aus dem Kühlschrank geholt, in welchem man sicher sein kann, dass nichts durch die nächste Wellenbewegung in den Kühlschrank hineinrutschen, aber auch idealerweise nichts herausfallen kann. Glücklich, dass die ersten Vorbereitungsschritte unfallfrei durchgeführt werden konnte, folgt die größere Challenge darauf: durch ein Umarmen der Nespressomaschine mit dem einem Arm wird diese sachte angehoben, damit die mit der anderen Hand fest gehaltene Tasse den Kaffee aus der Maschine direkt in die Tasse einfangen kann. Je nach Wellenbewegung balanciert der Arm und die Hand die neue Schräglage aus. Die Kür erfolgt durch ein Festhalten des Milchschäumers, sodass dieser sich nicht direkt in den Salon oder in die andere Richtung direkt ans Fenster bewegen anfängt und dennoch genug schäumt, sodass wir unser Ergebnis mit einem Lächeln im Gesicht uns zufrieden genießen können. Alles hat seinen eigenen, langsameren Beat und dabei hab ich euch nur einen kleinen Einblick ins Kaffeekochen gegeben 😉

Der eigene Beat des Atlantiks hat aber auch etwas sehr faszinierendes und magisches. Der frische Salzgeruch in der Luft, die Weite um uns herum und Seemeilenlang keine anderen Boote in Sicht, das Rauschen des Meeres und die je nach Lichteinfall unterschiedlichen Ozeanfarben, die fliegenden Fische um uns herum, Delfine die uns begleiten und atemberaubende Sonnenaufgang und -untergänge ziehen uns in den Bann der Elemente. 💛 Genug kann ich selbst nach unserer Halbzeit noch nicht davon bekommen haben. Mein absolutes Highlight war gestern zu Beginn von Andreas Wache – flouriszierendes Plankton 😍! Der Mond war noch nicht aufgegangen und so segelte die Pure Fun durch den dunklen Abend und zog am Heck viele kleine grün leuchtenden Punkte wie ein Schweif oder Sternenstaub hinter sich her. Atemberaubend schön!!

Heute ist der 1. Dezember und das erste Türchen meines Adventskalenders, der im Gepäck noch Platz fand, wurde geöffnet – vielen Dank Mama und ganz liebe Grüße nach Hause an dieser Stelle 🤗

Evelyn

Liebe Evelyn,
Vielen Dank für deinen erfrischenden Beitrag, mich hat er sehr amüsiert. 🥰

Nun noch etwas organisatorisches zu den Kommentaren der Blogleser:innen.
Uns wurde berichtet, dass sie nicht freigeschaltet waren. Mein Bruder Jochen hat sich diesem Thema nochmals angenommen. Nun müsste es funktionieren. Wir können eure Kommentare erst lesen und kommentieren wenn wir wieder Internet haben. Darauf freuen wir uns schon sehr. 😙Von hier draußen können wir nur einen Beitrag ohne Fotos in den Blog einstellen. Immerhin funktionieren Emojis. 😃

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ARC 2023, Das SEIN auf der Pure Fun aus Sicht von Andreas



30.11.2023, 13:20 Uhr UTC

Das SEIN auf der Pure Fun aus Sicht von Andreas

Nacht. Mal wieder.

Die wievielte eigentlich?

Vorher hatte der Künstler, nach dem mal wieder sensationellen kantenscharfen Sonnenuntergang, noch die komplette Farbpalette an den mit Dekowolken verzierten Abendhimmel geworfen, wo er sich tagsüber mit allen vorstellbaren Blauschattierungen begnügt hatte.

Ich kann mich nicht sattsehen.

Nachtwache. 3 bis 5.

Endlich wieder.

Diese zwei Stunden allein an Deck, ich genieße sie, es ist warm. T-Shirt, Shorts, barfuß. Meine Lieblingskleidung. Das Schiff zieht seinen Kurs, gesteuert wie von Geisterhand durch den Autopiloten, durch das scheinbar unendliche schwarzblau, erhellt vom Vollmond oder diesem sagenhaften Sternenhimmel.

Ich kann mich nicht sattsehen.

Der nächste Tag.

Oder war es der davor?

Inzwischen schläft jeder solange er will, hat seinen eigenen Rhythmus. Ein Kaffee für mich, einer für Bernd. Gleiche Kabine, gleiche Rituale. Müsli, ab und zu ein Nutellabrot, Segelwechsel, Segeltrimm, Buch. Lunch und Dinner stets gemeinsam – Routine im positiven Sinn. Sobald jemand das Wort „Langeweile“ nur denkt, gibt es plötzlich etwas zu reparieren, zu optimieren. Bordleben halt.

Die Gedanken schweifen.

Sie sind im hier und jetzt, nur selten bei den Projekten, die zuhause auf mich warten. Immer noch über 1000 Seemeilen. Ich sitze am Bug, warte auf Delfine, und bin froh hier zu sein, freue mich über meine Mitsegler und die unbeschwerten Tage und Nächte. Nimmt diese Reise denn nie ein Ende?

Hoffentlich.

Liebe Grüße an alle, die uns zuhause eifrig verfolgen. Und ganz besonders an dich, meine liebe Moni. Bald bin ich wieder da.

A

Lieber Andreas,

Herzlichen Dank für dieses Lesevergnügen.

Würdest du einen Roman schreiben, ich würde ihn verschlingen….

S

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